"Alt genug"-Starautorin: "Diese ständige Selbstoptimierung geht mir so auf die Nerven!" | A&U #156
Shownotes
Mein Buch "Das High Energy Prinzip" ist jetzt seit 4 Monaten SPIEGEL-Bestseller!
Dieses Buch ist kein weiteres "Höher, schneller, weiter"-Selbstoptimierungsprogramm, sondern eine Zusammenstellung der acht wichtigsten, zeitlosen Strategien, die wir alle brauchen, um in einer modernen Welt voller Energie zu leben.
Du kannst es hier bestellen.
In dieser Episode spreche ich mit der Starautorin Ildikó von Kürthy über Angst, Mut und das Älterwerden – darüber, warum sie trotz ihres großen Erfolgs bis heute Angst hat, ihre eigenen Texte vorzulesen, weshalb Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben, und warum wahre Freiheit manchmal erst beginnt, wenn wir aufhören, uns ständig optimieren und lieben zu müssen. Selten habe ich so viel Freude, Unterhaltung und inhaltlichen Tiefgang in einem Gespräch erlebt. Absolute Hörempfehlung für alle, die irgendwann einmal älter werden!
Es wäre uns eine große Ehre, wenn du dir dieses Gespräch anhörst.
Über Ildikó von Kürthy
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Disclaimer: Der AUF & UP Podcast dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen dieses Podcast sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische oder psychologische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die Nutzung der Informationen oder von Materialien, die mit diesem Podcast verlinkt sind, erfolgt auf eigene Gefahr. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Experten deines Vertrauens.
Transkript anzeigen
00:00:00: Dann vor.
00:00:01: der Hoch riss die Augen auf und ich sah diese Panik in seinen Augen, die ich aus meinem Inneren kenne.
00:00:08: Was ist für dich Freiheit?
00:00:10: Ich
00:00:10: dachte, ich sei ein wildes Ding, geraucht und gesoffen und gefeiert.
00:00:14: Da dachte er ja, ich bin Rheinländerin, ich Bin Ungarin, muss so sein.
00:00:18: Heute finde ich hat für mich Freiheit viel mit Disziplin zu tun und mit Stabilisierung.
00:00:24: mittlerweile weiß ich aber dass genau da Freiheit beginnt.
00:00:32: Hey, Christo Rell hier und das ist dein Podcast über das Auf-und Ab des Lebens.
00:00:39: Mein heutiger Gast ist Ildiko von Kürti, Autorin von siebzen Büchern.
00:00:44: Ihr aktuelles ist alt genug was seit Monaten die Spiegel Bestsellerlisten dominiert.
00:00:49: insgesamt hat sie mehr als sieben Millionen Bücher verkauft also eine der erfolgreichsten Autorinnen im deutschsprachigen Raum der letzten Jahre.
00:00:57: Und es ist wirklich ein sehr sehr tiefgründiges und sehr spannendes, sehr kontroverses Gespräch geworden.
00:01:05: Denn wir reden über das Älterwerden, über das Altsein.
00:01:08: Ildiko sagt alt sein ist etwas ganz Wunderbares aber was jetzt vielleicht aus meinem Mund wie Resignation oder etwas Schönreden von etwas klingt hat sehr viel Tiefe, sehr viel Lebenserfahrung, sehr sehr viel Weisheit.
00:01:23: Es geht nicht nur um das Thema Altern, es geht auch um ihre Ängste.
00:01:26: Sie selber hat jahrzehntelang unter großen Ängsten gelitten und bereut Dass sie erst so spät, sprich in den letzten Jahren gelernt hat ihre Ängste zu überwinden und trägt auch große Reue in sich was sie in ihrem Leben verpasst hat.
00:01:41: Hat auch da wirklich spannende Tipps für Menschen wie dich und mich Wie man die eigenen Ängsten besser in den Griff kriegen kann.
00:01:48: also ich würde vorschlagen wir gehen direkt rein in das auf und ab von Ildiko Von Kürti recherchiert über dich, dann liest man eigentlich jahrelang dass du dich für eine sehr ängstliche frau gehalten hast.
00:02:03: und wenn man jetzt die die neueren Beiträge sieht.
00:02:06: Dann kann man den Eindruck gewinnen das du dich vielleicht sogar getäuscht hast und ich jetzt eher als eine sehr mutige frau empfinde ist.
00:02:14: Kannst du uns in diesen moment mitnehmen wo Du realisiert hast dass dein selbstbild vielleicht gar nicht richtig ist sondern du dich lange getäusht hast?
00:02:24: Ich dachte immer Angst haben, ängstlich ist und schwach.
00:02:31: Und ich weiß Gott wirklich viel unter Ängsten und irrationalen Ängstem, pathologischen Ängstengelitten mein Leben lang – und tu das ja auch bis heute!
00:02:42: Was ich lange nicht begriffen habe, ist dass nur die Person, die Angst hat, auch Mut braucht.
00:02:52: Da ich das was in meinem Leben erreicht habe eigentlich nur durch Überwindung von Ängsten erreicht habe, erlaube ich mir jetzt zu sagen Ich bin eine mutige Frau mit sehr vielen Ängst.
00:03:05: Hast du diese Erleuchtung sage ich mal selber für dich entwickelt?
00:03:09: Weil man liest es ja überall Angst heißt nicht oder Krieg ich jetzt nicht zusammen, aber es gibt viele Sprüche die sozusagen sagen dass man die Angst überwinden muss sich ihr stellen muss ihr die Stieren bieten muss etc.
00:03:24: Von den Kalendersprüchen wissen wir das alle.
00:03:25: Aber Ich bin auch jemand.
00:03:26: Wir haben einige Gemeinsamkeiten die ich im nach und nach noch enthöhlen werde in dem Gespräch.
00:03:31: Aber eine ist auch Dass ich sehr viele Ängste kenne Die mich auch stark behindert haben In meinem Leben Und auch heute noch tun Und ich weiß auch, dass man ihr die Stirn bieten sollte.
00:03:40: Dass man ins Tun kommen muss
00:03:41: etc.,
00:03:41: aber wie kam es bei dir dazu?
00:03:43: Dass du wirklich aus diesem theoretischen Wissen das so ist in's Handeln gekommen bist und so wirklich auch dein Dein Identität, dein Selbstbild in diese Richtung verändern konntest?
00:03:52: Also das hat wahnsinnig lange gedauert.
00:03:54: Ich bin aufgewachsen mit einem Vater dessen Credo war Angst ist dazu da überwunden zu werden Und daraus habe ich gemacht Ich gehe der Angst aber lieber aus dem Weg.
00:04:10: Also ich muss im Nachhinein sagen, dass mein Vater natürlich recht hatte.
00:04:14: also das ist sehr harsh formuliert.
00:04:16: aber natürlich ist es sinnvoller und sozusagen therapeutisch besser sich der angst zu stellen.
00:04:25: Aber ich war überfordert auch durch die Ja, ich würde auch durch die Dominanz meines Vaters der sich so ein sehr mutiges Mädchen gewünscht hat.
00:04:35: Und das bin ich nicht geworden und ich bin eine Vermeidungskünstlerin geworden.
00:04:40: also Ich habe wirklich mein Leben lang – und das sind ja fifty- acht Jahre – Bin ich eine Meisterin Der Umwege geworden und zwar sei es ganz banal dass ich um die Tunnels herumfahre vor denen ich Angst habe aber eben auch, dass ich mir Wege suche das was ich eigentlich nicht kann doch möglich zu machen.
00:05:08: Dabei sind ganz schöne Sachen auch entstanden.
00:05:11: also zum Beispiel mache ich keine Lesungen weil ich Angst habe vorzulesen.
00:05:16: seit ich vierzehn oder vierzehnt bin.
00:05:19: Hätte ich im Deutschunterricht meine erste Panikattacke, seither habe ich nicht mehr vorgelesen.
00:05:23: Wollte aber gerne meine Bücher auf der Bühne präsentieren weil in mir nicht nur eine Angsthaysin wohnt sondern auch eine Rampensau und hab mir dann die Show zum Buch einfallen lassen in der ich Dialoge mit jemandem zusammen aus meinem Buch mache und also im Grunde so eine Art szenische Lesung, Theaterlesung.
00:05:45: Ich schreibe also das Buch um und die Lesungen fingen so an damals immer mit meinem Fels in der Brandung Jörg Tadeus an meiner Seite dass ich eigentlich immer nur zwei Sätze sagte.
00:05:56: oder Lars Das was ich In meine Aufregung dachte kriege ich schon irgendwie raus und jork machte die ganzen anderen Sachen Und ich dachte manchmal nur so aber oder könnte denn nicht auch?
00:06:07: und dann ging er weiter.
00:06:08: und so habe ich langsam diese Lesungen, diese Shows erweitert und jetzt mache ich lange Passagen.
00:06:16: Ich habe auch zum ersten Mal in meiner Show ein Stück was ich wirklich lange lese.
00:06:23: Was sowieso schon eine Mutprobe für mich ist es aber auch ein Stück von der schweren Krebserkrankung meiner Freundin handelt.
00:06:31: also es fordert mich auf zwei Ebenen die Angst vor dem lesen und der Respekt vor dem Thema.
00:06:40: aufhören und meine Bühnenpartnerin musste das weiterlesen, nicht allerdings wegen Angst sondern wegen Schmerz.
00:06:47: Also jetzt habe ich viel geredet.
00:06:48: hab die Frage vergessen mach du weiter!
00:06:51: Sehr gerne.
00:06:51: es war schon in die Antwort da drauf.
00:06:55: Das was du gerade gesagt hast, Lampenfieber können viele Menschen nachvollziehen.
00:06:58: Es gibt viele Menschen die Respekt davor haben bis hin zu Angst vor anderen zu reden.
00:07:03: Was nicht so viel nachvollziehen kann ist zum Beispiel was einen daran hindern könnte mit dem Auto durch ein Tunnel zu fahren der vielleicht nur ein zwei Minuten lang ist.
00:07:11: Ich persönlich kann das sehr gut nachvollziehen, weil meine Mutter auch genau unter solchen Ängsten.
00:07:17: Aufzug, Garage, Tunnel ... ich kenne das in Urlaub-Umwege zu fahren
00:07:22: etc.,
00:07:22: aber eben nur aus der Beobachterperspektive.
00:07:25: Kannst du Menschen vielleicht ein bisschen in so eine Situation mitnehmen?
00:07:28: Wie sich das anfühlt?
00:07:29: Weil man wird ja schnell belächelt und für ein bisschen mit Schuhe gehalten.
00:07:33: Also wie fühlt sich das real für jemanden, der unter dieser Art Ängste leidet konkret an?
00:07:38: Dass man in so einer Art von Umwegen ... Vermeidung und Zusatzaufwand geht.
00:07:42: Man könnte auch sagen, jetzt zwei Minuten Augen zu und durch...
00:07:46: Ja ja, Augen zu-und-durch!
00:07:48: Also erstmal man ist natürlich auch ein bisschen mit Schuhe.
00:07:51: Das ist also schon pathologisch dieser Angst das muss man sagen und es fühlt sich deswegen dieses Augen zu Und Durch.
00:08:00: ich bewundere Menschen die das tun.
00:08:04: Es ist wirklich sich in eine Form der Ich will gar nicht sagen Todesangst zu begeben, denn der Tod wäre ja eigentlich eine Erlösung.
00:08:14: Also ich habe nie Angst zu sterben oder ein Herzinfarkt zu kriegen und das Ganze weiter durchhalten zu müssen sei es im Flugzeug oder im Tunnel oder im Aufzug auch auf hohen langen Brücken.
00:08:27: Das ist ein absoluter Kontrollverlust einer sozusagen.
00:08:33: der Geist macht sich selbstständig und verliert sich in der Panik Und es gibt nichts mehr was einem tröstet, was einem Halt gibt.
00:08:43: Manchmal ist das auch mit Schwindel verbunden aber es ist immer eine innerliche Totalkatastrophe und die natürlich nicht... rational begründbar ist, denn im Zweifelsfall hält die Brücke.
00:09:00: Das Flugzeug stürzt nicht ab... Ich habe keine Angst vor dem Abstürzen und ich hab diese Angst vorm eingeschlossen sein beziehungsweise nicht schnell weg können aus der Situation.
00:09:08: U-Bahn
00:09:08: wahrscheinlich auch oder?
00:09:09: U-bahn ja!
00:09:10: Und ähm das ist ... ich hab eigentlich die Leute nie verstanden, die sich trauen, das trotzdem zu machen.
00:09:19: Äh ich hab's auch nicht gemacht.
00:09:22: Ich hab immer so kleine Schritte gemacht, zugetraut habe, wo ich mir anschließend aber nicht mutig vorkam.
00:09:27: Sondern naja so doll war es auch nicht
00:09:31: und davor hast du Angst ungefähr oder?
00:09:33: Und sag mal deine Mutter ist ja ganz interessant weil meine Söhne ja auch mit einer kranken Mutter aufwachsen.
00:09:38: wie hast Du das denn empfunden?
00:09:39: oder also es gibt zum Beispiel nette Situationen.
00:09:42: wir sind einmal waren in Spanien unterwegs und ich musste durch einen Tunnel der zwei Kilometer lang ist.
00:09:51: Das war so süß, weil meine Söhne haben sich vorher überlegt, was könnten wir machen?
00:09:55: Und dann haben wir gemeinsam auf der Hinfahrt gesungen.
00:09:59: Auf der Rückfahrtsrecherche habe ich gesagt, okay, kommen wir zählen jetzt die Sekunden!
00:10:03: Wie lang dauert
00:10:03: das?!
00:10:04: Die denken sich dann auch so Strategien aus um mich abzulenken.
00:10:08: Ich weiß nicht wie hast du das denn gemacht als Sohn einer... Angst gestörten Mutter?
00:10:13: Ja, ich glaube es sind zwei Phasen.
00:10:15: Das eine ist in der Kindheit wenn ich Erinnerungen an Urlaubsfahrten oder so was habe.
00:10:19: wir haben zum Beispiel Norwegen lange Zeit gewohnt auch und da sind viele Tunnel etc.
00:10:25: So.
00:10:25: das hab' ich mit Längeren Fahrten verknüpft aber auch was ganz normales.
00:10:30: Mein Vater war immer maximal oder ist heute noch maximal empathisch und hat das alles unterstützt, ich habe da nie Verurteilungen erlebt oder jetzt hab dich nicht so oder so.
00:10:40: Im Nachgang als ihr wachsen wurde, habe ich mich manchmal gefragt was für Erlebnisse ihr entgangen sind dass sie zum Beispiel urlaubstechnisch immer nur aufs Auto gesetzt hat obwohl man mit dem Flugzeug vielleicht andere Dinge gesehen hätte oder so.
00:10:53: Aber ich persönlich habe niederunter gelitten.
00:10:55: zwar normal meine Mutter vor der Parkgarage aussteigt und wir
00:10:59: sie dann abholen.
00:11:01: Wenn wir weitergehen
00:11:02: etc.,
00:11:03: U-Bahn, wenn das in München ausfällt macht es ein bisschen anstrengend weil alles immer mit Auto und Parkplatzsuche verbunden sein muss.
00:11:09: aber das waren Dinge die für mich okay waren.
00:11:11: also ich glaube man kann damit gut umgehen.
00:11:15: Ich persönlich, und wie gesagt kann ich gleich wenn es inhaltlich dazu passt noch ein bisschen erwähnen weiß mittlerweile wie klein das Leben wird.
00:11:22: Wenn man sich den Ängsten eben unterwirft.
00:11:25: also ein Beispiel und ich glaube das kennst du auch ist ich habe nach wie vor Respekt vor dem Briefkasten.
00:11:32: Briefe aus dem Brief Kasten rauszuholen Kommt für Leute die den Podcast häufiger hören die kennen die Geschichte schon habe ich.
00:11:40: erzähl sie dir jetzt.
00:11:42: Vor gut fünfzehn Jahren hatte ich ein Start-up, was immer mal wieder so an der Insolvenzgrenze geschlittert ist.
00:11:49: Und meine Panik war wirklich immer wenn in diesem Briefkasten eine Rechnung sein sollte die in der Liquiditätsplanung nicht vorkommt dann könnte das der Grund sein dass sich zum Gericht gehen muss und Insolventsanmelde beziehungsweise noch schlimmer in die Insolvensverschleppungen vielleicht komme und damit meine ganze Existenz gefährdet ist.
00:12:07: Das heißt die irrationale Verknüpfung Briefkasten könnte Und das war ein Zustand, der sich bis zur Finanzierungsrunde kam über Monate hingezogen hat.
00:12:17: Der bei meinem Nervensystem mittlerweile so verankert ist dass ich heute obwohl ich fünfzehn Jahre älter bin in einem ganz anderen Job finanziell ganz anders darstelle trotzdem Respekt vor dem Briefkasten habe.
00:12:28: Und ich habe eine Angewohnheit, die heißt jeden Tag inklusive Sonntag stecke ich den Schlüssel in dem Briefkasten.
00:12:36: Drehe ihn um, mache auf, um im Rhythmus zu bleiben.
00:12:40: Denn ich weiß genau, wenn ich das mal ne Woche nicht tue oder zweit, dann bin ich wieder vollem alten Schema so dass ich dann in die Vermeidung komme und es sein kann, dass ich gar nicht mehr rangehe.
00:12:50: Hast du denn auch wirklich das dann vermieden?
00:12:52: Also bist du tagelang nicht an den Briefkassen gegangen?
00:12:55: Ja.
00:12:55: Weil das hat ja im Grunde deine Befürchtung begünstigt etwas zu verpassen und in so eine Verschleppung zu geraten.
00:13:01: Und
00:13:01: es führte sogar dazu, dass ich dann auch die Briefe nicht geöffnet habe, auch wenn ich sie rausgeholt hab, weil da könnte die Gefahr sein.
00:13:07: Das macht natürlich überhaupt keinen Sinn!
00:13:09: Weil wenn da etwas in die Richtung wäre, das würde alles schlimmer machen.
00:13:12: Und trotzdem deshalb das was du vorhin vom Tunnel beschrieben hast.
00:13:15: man fühlt da Dinge, die nicht rational sind aber die so stark sein können zumindest in meinem Fall, dass man in irrationale Vermeidungen oder Handlungen oder was auch immer kommt.
00:13:25: Und ich sage, dass du es vielleicht kennst.
00:13:27: Ich meine, dass ich in meiner Recherche irgendwas gelesen habe, das du auch mit dem Briefkasten mal ein Thema
00:13:31: hattest... Nein gar nicht!
00:13:31: Deswegen ist das für mich völlig neu.
00:13:35: Ich hab' einmal im Roman über einen Briefkastengeschrieben, wo eine Frau was in den Briefkassen geschmissen hat und es dann bitter bereut hat und versucht hat wieder rauszukriegen.
00:13:44: Okay.
00:13:45: Aber ne, Briefkastingängste habe ich nicht weil Die einzige Form von Angst, die ich quasi nie hatte war Existenzangst.
00:13:51: Also das ist etwas was ich gar nicht kenne.
00:13:54: aber ich würde mich hüten das zu belächeln weil ich eben weiß dass macht keinen Sinn diese Angst sie ist eigentlich nicht erklärbar.
00:14:04: Ein ganz kurzer Hinweis in eigener Sache bzw ein großes Dankeschön.
00:14:09: mein neues Buch Das High Energy Prinzip ist Spiegel besteller geworden Und das macht mich sehr, sehr demütig und dankbar.
00:14:16: Denn es zeigt wie viele Menschen sich wirklich danach sehen wieder voller Energie ihr Leben, Ihr Auf- und Ab!
00:14:23: zu gestalten.
00:14:24: Ohne höher, schneller weiter Biohacking-Zirkus oder Selbstoptimierungswahn sondern durch ein tiefes Verständnis für unsere Biologie!
00:14:34: Wenn du das Buch schon gelesen hast wenn du es empfohlen hast und vielleicht sogar verschenkt hast dann von Herzen danke.
00:14:39: ich weiß dass viele Menschen auch hier von den Podcast Hörern genau das getan haben.
00:14:45: Und wenn du's noch nicht hast dann ist es vielleicht genau jetzt für dich interessant denn ich habe in diesem buch die acht Strategien zusammengefasst auf diese wirklich ankommt, wissenschaftlich fundiert aber vor allem realistisch für deinen Alltag in der Umsetzung selbst wenn dieser sehr vollgepackt ist.
00:15:02: Du findest das Buch überall wo es Bücher gibt.
00:15:05: den Link dazu findest du in den Show Notes vielleicht für dich oder für jemand anders den du kennst der schon viel zu lange auf Reserve läuft.
00:15:13: und jetzt zurück zur Podcast Episode.
00:15:16: Es ist gute Tradition hier im Podcast, dass wir bevor wir jetzt in die Gegenwart gehen zu deinem wunderbaren Buch kommen etc.
00:15:22: auch noch mal ein bisschen gucken wo der Mensch herkommt wie er so geprägt wurde und du hast ja schon ein zwei Mal deinen Vater erwähnt der eine wichtige Rolle hatte.
00:15:31: aber was würdest Du denn sagen Ildiko es das früheste Ereignis in deinem Leben?
00:15:34: Dass die Menschen kennen sollten um die Person zu verstehen die du heute bist
00:15:42: Das Frühste Ereignis In meinem Leben Darf ja nichts banales sein, weil es mich erklären soll.
00:16:04: Gibt's so früh?
00:16:09: Also es gibt etwas, woran ich mich nur erinnere aufgrund eines Fotos das gemacht wurde.
00:16:16: Da war ich auch zu klein um mich zu erinnern.
00:16:19: Das ist ... da war ich wahrscheinlich so eins oder so.
00:16:21: Ich weiß nicht, wann man mit den Ärmchen hoch anfängt zu wackeln und zu laufen Und ich dachte immer, das sei ein schönes Bild.
00:16:28: Man sieht mich strahlend, kleines Dickerchen laufend aufs Am Strand.
00:16:33: Wir waren immer auf Borkum im Blindenkurheim in Urlaub.
00:16:37: Mein Vater war blind und man sieht mein Vater in Badehose Stehend und lachend mir die Hand Hinhaltend.
00:16:46: was er aber nicht sieht ist dass sich von ihm weglaufe.
00:16:50: Ich laufe gar nicht in seine Richtung und ich hab das Bild Schwarz-Weiß natürlich, immer dachte auch was für ein nettes Urlaubsbild.
00:16:58: Und viel später ist mir erst bewusst geworden, was in diesem Bild steckt nämlich da ist ein kleines Mädchen das wird nicht gesehen und da ist einen Vater der kann seine Tochter nicht sehen.
00:17:11: Der weiß nicht ob sie zu ihm hinläuft oder von ihm weg.
00:17:14: Der weiss nicht ob Sie ihn anlächelt oder ob sie ihn böse anschaut.
00:17:18: Und ich habe mich aufgrund dieses Fotos gefragt, wie viele unzählige Missverständnisse dieser Art es natürlich gegeben hat mit einem blinden Vater.
00:17:35: letztlich auch die Erinnerung an das Zusammenleben mit einem blinden Vater.
00:17:40: So eine ganz andere Bedeutung geworden, du hast es eben geschildert mit deiner ja auch behinderten Mutter.
00:17:46: ich nenne sie jetzt extra mal so weil es ist eine Form von Behinderung.
00:17:50: Ich empfinde es zumindest so.
00:17:52: Du hast es ja auch geschrieben wie einschränkt das ist und Blindheit ist das natürlich auch.
00:17:55: Und als Kind dachte ich Ja der ist halt so dass man so wie du das beschrieben hast Man macht halt Umwege oder ich sage meinem vater Vorsicht Stufe Und erst im Nachhinein wurde mir klar, dass das natürlich massiv prägend ist einen Vater zu haben der sein Kindchen nicht sieht.
00:18:20: Oder ich glaube, ganz gut recherchiert für dieses Gespräch.
00:18:23: Aber ich wusste nicht, dass dein Vater blind ist?
00:18:25: Es wird viel über ihn geschrieben und du sprichst viel über ihm.
00:18:28: aber es gibt ja viele Menschen die im übertragenen Sinne sagen mein Vater, meine Eltern haben mich nicht gesehen weil sie den Blick auf dem Job hatten oder auf anderen Dingen hatten.
00:18:38: auch bei dir war's ja faktisch tatsächlich so.
00:18:41: Also mein Vater hat mich sehr genau gesehen aber er konnte mich halt nicht sehen und das ist schon prägend!
00:18:48: Auch für die Beziehung meiner Eltern.
00:18:51: Es ist nicht normal, als Kind nimmt man ja quasi das Elternmaterial, dass man vorfindet.
00:18:56: Sei es die pathologisch ängstliche Mutter oder der blinde Vater denkt man so ist die Welt gemeint!
00:19:03: Siehst du, du hast dir viel interne Arbeit gemacht.
00:19:06: Viel tiefgründig gedacht um auch diese Transformationen die du jetzt in dem Buch schilderst zu durchlaufen.
00:19:13: Kannst Du irgendwelche Verknüpfungen zwischen dieser Tatsache sehen dass dein Vater blind war und Du Ängste entwickelt hast die vielleicht nicht dem der Norm entsprechen?
00:19:22: Ja also ich sehe sehr sehr viele Spuren die bis heute von der Blindheit meines Vaters zeugen.
00:19:32: Das ist einmal im Positiven, dass bei uns Sprache das Medium nicht nur der Wahl war sondern es einzig Mögliche.
00:19:40: Also mein Vater war Pädagogiprofessor und es waren immer Studenten oder Studentinnen bei uns zu Hause die ihm vorgelesen haben hochwertigste Literatur.
00:19:49: Adorno Horkheimer Schelski.
00:19:52: also damit bin ich berieselt worden Und für mich war ein Mensch der nicht sprach Für meinen Vater war ein mensch der nichtsprach nicht da.
00:20:01: Ich weiß, ich hatte einen ersten Freund.
00:20:02: Der war recht wortkark.
00:20:05: Mit dem ist mein Vater natürlich nicht warm geworden und das merkt man ja auch.
00:20:10: Ich fing an zu reden.
00:20:13: Ich ging an meinem Vater die Welt zu beschreiben und ihn auch zu warnen.
00:20:18: Wie gesagt Vorsichtsstufe war einer der Ersten Sätze, die ich konnte.
00:20:21: Ich hatte viel Verantwortung sehr früh.
00:20:23: Ich war seine Augen aber ich war eben auch sein Sehen hatte ich praktisch gar keine andere Wahl als Sprache zu nutzen, zu lieben und auch zu meinem Medium zu machen.
00:20:36: Die Ängste – da bin ich erst spät draufgekommen – haben auch mit der Blindheit meines Vaters zu tun.
00:20:42: Und zwar diese innere Dunkelheit die man empfindet wenn man in so eine Panikattacke gerät.
00:20:51: Diese völlige dieses Ausgeliefertsein und eigentlich nicht mehr wissen wo bin ich was ist hier los?
00:20:58: Das hab ich als Kind mittelbar erlebt.
00:21:04: Manchmal, wenn ich meinen Vater versehentlich ... Der hat immer Mittagsschläfchen gemacht auf seiner Couch und wenn ich den versehntlich geweckt habe oder erschreckt habe.
00:21:14: Dann vor der Hoch riss die Augen auf und wusste nicht... Und ich sah diese Panik in seinen Augen, die ich aus meinem Inneren kenne.
00:21:25: Er ist auch nachts manchmal schreiend aufgewacht bekam ich auch mit ein kleines Häuschen, weil er geträumt hatte.
00:21:33: Er könne wieder sehen und wachte auf und die Welt war schwarz.
00:21:39: Und ich glaube dass diese Angst tatsächlich das weiß man ja auch durch Studien, dass das genetisch auch übertragen wird und weitergegeben wird.
00:21:51: Ich glaube insofern spielt auch die Blindheit meines Vaters bis heute eine Rolle, wenn ich in der Dunkelheit eines Tunnels schreien könnte vor Angst.
00:22:01: Und diese Schreihe kenne ich von früher.
00:22:08: Gibt mir auf jeden Fall auch ein bisschen was zu denken.
00:22:10: jetzt sozusagen, diese transgenerationale Übertragung, Epigenetik
00:22:15: etc.,
00:22:15: in dem Kontext habe ich meine Ängste ehrlich gesagt auch so noch gar nicht reflektiert aber da hab' ich auf jeden fall etwas zu tun.
00:22:23: Deswegen frage ich weil du eben auch der Sohn einer ängstlichen Mutter bist?
00:22:26: Ich hab zwei Söhne und natürlich frage mich manchmal Ja, wie habe ich die geprägt?
00:22:33: Was werden sie sagen in dreißig Jahren wenn Sie vielleicht mal in so einem Podcaststudio sitzen und gefragt werden.
00:22:38: Die Ängste ihrer Mutter.
00:22:39: Wir haben diese beeinträchtigt oder beeinflusst.
00:22:42: Sprechst du mit deinen Söhnen darüber?
00:22:47: Spreche ich mit denen darüber?
00:22:49: eigentlich?
00:22:49: nein weil es so selbstverständlich auch zu unserem Leben gehört.
00:22:56: Ich entschuldige mich also wir waren jetzt neulich noch gar nicht lange her in Portugal und wenn man vom Flughafen Lissabon nach Comporta möchte, wo wir die unsere Schulferien da verbracht haben dann muss man eigentlich über diese unfassbar lange Ponte de Vasco da Gama glaube ich oder irgendwie ein Datum.
00:23:18: also irgendwie ist es jedenfalls eine fünfzehn Kilometer lange Brücke.
00:23:21: Und die habe ich mir nicht zugetraut.
00:23:23: das heißt die Fahrt die eigentlich eine Stunde dauert Dauert für uns zwei.
00:23:27: Es gibt nämlich eine kürzere Brücke, das sei allen gesagt die sich bisher nicht dahin getraut haben.
00:23:32: es gibt eine Brücke die ist tausend zweihundert Meter lang und dies wunderbar Und da entschuldige ich mich schon für den Aufwand und natürlich ist es lässt.
00:23:40: Ich bin lästig Sie zeigen es dann nicht so.
00:23:45: Insbesondere mein jungerer Sohn Ist sehr empathisch und sehr freundlich aber sie sitzt ne Stunde länger im Auto und Das tut mir leid.
00:23:54: So jetzt lass uns zu deinem aktuellen Buch, ganz neu ist es ja nicht mehr.
00:23:58: Aktuellen Buch kommen alt genug.
00:24:01: der Titel ist für viele Menschen schon eine gewisse Provokation würde ich sagen.
00:24:07: Ich habe dich in vielen Fernsehinterviews gesehen.
00:24:09: wenn du sagst Du bist glücklich all zu sein dann kommen von auch gleichaltrigen Männern oder Frauen auch ein.
00:24:14: Aber wie man das sagen kann Man fühlt sich doch noch jung etc.
00:24:18: also darüber werden wir gleich alles sprechen.
00:24:20: Es ist wenn ich richtig informiert bin dein siebzehntes buch oder siebzehnte Roman.
00:24:24: Das mag sein!
00:24:25: Ja und es gibt eine Aussage von dir, das steht auch im Buch wo du sagst dass ist ein Ausbruch aus der Schublade der lustigen Frauenliteratur ist die für mich zu eng geworden ist.
00:24:40: Hattest du im Schreibprozess als du's beim Verlag abgegeben hast etc.
00:24:45: Angst Respekt.
00:24:46: Sorge dass deine deine treuesten Fans diesen Weg nicht mit dir gehen?
00:24:52: Also ich muss sagen, alt genug ist kein Roman so zu sagen.
00:24:56: Es ist ein sogenanntes Memoir also ein Stückchen aus meinem Leben und das es alles war.
00:25:01: Ich habe diese Schublade schon vor vier fünf Jahren verlassen.
00:25:08: mit einem Roman der hieß es wird Zeit.
00:25:12: Und da gab es eine Stelle am Anfang des Romans wo ich praktisch entschieden habe in welche Richtung ich weiter gehe.
00:25:19: bleibe ich auf der fröhlichen, ironischen leichten Ebene auf der meine Romane bisher größtenteils sich bewegt habe und ich liebe meine alten Romanen.
00:25:33: Also ich will das nicht schlecht machen oder gebe ich meiner inneren Entwicklung nach und biege hier ab in Richtung Schicksalhaftigkeit, Ernsthaftigkeit.
00:25:51: Ich habe mich an dieser Stelle am Anfang des Romans von Es wird Zeit entschieden.
00:25:56: Nein, ich lade auch die Dunkelheit in meine Bücher jetzt ein so wie sie auch in meinem Leben stattfinden.
00:26:03: und es war bei Es wird zeit im Roman.
00:26:05: ganz tragisch eigentlich weil ich hatte mir das vorher überlegt.
00:26:08: Es gibt eine Freundinnenkonstellation.
00:26:10: die treffen sich nach langer Zeit wieder.
00:26:12: Es gab einen dunklen Grund warum die sich damals getrennt haben und einer der Freundin ist schwer krank.
00:26:20: Als ich anfing, den Roman zu schreiben wurde meine Freundin Jutta schwerstkrank.
00:26:25: Bauchspeicheldrüsenkrebs.
00:26:26: die meisten wissen dass man das eigentlich nicht überlebt und dann hat sie mir im Grunde ihre Krankheit geschenkt.
00:26:36: für das Buch.
00:26:38: also wir haben richtig... Ich habe recherchiert an ihr ständig Angst haben Sie zu verlieren aber es war für uns beide Manchmal irgendwie auch fast schon heilsam den Schritt zurückzumachen und gemeinsam Zu lachen über absurde Situationen.
00:26:57: Ich habe sie dann begleitet zu ihren regelmäßigen Checkups, da war die Chemo schon vorbei und da hatte jemand sein Gebiss in der MRT-Kabine liegen lassen Und nachts sind wir heimlich aus oder abends sind wir ausgebüxt aus dem Krankenhaus.
00:27:11: ich hab bei ihr übernachtet und wir sind ins Musical Starlight Express gegangen was um die Ecke von ihrem Krankenhaus läuft.
00:27:18: Wir haben gelacht und geweint Und sie hat darum gebeten, wir haben ein Deal gemacht.
00:27:24: Ich habe gesagt wenn du noch lebst, wenn dieses Buch erscheint dann widme ich es dir und wir haben geweint.
00:27:32: Wir standen in meiner Küche weil wir wussten dass sie nicht mehr leben wird.
00:27:36: Sie hatte eigentlich keine Chance und ich wusste das sich sowieso widmen werde.
00:27:42: auch wenn sie nicht meer lebt und sie sagte Das ist so hat meine Krankheit wenigstens einen Sinn und sie lebt bis heute.
00:27:52: Sie hat diese Krankheit überwunden, ein Prozent Chance und die hat sie genutzt oder genutst.
00:27:57: Sie wurde ihr geschenkt.
00:27:59: Und insofern war das definitiv das Buch an dem Moment wo ich gesagt habe ne wenn ich authentisch schreiben will und bleiben will und dass tu' ich schon allein aus reiner Bequemlichkeit weil mir dieses Verstellen zu mühsam ist dann muss der Schicksal einzughalten in meine Bücher.
00:28:17: Seit da ist es drin.
00:28:19: Und ich habe gemerkt, wie meine Leserinnen das auf eine Weise Willkommen geheißen haben.
00:28:27: Es hat mich so ein bisschen ans Abstillen erinnert.
00:28:30: Meine beiden kleinen Söhnchen-Babys immer schön gestillt halbis Jahr, wie man das macht und toll.
00:28:37: Da dachte ich jetzt mal mühsam harte Kost füttern?
00:28:41: Die haben sich draufgestürzt!
00:28:42: Als hätten sie seit ihrer Geburt darauf gewartet.
00:28:45: So war das mit meinen Lesern, wo ich dachte die schwere Kost Die können die nicht nur vertragen, sondern die wissen genau.
00:28:51: Sie gieren
00:28:52: danach?
00:28:52: Ja sie gieren dann nach weil es ihren Leben entspricht.
00:28:56: wir alle haben Angst um Freundinnen und Eltern verloren.
00:29:01: Wir alle leiden und zweifeln an uns.
00:29:05: Das war genau der richtige Weg und das beweist mir eben auch der Erfolg von alt genug dass so unverstellt ist dieses buch Und so viele frauen erreicht Begleiten darf, wie eine Freundin, wo mit dem man so an der Hand nimmt und sagt Komm das Stückchen geh mehr zusammen.
00:29:25: Eine davon ist meine Schwester.
00:29:26: Ich habe es dir im Vorgespräch gesagt, eine deiner größten Fans hat jedes Buch gelesen als ich gesagt hab dass du in den Podcast kommst.
00:29:32: Er hat sie schon vor Freude juhu geschrieben.
00:29:40: Wir werden morgen auch auf deiner wunderbaren Show sein.
00:29:42: werden wir gleich noch was zu sagen was die Menschen da erwarten.
00:29:46: Du hast gerade gemerkt wie intensiv diese Phase in deinem vorherigen Buch wo du die Krankheit deiner guten Freundin beschrieben.
00:29:54: Was war denn in diesem Buch die emotionalste Episode des Szene-Kapitel für dich im Schreibprozess?
00:30:02: Das war mit Sicherheit wieder eine Erkrankung einer Freundin, meiner Freundin Anche.
00:30:09: Die stabilste von uns!
00:30:11: Also so ne Westfälin wurde denkst du, die kann nichts umhauen.
00:30:16: Die wird hundert.
00:30:17: ihre Eltern leben auch noch.
00:30:18: sie sind fast hundert nie krank pragmatisch warmherzig auf so eine ganz klare Art.
00:30:27: Und wo ich dachte, ja Antje wird unser aller Gräber pflegen wahrscheinlich ein bisschen Kunstrasen drauf verlegen weil sie auch sehr praktisch veranlagt ist.
00:30:36: und dann kam jetzt vor anderthalb Jahren würde ich sagen die Nachricht meine Freundin Antje hat Knochenmark Krebs und das ist nicht halbar.
00:30:46: damit kann man weiterleben dass damit kann Man auch etwas länger noch leben aber es ist im Prinzip nicht halber und das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen.
00:30:59: Und auch das durfte ich natürlich mit ihrer, also abgesprochen mit ihr für dieses Buch verwenden und dass ist eben auch die Stelle bei der Lesung, die ich manchmal nicht zu lesen schaffe.
00:31:19: Norlich saß Antje selbst im Publikum.
00:31:21: sie lebt sie hat diese wirklich sehr harte Stammzellentherapie hinter sich.
00:31:28: Irgendwann kommt der Krebs wieder, wir hoffen er lässt sich sehr viel Zeit.
00:31:33: das Geräusch war Klopfen auf Holz was ihr vielleicht hört und als Antje im Publikum saß.
00:31:39: ich muss mich dreimal abbrechen bei dieser Stelle die eben beschreibt wie diese Nachricht in unser Leben bei uns meine ich einen kleinen Freundesfreundinnenkreis von vier Frauen eingebrochen ist und uns alle natürlich auch bis heute beschäftigt.
00:31:56: Und das ist bestimmt die emotionalste Stelle im Buch.
00:32:04: Es hat aber nicht nur dunkle Momente, sondern auch ganz viel mutmachende Elemente.
00:32:08: Wenn man sich das Werk in Summe ansieht und es geht ... In meiner Interpretation, du sagst deine Zielgruppe sind Frauen, aber ich als Mann seh mich da auch voll wieder.
00:32:21: Herzlich willkommen als Leser!
00:32:22: Ja
00:32:22: und ich weiß dass es auch viele Männer in meinem Alter, in meiner Lebensphase genau solche Ängste und Probleme und Themen ist nicht nur Frauenthemen klassischer oder klischeehafter für Frauen, aber ich kann jedem Mann der sich überlegt dieses Buch zu lesen ist auf jeden Fall ans Herz legen.
00:32:40: Es handelt für mich auch von Freiheit, von emotionaler Freiheit und Lebensfreiheit nicht im Sinn von eingesperrt sein sondern einfach sich freier zu fühlen.
00:32:54: Wie hat es sich denn für dich wenn ich dich vor zwanzig Jahren gefragt hätte was ist für dich Freiheit?
00:32:58: wie hat sich diese Definition dieses Begriffs zu heute für dich verändert?
00:33:06: Ich war ein wildes Ding, nee es ist eigentlich das falsche Wort.
00:33:10: Ich dachte ich sei ein wilde Ding, ach geraucht und gesoffen und gefeiert und getanzt immer die letzte auf der Party oft mit Black Outs wo ich nicht mehr wusste wen habe ich beleidigt?
00:33:21: Wen hab' ich am hinteren gegriffen?
00:33:23: Fand es super!
00:33:24: Dachte er ja ich bin Rheinländerin, ich bin Ungarin, ich muss so sein.
00:33:28: Ich fühlte mich authentisch fühlte mich sozusagen frei im Ausleben meines So-seins.
00:33:40: Heute, finde ich, hat für mich Freiheit viel mit Disziplin zu tun und mit Stabilisierung und Vernunft.
00:33:49: Und Viktor Frankl hat gesagt, im Raum zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
00:34:00: Das war ein Raum, den ich vor zwanzig Jahren nicht betreten hätte, da hatte ich gar keine Interesse dran.
00:34:07: Und mittlerweile weiß ich aber dass genau da Freiheit beginnt wo man sich zurücklehnt und vielleicht im Moment abwartet eh man reagiert.
00:34:21: früher nannte es authentisch heute würde ich mich hysterisch nennen.
00:34:26: Ich habe ganz viel Freiheit gewonnen durch Stabilisierung zum Beispiel dadurch das ich kein Alkohol mehr getränke seit fünf Jahren mittlerweile.
00:34:36: Ich habe Freiheit zugewonnen, dadurch dass ich Verantwortung übernehme.
00:34:42: Dadurch das ich nicht mehr gucke wer hat Schuld sondern was kann ich verändern?
00:34:51: und auch indem ich mir mehr zutraue.
00:35:00: mein Tankdeckel war kaputt dann sprang der auf wenn man im Fahrzeug einen Knopf drückte.
00:35:06: tankdeckel blieb zu ich natürlich Erst mal.
00:35:10: alle anwesenden Männer gefragt.
00:35:12: Meinen nicht, der hat Literaturwissenschaften studiert, da kann es froh sein, er kann kein Ikea-Stuhl zusammenbauen.
00:35:17: Also Tank warte was weiß ich?
00:35:19: Männer gefragt, keiner wusste es.
00:35:21: und dann habe ich gedacht okay muss ja irgendwie aufgehen das Ding muss ja weiterfahren Bedienungsanleitung.
00:35:28: Man muss den Teil hinten ausbauen, aus dem Kofferraum um an einen Hebel zu kommen, den man runterziehen musste damit das Ding aufging.
00:35:35: Das klingt so banal aber ich habe oft in meinem Leben nicht so auf meine eigenen Fähigkeiten vertraut oder das angepackt und gesagt das mache ich jetzt mal sondern erst einmal gedacht wer kann es denn wohl möglich besser?
00:35:49: Und das finde ich schafft enorme Freiheitsräume die die auch immer noch weiter erkundbar sind für mich.
00:36:02: Du hast gerade einen sehr bemerkenswerten Satz gesagt, ohne dass dir vielleicht auffällt und gesagt Disziplin gibt mir Freiheit.
00:36:09: Und da würden glaube ich neun von zehn Menschen das Gegenteil eher sagen weil Disziplinen kann auch viele einschränkend wirken.
00:36:15: Freiheit ist eher eben rauchen und saufen zu können wann immer man es möchte und nicht aus Vernunft aus Diszipling.
00:36:21: darauf zu verzichten.
00:36:22: also kannst uns da nochmal ein bisschen mehr Perspektive geben wie man die Disziples zu Mehrfreiheit verholfen hat?
00:36:30: Ja Mit Disziplin meine ich wirklich hauptsächlich auch die Disziplinen des Denkens.
00:36:38: Also der Reflektion ist das, was ich jetzt tun will zielführend und sich nicht gedankenlos unterwerfen irgendwelchen Moden oder auch irgendwelche Gefühlen.
00:36:59: Wir haben Gefühle aber Gefühler haben nicht uns und Gefühles sind keine Tatsachen.
00:37:06: Man muss ihnen nicht nachgeben, man muss sie auch nicht unbedingt zeigen.
00:37:11: Man darf sie erst mal kritisch hinterfragen und das bekommt mir wirklich sehr gut und es bekommt auch meinem Umfeld gut.
00:37:22: dass ich nämlich nicht mehr explodiere und ich habe viel Explosionserfahrung und dachte immer eben wow wie authentisch Aber keine Explosion hat mich meinem Ziel auch nur einen deut näher gebracht, im Zweifelsfall das Gegenteil bewirkt.
00:37:38: Und was ich eben sagte der Raum zwischen Reiz und Reaktion je größer der wird und er wird nur größer durch Gedankendisziplin desto freier wird man und desto mehr reagiert man auf eine Weise die im Grunde eher dem eigenen selbst entspricht.
00:37:56: also gerade Frauen haben ja oft die Angewohnheit sehr gefällig zu reagieren.
00:38:04: Harmonie bewusst, sie wollen die Harmonie nicht stören.
00:38:08: Da macht irgendein Typ einen frauenverachtenden Witz.
00:38:11: da wird dann gerne mal sanft gelächelt statt zu sagen das ist nicht witzig.
00:38:17: oder kannst du es nochmal wiederholen.
00:38:19: meinst du das ernst?
00:38:21: Das fällt natürlich schwer und vielen Frauen ist dieses spontane lächeln dass spontan harmonie bewahren so eingebimmst worden, dass sie das für ihre wahre Natur halten.
00:38:36: Es ist ganz schwierig da mal dahinter zu schauen und so sagen die Moment ich lächle jetzt mal nicht wild drauf los sondern was steckt denn dahinter?
00:38:45: Ist dann eigentlich eine Empörung ne Wut ne Kränkung.
00:38:49: und wäre es nicht vielleicht sinnvoll an dieser Stelle diese auch zu äußern?
00:38:57: Den Zustand, den du jetzt beschreibst in Viktor Frankl.
00:38:59: In seinem Konzept hat Reizreaktion dazwischen ist die Freiheit das Leben... Ist natürlich der Zielzustand, der Ideale.
00:39:07: aber die Frage ist wie kommt man dahin?
00:39:09: und Du kannst nicht für jeden sprechen?
00:39:13: Aber wies es dir gelungen von dieser impulsiven Frau?
00:39:16: Die sofort auf den Reiz reagiert hat da einen Moment zu schaffen der Reflexion des Innerhaltens dass man vielleicht doch nicht das sagt, was den anderen verletzt oder was einem leidtut.
00:39:27: Also wie hat bei dir... Wie sieht die tägliche oder regelmäßige Praxis dieser Gedankendisziplin aus?
00:39:32: Denn die meisten Menschen arbeiten entweder, reden mit anderen Menschen und sind am Handy.
00:39:37: Ich bin jetzt bewusst ein bisschen pauschal aber so laufen ja viele durchs Leben.
00:39:40: also wo passt bei dir...?
00:39:42: Wo nimmst du die Zeit für das Erlernen der Gedankedisziplinen und wie sieht so eine Praxis auch ganz konkret aus?
00:39:47: Wo können Menschen anfangen wenn sie davon noch gar keine Ahnung haben?
00:39:51: Also ich muss vorweg sagen, ich hab wahnsinnig lang gebraucht.
00:39:56: Das ist blöd zu sagen es tut mir heute leid Es war halt mein Weg und er war so lange Und äh... Ich sehe jetzt meine Söhne Insbesondere der eine kommt sehr nach mir Und manchmal denke ich ach mein Schätzchen musst du denn diese Umwege auch gehen die ich gegangen bin?
00:40:15: Musst du das alles durchleiden was ich durchlitten habe?
00:40:18: Und die Antwort ist dann ja Leider Es gibt keine Umwege, es gibt keine Abkürzungen.
00:40:26: Auf diesem manchmal doch auch recht steinigen Weg und meiner war sehr lang und sehr steinig.
00:40:35: Daran verzweifle ich manchmal gerade in Bezug auf die Ängste wo ich denke wie schön wäre's gewesen wenn mich früher mehr überwunden hätte vielleicht früher mehr Verantwortung übernommen hätte.
00:40:53: Ich bin ja hier jetzt bei dir zu Gast in München.
00:40:55: Ich habe mal in Münchengeliebt, da war ich Anfang zwanzig.
00:41:00: Mein Weg nach München war der erste Schritt raus aus der Angst.
00:41:04: Ich konnte praktisch eigentlich gar nicht Auto fahren und hab trotzdem ein Praktikum angenommen bei der Zeitschrift.
00:41:10: Eltern war auf der Autobahn in Begleitung, aber ich habe es mich getraut.
00:41:15: Aber ich bin gestern durch den Englischen Garten spaziert weit rein am Schwabinger Bach entlang eigentlich einmal quer durch und ich erinnere mich dass sich als ich zwanzig war hinter dem Hinter der Eisbachwelle war für mich Schluss.
00:41:31: Ich konnte nicht tiefer rein in diesen Garten weil das zu weit weg war von der Straße.
00:41:36: Das ist... Ich brauche jetzt nicht erklären irrational, aber so wars.
00:41:40: Und ich ging gestern Abend in den englischen Garten, der voll war.
00:41:45: Junge Leute die tanzen und feierten und grillten und sich in diesem Wasser treiben ließen.
00:41:53: Das war für mich wirklich schwer weil ich dachte das alles hätte ich haben können aber ich lag da vorne.
00:42:03: Ich weiß nicht ob das vor... vor acht, dreißig Jahren auch schon so war.
00:42:10: Wahrscheinlich waren da ähnlich viele junge Menschen unterwegs und ich lag ... Ich war am Rand!
00:42:17: Und das tat mir so leid für mein jüngeres ich, dass das alles nicht erlebt habe.
00:42:22: Ich hab tatsächlich neulich von ein paar Wochen davon geträumt, dass ich mich durch den Englischen Garten treiben lasse.
00:42:30: Das werde ich morgen machen.
00:42:32: Wie schön?
00:42:32: Ja, schön.
00:42:34: aber irgendwie auch vierzig Jahre zu spät.
00:42:36: Da muss ich manchmal ein bisschen aufpassen, dass ich nicht in so eine Verzweiflung gerate weil dann was mir dann einfiel war... Ich war sehr glücklich als ich in München war und dieses am Rand liegen war für mich großartig!
00:42:49: Weil ich stolz war das sie es überhaupt bis dahin geschafft habe.
00:42:55: Es ist immer leicht, eine Falle zu laufen mit Informationen oder Stärke oder was auch immer aus der Gegenwart die Vergangenheit zu beurteilen.
00:43:03: Und das hört sich jetzt so ein bisschen an.
00:43:05: und ich ergänze einen Kalenderspruch, der banal wirken kann aber ich finde ihn sehr tiefgründig und er heißt Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor zwanzig Jahren.
00:43:14: Der zweitbeste Zeitpunkt ist Jetzt!
00:43:17: Und deshalb vielleicht gelingt es dir ja, dich jetzt dafür zu feiern dass du jetzt diesen Mut hast.
00:43:25: Es gibt ja viele Menschen, die noch zwanzig- dreiß Jahre älter sind und immer noch genauso in ihren Ängsten gefangen sind.
00:43:30: Deshalb wenn ich das so sagen darf... Ich würde es nicht als normal ansehen wo du jetzt ankommst sondern ist eine riesen Leistung dass du deinen Horizont deine Welt jetzt im fortgeschrittenen Alter größer machst weil viele resignieren auch in dem Stadion und sagen okay ich habe bis hier nicht anders gemacht Jetzt brauche ich auch nicht mehr damit anfangen.
00:43:50: Ja jetzt lohnt sich's eigentlich gar nicht mehr.
00:43:52: So versuch' ichs auch auch zu sehen.
00:43:54: Es gibt tatsächlich immer noch ... Moment, ich lebe ja in Hamburg und bin oft an der Ostsee.
00:44:01: Ich konnte nicht an die Ostsee spazieren gehen.
00:44:03: Also immer nur zehn Meter rechts rauf, zehn Meter links rauf.
00:44:06: Nicht so weit weg von meinem geparkten Auto!
00:44:07: Und jetzt lauf' ich ins Endlose und ich weine vor Glück wirklich den Wind im Gesichter.
00:44:14: Ich denke endlich bin ich frei?
00:44:17: Und damit schließt sich deine Frage nach der Freiheit.
00:44:21: Die ist natürlich Die hat nicht nur mit Disziplin zu tun, sondern dann auch ... Mit der Weite die sich dadurch erschließt.
00:44:32: Ich möchte an einer Stelle widersprechen wo du gerade gesagt hast man kann keine Abkürzung nehmen.
00:44:40: Man muss selber immer den steinigen Weg gehen, das ist wahrscheinlich meistens so aber ich habe es selber erlebt und erlebe es auch in anderen Kontexten.
00:44:48: wenn man Inspirationsquellen vielleicht sogar Mentoren-Mentorinnen hat die einem gewisse Aha Momente geben dann kann es die eigenen ersetzen.
00:44:58: Und deshalb meine Frage an dich, Ildikur.
00:45:00: Mit dem Wissen wo du heute stehst es hören Menschen zu die vielleicht zehn fünfzehn Jahre jünger sind ja aber genauso von diesen Sorgen engsten eingeengt sind Was kannst du ihnen jetzt mitgeben, dass sie vielleicht nicht am Rand des Schwabinger Flusses liegen.
00:45:17: Sondern sich noch fünf Meter weiter reintrauen?
00:45:20: Was hast du jetzt gelernt, was Sie sich vielleicht im Vertrauen, das du recht hast, sagen können um diesen, um nicht noch zehn, fünfzehn Jahre warten zu müssen und vielleicht auch damit deinem Sohn?
00:45:33: Ich weiß nicht ob das ... nutzt.
00:45:37: Ich glaube bei mir hätte es nichts genutzt, wenn mir irgendeine alte gesagt hätte fangen den Tag damit an dein Bett zu machen Dann hast du schon.
00:45:49: das klingt so banal.
00:45:50: Es gibt eine wunderbare Rede von einem US-amerikanischen General.
00:45:55: So in weiß ich war wahrscheinlich Marine Google das mal.
00:45:59: Das ist eine fantastische Rede.
00:46:01: über Das geht es nämlich auch um Disziplin und Freiheit.
00:46:07: Steh auf und mach dein Bett!
00:46:09: Dann beginnst du den Tag mit etwas, was du selbst gemacht hast, was gut gemacht hast.
00:46:15: Im besten Fall geht der Tag in dieser Stimmung weiter.
00:46:18: Du packst die Dinge an, du gibst dir Mühe.
00:46:21: Du versuchst ... Gut zu sein... Und im schlechtesten Fall geht deinen Tag anders weiter.
00:46:30: Du versagst andauern, du hast ein wirklich miesen Tag.
00:46:32: Aber am Ende dieses Tages kommst du nach Hause und da wartet dein Bett auf dich und das hast du
00:46:38: gemacht.".
00:46:40: Und das ist so eine Weisheit über die ich früher mich kaputt gelacht hätte – und du musst mal die Betten meiner Söhne sehen, denen bedeutet es auch nicht viel!
00:46:50: Mittlerweile weiß ich aber, dass gemachte Bett steht ja als Pass für diese Verantwortungübernahme von der ich sprach und damit so früh wie möglich zu beginnen ohne gleichzeitig die Freude am Leben, das besoffene Tanzen im Englischen Garten aber mittendrin zu vernachlässigen.
00:47:16: Das finde ich ist eine große Kunst um daran zu arbeiten also die Ängste anzugehen vielleicht auch nur in kleinen Schritten, in winzig kleinen Schritte.
00:47:33: Hütet euch davor, dass sie euer Leben zu bestimmen.
00:47:38: Jede Angst die du nicht angehst wird immer größer und dann wird es immer schwerer Sie in ihre Schranken zu weisen.
00:47:53: das heißt ja nicht dass man keine Angst haben soll.
00:47:55: Angst kann sehr sinnvoll sein aber wenn sie anfängt dein Leben einzuengen erstens Therapie und zweitens und das weiß ich heute viel zu spät Medikamente.
00:48:07: Also wenn wir jetzt wirklich von der generalisierten Angststörung sprechen, ich weiß heute und ich habe alle Therapien in der Welt gemacht.
00:48:13: Nichts gegen Therapie aber mir hat es erst geholfen vor drei Jahren also eine fiese psychosomatische psychosomatisches Warn-Signal entwickelt haben.
00:48:24: Ich hatte so ein Klosgefühl im Hals immer du denkst immer du wirst erwirkt.
00:48:28: das war nicht schön.
00:48:29: und dann dachte ich nicht da muss jetzt irgendwas geschehen.
00:48:30: und jemand meine Hausärztin sagte okay Wir nehmen mal Antidepressivung.
00:48:38: Da sagt die, wieso?
00:48:38: Ich habe ja keine Depressionen
00:48:40: gesagt.".
00:48:40: Nein, im Grunde haben sie den falschen Namen!
00:48:42: Die müssten Anti-Neurotika heißen... ...die wirken gegen psychosomatische Beschwerden und eben gegen zwänge Depressionen und Ängste.
00:48:50: Und dieser Würgeengel wie ich ihn nannte verschwand allmählich.
00:48:54: Und was aber auch besser wurde endlich nach vierzig Jahren Ängsten war diese Ängst.
00:49:03: Und ein befreundeter Psychiater der gar nicht wusste, dass ich keine Medikamente habe.
00:49:07: Der schlug die Hände überm Kopf zusammen und sagte, wie kann das sein?
00:49:12: Dass du in zigtausenden Therapien warst und nicht einer gesagt hat, okay, Therapie ist schön aber begleitend durch Angstylütika also angstlösende Medikamenten?
00:49:21: Das ist heute Standard Und das hat mir zu schaffen gemacht.
00:49:24: Ich dachte meine Güte wenn das mal jemand vor vierzig Jahren gesagt hätte oder vor dreißig oder vor zwanzig weil da merke ich schon körperliche Krankheit ist.
00:49:38: Diese Medikamente wirken ja im Hirn, weil bestimmte Bodenstoffe bei mir nicht so funktionieren wie sie sollten.
00:49:46: also ich musste auch die Scham überwinden darüber zu sprechen oder vor mir selber zu sagen Ja du bist ja kriegst es wo allein nicht hin ne?
00:49:57: den Weg des geringsten Widerstandes.
00:49:58: Ich trage eine Brille, ich habe gesehen du brauchst auch eine zum Lesen.
00:50:01: Ja genau!
00:50:01: Du Schwächling deine Augen schaffen es wohl nicht alleine.
00:50:04: Du hast den Arm gebrochen.
00:50:05: was du nimmst ein Gips ist ja lächerlich das muss man sich mal klar machen.
00:50:10: so wird heute noch leider viel reagiert wenn man sich auf pharmazeutische Weise über mentale Armbrüche hinweg helfen lässt und dass war für mich wirklich auch einen Durchbruch.
00:50:26: Es gibt ja Millionen Menschen, die unter Ängsten in verschiedenen Abstufungen leiden und dieses Thema Psychopharmaka in dem Kontext ist wirklich noch nicht so sehr durchgedrungen.
00:50:35: Und ohne dass das jetzt eine Empfehlung an die einzelnen Hörer ist muss mit den Ärzten besprochen werden?
00:50:39: Ist es was, was du dauerhaft nimmst oder war es eine Therapie also ein abgegrenzte Zeitraum?
00:50:44: oder wie war das bei dir?
00:50:45: Ich
00:50:45: nehme das immer noch.
00:50:46: Also ich nehme vielleicht so seit zweieinhalb Jahren.
00:50:56: Hirn sich daran gewöhnt, neue Wege zu beschreiten.
00:51:00: Also der Psychiat hat mir so erklärt in meinem Hirn ist Angst die Autobahn also richtig schön ausgebaut weil ich seit vierzig Jahren darüber brettere.
00:51:11: und jetzt stelle ich fest es ist wirklich... Im Leben.
00:51:17: tatsächlich so stelle ich fest, da gibt es ja noch andere Wege neben der Autobahn.
00:51:22: Ein Trampelfahrt, der mich an den Strand der Ostsee führt, durch den Englischen Garten führt ein Trampelfahrt, die mich nach New York geführt hat.
00:51:30: Auf einmal stand New York auf meiner To-do-Listung – ich dachte, ich sehe nicht recht!
00:51:33: Aber das sind zugewachsene Wege.
00:51:37: aber je öfter man die geht und je weniger man auf der Autobahnen Angst entlang fährt, desto ... desto begehbarer werden die.
00:51:47: Und das merke ich in meinem Gehirn, wie sich wirklich so krrrr... Die Wege reinfressen in die Welt aber es kostet mich immer noch Mühe, die zu beschreiten.
00:51:59: Aber ich mache's jetzt!
00:52:00: Ich mach das jetzt.
00:52:01: Das
00:52:01: Konzept, was du beschreibst ist bestens bekannt nennt sich Neuroplastizität.
00:52:05: Also Neuronen können sich neu ausprägen und die, die jahrzehntelang genutzt wurden sind stabile Datenströme.
00:52:13: aber es können sich neue Trampelpfädchen durch den Dschungel eben ausbilden und je häufiger man sie beschreitet, desto einfacher werden sie auch begehbar mit der Zeit.
00:52:26: Die Anfänge, also lasst euch nicht eure Wege zuwuchern durch Angst.
00:52:31: Das ist leicht gesagt und es ist schwer gemacht.
00:52:33: aber das wäre eben doch mein Rat an jüngere Menschen
00:52:39: Und für Menschen die sich jetzt da wiederfinden und dass tatsächlich auch mit ihrem Arzt Psychologen etc.
00:52:44: diskutieren wollen empfindest du Nebenwirkungen?
00:52:47: Die jetzt diesen vermeintliche guten preis auch kontakarieren?
00:52:52: gar nicht.
00:52:52: die habe ich gar nicht Aber das will ich nicht verharmlosen.
00:52:56: Es gibt natürlich viele Menschen, die auch ein bisschen suchen müssen nach dem richtigen Medikament, die unaerfreuliche Nebenwirkungen haben.
00:53:04: Da muss man sich begleiten lassen.
00:53:06: Ich hatte da Glück und habe die erste Pille genommen.
00:53:08: Das dauert dann noch bis zu den Wirken sechs, sieben Wochen, wo ich dachte es geht nie weg!
00:53:12: Ich ersticke, ich schaff das nicht... Also da muss man auch einen langen Atem
00:53:16: haben.
00:53:17: Aber da hatte ich irgendwie Glück und hab keine Nebenwirkung zu beklagen.
00:53:24: Du hast gerade deine und meine Sehschwäche angesprochen.
00:53:27: Zu dem Thema gibt es auch eine schöne Aussage in deinem Buch, du sagst, deine Augen werden schlechter aber mein Blick schärfer und das ist ein wunderschöner Widerspruch.
00:53:37: mit diesem heute schärferen Blick was siehst du klarer?
00:53:40: Was du früher gar nicht gesehen hast?
00:53:43: mich selbst also du hattest ja eben auch gefragt wie kann man sozusagen die Disziplin der Gedanken üben?
00:53:56: Ich merke heute schneller, was ich empfinde und kann das auch wenn es denn Sinn macht.
00:54:02: Und empfehlenswert ist Artikulieren.
00:54:04: also mein Blick ist sehr scharf nach innen auch ungnädig und ja ungnähig versuche ich nicht.
00:54:11: aber nicht nur das Gute betreffend sondern natürlich auch dass wo Entwicklungsmöglichkeiten sind.
00:54:18: Aber ich schaue schon auch scharf in die Welt, was mir manchmal nicht so gut gefällt.
00:54:25: Also ich neige dann auch zum schnellen Urteilen.
00:54:32: Da möchte ich milder werden.
00:54:34: Andererseits... da schwank' ich so ein bisschen... andererseits habe ich natürlich eine gewisse Erfahrung, die einen ja befähigt schnelle Urteile zu treffen.
00:54:48: also Ich weiß diese Ampel springt gleich auf rot!
00:54:52: Da brem sich mal lieber!
00:54:56: Oder hier wird nie geblitzt, da kann ich auch mal mit sechzig durch die dreißiger Zone fahren.
00:55:01: Kinder das war nicht ernst gemeint.
00:55:02: Also letztlich Lebenserfahrung befegt einen ja auch zu kompetenten Entscheidungen.
00:55:06: also wenn ich einem Langweiler oder einer Langweilarin, die gibt es auch nicht so oft gegenüber sitze Ja warum sollte ich dann mich bemühen das Gespräch möglichst schnell zu beenden und denjenigen oder diejenige auch nicht wiedersehen?
00:55:20: Das klingt jetzt so hart aber ein bisschen ist es So, dass ich auch meine Zeit zu kostbar finde.
00:55:31: Dass ich möchte nicht mehr das man mich warten lässt.
00:55:34: Ich möchte nicht gelangweilt sein und es muss sich demjenigen gar nicht vorwerfen.
00:55:39: Vielleicht interessiert denen was anderes.
00:55:41: Hauptsächlich meistens Interessieren sich meine Gegenüber für sie selbst Und das möchte ich nicht mehr so Mitmachen!
00:55:50: Ich hab dann besseres zu tun.
00:55:51: und wenn's Netflix gucken ist schön gemütlich mit meinem Mann aufm Sofa oder ein Krimi lesen Da bin ich tatsächlich etwas ungenädiger geworden.
00:56:01: Ich versuche, gnädiger und milder zu werden mit den Menschen die ich liebe was auch nicht so leicht ist weil ich da natürlich einen exquisiten und genauen Blick für Schwächen habe.
00:56:11: aber mein Mann macht das gut der guckt weg bei Freunden wenn ihm was nicht gefällt.
00:56:19: es finde ich ganz toll.
00:56:22: Der folgt zum Beispiel manchen Freunden oder Menschen, die er mag, extra nicht auf Instagram.
00:56:28: Weil er ihm das vielleicht nicht gefällt wie sie sich da präsentieren.
00:56:31: Ich reg mich dann immer auch und hab gesagt, hast du gesehen was der gemacht hat?
00:56:33: Oder die gemacht hat ... Nee, ich will es auch nicht wissen.
00:56:36: Erzähl es mir bitte nicht!
00:56:38: Das mag ich also so ein äh... dass das Auge für die Schwächen der geliebten Menschen erblinden lassen.
00:56:48: Wenn du jetzt sagst, du magst das wäre es ja ein leichtes das zu adaptieren.
00:56:53: Das verhalten spricht den freunden die dich triggern zu entfolgen etc.
00:56:57: Aber ziehst du auch eine gewisse lebensenergie daraus dich manchmal über etwas aufzuregen?
00:57:02: oder ist das etwas was Du Was du aus deinem leben eliminieren möchtest?
00:57:05: nein dass möchte ich nicht möchte nur das richtige maß finden.
00:57:08: also Ich möchte dann die harmonie stören wenn es angebracht ist.
00:57:12: wann ist Harmoniestörung angebracht?
00:57:15: also zum beispiel bei Frauenfeindlichkeit, Rassismus auch ehrlich gesagt ein bisschen bei Langeweile.
00:57:25: Wenn der See zu glatt ist dann schmeiße ich ganz gerne mein Stein rein.
00:57:30: aber manchmal kann man auch an einem glatten See sich gut erholen und da gehe ich manchmal zu weit.
00:57:37: Ich habe neulich eine Bekannte gekränkt weil ich da sehr auf den Thema angesprungen bin in einer Frauenrunde Wo ich ziemlich bissig geworden bin, da ging es um den Erfolg von Frauen.
00:57:53: Und da fiel eben der Satz, die ist sehr erfolgreich und trotzdem sexy.
00:57:58: Und dann habe ich mich wie so ein Pitbull rein verbissen.
00:58:01: Warum ist das ein Widerspruch?
00:58:04: Und warum wird's erwähnt überhaupt sexiness?
00:58:07: Ist das ein wichtiges Attribut bei Frauen?
00:58:09: Da hätte ich ... Den Stein hätte ich nicht werfen müssen in denen.
00:58:17: Man muss nicht immer die Harmonie stellen.
00:58:18: Manchmal kann man es auch wegatmen und sagen, okay das würde ich gerne machen also Nicht immer aber manchmal
00:58:27: Verstanden So das erste Wort auf deinem Buch ist alt Und ich möchte ein bisschen über diesen Begriff von was Menschen auch damit verknüpfen Alt sprechen.
00:58:37: Ich habe ein paar Zitate rausgesucht.
00:58:38: Ich möchte einfach so vorlesen weil diese so wunderschön sind.
00:58:41: wie finde ich fühle mich alt und ich finde dass toll.
00:58:44: Das erst mal was, wo gerade Menschen die älter werden sofort vielleicht sagen würden geht mir ganz anders.
00:58:51: Wie kommt die zu dieser Aussage etc?
00:58:53: Ein besonders schönes Zitat.
00:58:55: das war in einem Fernsehinterview einer größeren Runde.
00:58:57: da sagtest du Du findest es eigentlich ein Skandal dass alt das negative Gegenteil von jung ist und Vielleicht kannst du mal so ein bisschen erklären.
00:59:10: Es könnte auf der einen Seite sagen, es ist nicht vermeidbar und deshalb probierst du jetzt Notgedrungen deinen Frieden mit diesem Konzept zu entwickeln.
00:59:17: Aber bei dir wirkt das irgendwie anders?
00:59:18: Es wirkt authentischer!
00:59:19: Also was hast Du über diesen Begriff und den Zustand des Altwerdens-Altseins vielleicht erkannt, was manche einfach noch nicht gecheckt
00:59:26: haben?".
00:59:27: Das ist mir tatsächlich erst beim Schreiben bewusst geworden also in dem Titel alt genug finde ich super.
00:59:33: Der Stand auch vorher.
00:59:35: mit meiner Lektorin Riccarda Saul zusammen Hab ich, wir haben so gebrainst da und irgendwann sage ich alt genug.
00:59:40: Und wir gucken uns dann und sagen ja wunderbar das ist es weil es ist so ein auch hat war sowas trotziges gegen zu alt Endlich alt genug.
00:59:49: Ich bin nicht zu alt für hohe Schuhe, ich bin alt genug Flache zu tragen.
00:59:53: Vor allem wenn ich da kurz einhaken darf... Als ich den Titel gesehen habe musste ich sofort als ich sechzehn wurde war ich alt genug in Kinofilme ab sechzen zu gehen.
01:00:01: das heißt in der Lebensphase empfindet man es als eine Aufwertung.
01:00:05: Es werden neue Möglichkeiten eröffnet und irgendwann dreht sich das Blatt ganz
01:00:09: genau so.
01:00:10: ja Und dieses Blatt wollte ich zurückdrehen und bin dann beim schreiben auf viel Altersdiskriminierung gestoßen, und zwar alltägliche Alters-Diskriminierungen zum Beispiel.
01:00:25: Als ich fünftig wurde und irgendjemandem sagte, ich bin jetzt achtundfünfzig Jahre alt, dann sagt er, nein, nein das darfst du nicht sagen!
01:00:31: Du musst sagen, du bist achtund fünfzig jahre jung.
01:00:35: Und das verärgert mich weil eben genau darin steckt alte schlecht und jung ist gut.
01:00:40: warum denn eigentlich?
01:00:44: nur weil junge Menschen mehr Leben vor sich haben.
01:00:47: Letztlich ist doch, finde ich, darf man mir auch Respekt zollen?
01:00:53: Weil ich schon so viel leben ... Soviel in Anführungsstrichen, wenn siebzigjährige zuhören, die tippen sich an die Stirn aber immerhin!
01:01:00: Weil Ich schon so viele Leben hinter mich gebracht habe, Erfahrungen gesammelt habe im besten Fall klüger geworden bin.
01:01:07: und auch dieser Ausdruck, naja Hauptsache du fühlst dich innerlich jung oder man is so alt wie man sich fühlt.
01:01:15: Als ich jung war, war ich ja total doof.
01:01:19: Ich hatte doch von nichts ne Ahnung.
01:01:20: Glaubte aber, ich hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen und hab mich so leicht beeindruckt lassen und auch einschüchtern lassen gerne von Männern, die wenig gesagt haben wo ich immer dachte ohja sehr tiefgründig meistens hat mir einfach nicht zu sagen Also diese ganzen... man braucht doch Zeit umzureifen.
01:01:39: Man kann nur mit der Zeit reifen Und ich weiß dass das irgendwie kleinlich ist zu sagen, ach du fühlst dich innerlich jung.
01:01:47: Ja, das ist wie schade und hast du dich ja seit deinem fünften Lebensjahr nicht weiterentwickelt?
01:01:51: Ich weiß ja was damit gesagt wird aber da ich ja eine Liebhaberin der Sprache bin und da sehr präzise bin sag' ich mittlerweile an guten Tagen fühle ich mich älter als ich bin nämlich klüger weiser reifer gelassener trotzdem neugierig aber eben gepaart mit Erfahrung.
01:02:11: Das sind die guten Seiten des Innerlich-Altwerdens.
01:02:15: Und genau dieses sich innerlich jung fühlen, ist doch eigentlich genau das was man nicht mehr soll.
01:02:21: Äußerlich jung fühlen!
01:02:22: Das ist toll wenn man irgendwie.
01:02:24: ich musste jetzt neulich über eine Mauer springen.
01:02:26: wir waren in ein Hotel eingebrochen meine Freundin und ich und kam nicht wieder raus also auf das Gelände eingebrochene.
01:02:34: da dürfen nur Hotelgäste rein und die Tor.
01:02:37: das Tor stand offen und wir sind durchgelaufen und kam uns unheimlich verwegen vor kam aber nicht wieder zurück, weil man kam auch nur mit Zimmerkarte raus aus diesem Gelände.
01:02:48: Mussten wir also über so eine Mauer klettern und dann hinten runterspringen?
01:02:51: das ganze ist jetzt zehn Tage her.
01:02:52: ich habe immer noch Beschwerden.
01:02:55: da würde ich mich gerne jünger fühlen beim Überklettern einer Mauer.
01:02:59: Aber innerlich möchte ich achzig sein.
01:03:04: Hast du eine Idee?
01:03:05: Du hast ja auch mit vielen Menschen gesprochen warum all so ein so negativ konnotiert und belegt ist in der Gesellschaft insgesamt?
01:03:14: Ja, weil es einerseits natürlich man immer wenig dem fatalen Schönheitsideal von Jugendlichkeit und Fruchtbarkeit entspricht.
01:03:26: Das ist eben ja der äußere Verfall, der nicht gern gesehen wird insbesondere eben leider bei Frauen.
01:03:33: dann der körperliche Verfall, über den freue ich mich auch nicht.
01:03:36: Nicht über die Falten stören mich nicht aber natürlich eben was sie gerade sagt Ich würde gerne behände wie ein junges Reh über die Mauer springen.
01:03:45: oder naja, ich merke natürlich dass meine Kräfte nachlassen und dadurch das da auf der Fokus liegt werden ja die wirkliche Früchte des älterwerdens Weisheit Gelassenheit, Lebenserfahrung.
01:04:08: Die treten so in den Schatten und das tut mir unheimlich leid.
01:04:13: erstens dass das nicht gewürdigt wird.
01:04:15: und zweitens weil es eben so viele Menschen Frauen insbesondere deren Konzentration sehr auf das äußere lenkt Und das tut mehr wirklich weh das zu sehen.
01:04:28: Das ist ein schwieriges Thema für mich weil man soll ja soll ja jeder nach seiner Fassung glücklich werden sagt man immer so.
01:04:34: und trotzdem Wenn ich Frauen sehe in Filmen, meistens amerikanische Filme.
01:04:48: Die vierzigfünfzigsechzig sind und ihre Gesichter nicht mehr bewegen können.
01:04:53: Und die sind Schauspielerin!
01:04:56: Und daneben steht ein Kollege der ist gleich alt und der runzelt die Stirn und er lacht und legt sein Gesicht in Falten und kann dieses Werkzeug benutzen.
01:05:06: Das ist ja seinen Beruf.
01:05:08: da blutet mir das Herz, dass ich denke wie auch was für einen falschen Weg sind wir da.
01:05:13: oder ich habe jetzt im Moment sieht man ja demimur auf den roten Teppichen stehen.
01:05:23: Mit einem skilitierten Körper.
01:05:25: nichts daran ist definiert oder lecker oder gesund wird aber so gepriesen wow!
01:05:36: Was für ein definierter Körper mit einem alterslosen Gesicht.
01:05:42: Und mir läuft's kalt in Rücken runter, ich möchte kein Body-Shaming betreiben aber ich möchte sagen dürfen dass das bestimmt ja unsere Sehgewohnheiten.
01:05:53: und jetzt folge ich Rachel Ward manche werden sie noch kennen als die Schönheit aus Dornenvögel.
01:06:02: Mit Father Ralph!
01:06:04: Genau, ach herrlich du erinnerst dich Wenn man diese beiden Frauen nebeneinander sieht, diese strahlende Rosine, die lebt auf einer Farm in Australien glaube ich und ist – Ich glaub sie ist noch älter als Demi-Mur.
01:06:25: Das ist für mich eine schöne Frau weißharig mit funkelnden Augen zwischen diesem gegärbten Geschichten erzählenden Gesicht.
01:06:35: das entspricht meinem Schönheitsempfinden Und ich möchte das sagen dürfen.
01:06:42: Ich hoffe, ich darf das sagen ohne unsolidarisch zu wirken aber ich möchte dass B und letztlich auch verurteilen dürfen – ich mag es nicht sehen die bewegungslosen Gesichter und das tut mir leid dass das als vorbildhaft wahrgenommen wird.
01:07:05: Und ich hatte vor kurzem einen Dermatologie-Professor hier im Volker Steinkraus.
01:07:10: Ja, den kenn' ich!
01:07:11: Ein fantastischer Experte aber auch jemand der aufs Leben guckt.
01:07:15: Der
01:07:15: ist super so emotional und toll... Absolut.
01:07:17: und er sagt ja auch es tut ihm selber leid wenn Menschen zu ihm kommen und er sieht dass das was sie von ihm jetzt erwarten oder anfragen sie sicher nicht glücklich machen wird Sie keinen Schritt weiter zu ihren Zielen führen wird.
01:07:30: Was kannst du jetzt aus deiner Lebensmitte?
01:07:34: Jüngeren Frauen, die vielleicht zehn, fünfzehn Jahre jünger sind und sich jetzt an der Wegscheide sind.
01:07:38: Und sagen, ich sehe links und rechts wie Kolleginnen, sich Botox spritzen oder die Lippen für euch.
01:07:43: Ich kenne mich im Detail nicht aus mit den Dingen auf Social Media sieht man es.
01:07:47: Schauspieler leben das vor.
01:07:49: Wie kann man diesen diesem Druck aus der Gesellschaft dieser vermeintlichen Versuchungen widerstehen?
01:07:56: und was kann man da an Gedanken, an Selbstwert etc.
01:07:59: dagegen halten um wenn man es eigentlich nicht will aber sich irgendwie so dahingeschoben fühlt?
01:08:05: Ja
01:08:05: wir leben ja nicht nur für uns und auch die Frauen die behaupten sie machen das nur für sich niemand macht irgendetwas nur für Sie.
01:08:12: auch meine Entscheidung an meinem Gesicht nichts mehr machen zu lassen ich habe ja auch Botox gespritzt und so als selbstversuch für ein Buch aufgespritzt.
01:08:23: Es ist ja auch eine Entscheidung, die ich innerhalb dieser Gesellschaft relativ bewusst treffe und es klingt so banal.
01:08:31: Ich würde den Menschenraten setzt auf eine andere Karte.
01:08:39: für mich ist Schönheit Menschlichkeit Klugheit Reifen wollen Entwicklung zulassen.
01:08:50: Aber das ist auch, dass es so leicht gesagt wenn man unter Druck steht oder womöglich in einem Beruf ist wo man keine Jobs mehr kriegt.
01:08:56: Wenn man mit vierzig wohl möglich aussieht wie vierzig skandalös.
01:09:01: Deswegen Möchte ich da nicht so alt genug daher reden weil ich den druck verstehe unter dem viele stehen.
01:09:09: aber wenn sie Nicht äußerlich unter druck gesetzt werden setzt euch bitte nicht innerlich unterdruck.
01:09:14: macht euch das leben nicht noch schwerer als es ohnehin schon ist.
01:09:19: die falten sind das geringste Problem, was ihr haben werdet wenn ihr älter seid und sich darum dann nicht kümmern zu müssen oder es auch nicht so schwerzunehmen.
01:09:30: Das ist total erleichternd!
01:09:32: Und das spart Zeit.
01:09:33: also dieses Sich zurecht machen und zurechts zorren ich habe im Moment mache ich so eine Verschrumpelungsphase durch hab ich den Eindruck Ich werde...ich sehe in den Spiegel und denke ich die sah doch gestern noch anders aus.
01:09:46: Das sind doch wieder irgendwie etwas wutzligger geworden.
01:09:50: Ich hab gelesen, dass das tatsächlich in so Schüben manchmal kommt.
01:09:53: Und dann stand ich gestern ... Ist ja jetzt Sommer?
01:09:57: Da hat er gesagt, also... Das ist dieser Arm!
01:09:59: Es ist ganz schön faltig geworden über Nacht und es klingt jetzt wirklich doof und es ist auch an anderen Tagen anders.
01:10:08: aber gestern habe ich mich gefreut weil ich dachte herrlich jede Falte mehr katapultiert mich weiter aus diesem Zirkus heraus, an dem ich sowieso nie teilnehmen wollte.
01:10:20: Wer ist die Schönste?
01:10:21: Wer isst die Jüngste?
01:10:22: wer ist die Dünnste?
01:10:24: Da ist man ja automatisch drin wenn man jung ein bisschen hübsch ist und sich mit selbst Mühe geben möchte.
01:10:34: Und ich dachte... Ich hab mich darüber gefreut als ich schwanger wurde zum Beispiel.
01:10:43: Da habe ich mich auch gefreut, weil das hat einen ähnlichen Effekt.
01:10:46: Dann bist du ja nicht mehr dünn automatisch und da hast Du Wassereinladungen, Einlagung... Was weiß ich?
01:10:53: Auch noch mit einem guten Grund vermeintlich!
01:10:57: Aber das Altwerden ist genau so ein guter Grund, faltig zu sein, hutzlig zu sein.
01:11:02: Wie Kinder kriegen?
01:11:02: Fröhliche Rosinen wie Kinder kriegen!
01:11:05: Mein Körper hat Kinder gekriegt und als ich schwanger war, war auch nicht mehr in diesem Zirkus der Schönheit, habe ich es sehr genossen.
01:11:11: Und jetzt bin ich alt und im Bauch sieht man das an und meinen Armen und meinem Gesicht.
01:11:16: und genau wie du sagst Das ist ein gutter Grund nicht mehr diesen eh völlig bescheuerten Schönheitsidealen zu entsprechen.
01:11:26: Auch dazu gibt es ein schönes Zitat aus deinem Buch, wo du sagst ich empfinde es als enorme Erleichterung dass sich nicht mehr gefallen möchte.
01:11:33: Nicht nur Männern nicht sondern auch insgesamt Menschen nicht.
01:11:38: Ich würde aber sagen, das passiert nicht automatisch.
01:11:40: Also manchmal liest sich dein Buch so, wenn ich eine Sache gar nicht kritisierender einordnen, dass es so eine automatische Funktion des Älterwerdens ist.
01:11:48: Aber das ist es nicht!
01:11:49: Weil viele Menschen die sind heute seventy-fünfundsiebzig und sind immer noch in diesem Modus gefallen zu müssen.
01:11:54: Häufig Männer, mächtige Männer, die da sicher noch nicht angekommen sind... Was kannst du Menschen in diesem Alterungsprozess mitgeben?
01:12:05: Dass das auch passiert, dass sie die Chance nutzen.
01:12:08: Die Falten am Arm eben so einzuordnen wie du und nicht nur noch lang zu tragen und das kaschieren und jenes wegschneiden und sich hier noch kleiner machen.
01:12:17: Also wie ist es dir gelungen, das Gleis als Chance zu nutzen?
01:12:22: Das ist eine gute Frage weil tatsächlich soll es nicht so klingen im Buch.
01:12:26: vielleicht klingt es manchmal so also würde das von selbst passieren.
01:12:30: Man wird älter mit der Zeit, automatisch aber nicht unbedingt reifer und klüger.
01:12:34: Und das ist schon auch eine Frage wieder der Verantwortungsübernahme, dass man sich nicht versäumt zu entwickeln und was immer man dafür tun mag.
01:12:48: Ich hab ja viel Therapie gemacht, ich habe viele Seminare besucht ... Also gar nicht, weil ich mich krank fühlte.
01:12:59: Sondern weil ich interessiert bin an Kindheitserinnerungen und Einordnung, an Psychologie generell.
01:13:05: Ich tausche mich intensiv aus mit klugen- und lebenserfahrenen Menschen.
01:13:11: Ich habe einen sehr unbequemen Mann, an dem ich mich reibe und der mich auch einfach so sein lässt wie ich bin sondern manchmal sagt das und das gefällt mir nicht hinhören, Kritik zulassen.
01:13:27: Selbstzweifel finde ich wichtig, solange sie einen nicht lähmen.
01:13:31: Das ist leider bei Frauen auf der Fall aber das an sich Zweifeln empfinde ich als produktiv.
01:13:37: also dass ich denke diese Äußerung war die wirklich so klug oder dieser Gedanke denkt ist er schon zu Ende gedacht.
01:13:48: Also ich liebe meine selbst zweife weil sie mehr entwicklung ermöglichen und wenn ich mich in der welt umschaue schaue in wessen Händen teilweise die Regierung gelandet sind, dann sind das oft Männer ohne Selbstzweifel.
01:14:05: Und die machen mir Angst!
01:14:07: Die sind im schlechtesten Fall wenn sie Macht bekommen richtig gefährlich.
01:14:11: und das mag ich an Frauen.
01:14:13: Ich habe den Eindruck dass Frauen viel interessierter sind an Selbstentwicklung.
01:14:19: Ich war auf so vielen Seminaren da waren so wenige Männer sei es das Schreibseminar oder das eben psychologische Seminar.
01:14:30: Ich denke, wo seid ihr denn Männer?
01:14:31: Glaubt ihr wirklich, ihr seid gut so wie ihr seid?
01:14:34: Nee da gibt es auch noch Luft nach oben.
01:14:36: und also alt werden allein reicht nicht.
01:14:40: man muss sich selbst entwickeln.
01:14:45: Und auch hier beobachte ich einfach, geht ja generell um Lernen im weitesten Sinne.
01:14:50: Das ist das Leben lernen aber auch um Fähigkeiten.
01:14:52: Es wird viel über künstliche Intelligenz et cetera gesprochen.
01:14:55: Ich treffe Menschen die sind fünfzig und sagen es mir zu komplex mittlerweile da bin nicht raus so und es generell.
01:15:01: ich treffe viele Menschen die vermeintlich im leben irgendwas geschafft haben oder ein gelingendes leben haben.
01:15:07: und Ein element was sich immer durchzieht ist diese nach wie vor also ins hohe alter wehrende bereitschaft zu lernen entwickeln, sich nicht auszuruhen.
01:15:16: Nicht die Neugier zu verlieren und sich nicht hinzusetzen und zu sagen so wie es die letzten dreißig Jahre funktioniert hat – so muss das auch für den Rest!
01:15:23: Und so erlebe ich dich heute auch, dass du diese Neugiere, diese Lernbereitschaft dir gegenüber hast aber eben auch der Welt gegenüber.
01:15:30: Ja ein?
01:15:30: Ich möchte dich bei einem korrigieren klingt überheblich.
01:15:35: Möchte ich wirklich widersprechen wenn du sagst nicht Ausruhen.
01:15:38: Ausruhn ist so wahnsinnig wichtig?
01:15:39: damit tue ich mich zum Beispiel schwer.
01:15:42: Ich denke immer ich muss effektiv sein Und ich hab halt auch keinen Job, der um fünf ... Wo ich wirklich sagen kann.
01:15:50: Jetzt ist Feierabend!
01:15:51: Das beneide ich manchmal.
01:15:53: Ich arbeite eigentlich immer.
01:15:55: Wir nehmen heute Samstag auf für die Menschen?
01:15:57: Für mich selbstverständlich, für dich anscheinend auch.
01:16:00: Eigentlich wie schade, dass wir kein Wochenende haben.
01:16:03: Morgenabend trete ich auf.
01:16:05: Gleichzeitig ist es eine Form von Freiheit.
01:16:08: Aber ich finde schon, bei bewährtem bleiben darf.
01:16:13: Als älter werdender Mensch, als man sagt das ist etwas... Das hat sich für mich bewährt.
01:16:19: oder hier brauche ich Ruhe.
01:16:21: Ich brauch eigentlich viel mehr Ruhe, als ich mir erlaube.
01:16:26: Rückzüge die ich planen muss.
01:16:29: wo ich sage, das Handy ist jetzt mal sechs Tage weg Instagram so damit gebe ich mir wahnsinnig viel Mühe dass meine sozialen Medien auch sozial bleiben Aber es zehrt auch an meinen Kräften.
01:16:41: Also den Rückzug von der Arbeitswelt, von der digitalen Welt hin ins Analoge in die Natur, in den Schoß der Freundinnen oder der Familie – ich muss mir das verordnen und das ist glaube ich auch frühzeitig wichtig dass man sich diesen Rückzugsraum an dem nämlich genau alles so bleiben darf, wie es ist für diese Zeit.
01:17:02: Wo man nicht neugierig sein muss, wo man den Bauch nicht einziehen muss und wo man nicht auf den Fitnesschecker gucken muss.
01:17:09: Oh wey oh wey.
01:17:10: jetzt muss ich aber also ich muss noch tausend Schritte machen heute das alles hinter sich lassen.
01:17:16: Das finde ich mindestens so wichtig wie neugielig bleiben ist bleiben dürfen ausatmen und dann kann man auch wieder tiefer einatmen.
01:17:25: Das macht hochgradig Sinn und sollte auch nicht das Ausschließen der Ruhe sein.
01:17:30: Damit verdiene ich ja hauptsächlich mein Geld, Menschen die gestresst sind sozusagen zu helfen in die Erholung wiederzukommen.
01:17:36: Vielen Dank für die wichtige Richtigstellung!
01:17:39: Ich möchte noch ein paar Klassiker blockbuster Stories aus deinem Buch noch rauspicken.
01:17:47: du hast ja einige Experimente gewagt.
01:17:51: Du hast dich aus deiner Komfortzone rausentwickelt, um Ängste zu überwinden, um das Leben mit weiteren Erfahrungen zu bereichern und wir gehen nicht alle durch.
01:18:01: Über viele hast du auch schon an anderer Stelle gesprochen.
01:18:03: Du warst bei Germany's Next Top Model, du warst auf dem Wacken-Festival, du was auf dem Greater Festival... Das ist für die, die es nicht kennen so ein Selbstentwicklungsfestival mit fünfzehntausend Menschen.
01:18:15: Du bist allein nach New York für eine Woche wovor ich von der ganzen Liste den größten Respekt hatte, weil ich sehe da wie gesagt meine Mutter die sich wahrscheinlich, sie wird dieses Interview oder das Gespräch auch hören.
01:18:28: Ich hoffe ich trete jetzt nicht zu nahe aber wahrscheinlich nicht mehr in ein Flugzeug nach New York setzen möchte
01:18:33: und
01:18:34: Das ist auch okay völlig okay.
01:18:36: Aber deshalb kann ich diese Leistung Wahrscheinlich als einer der wenigen adäquat einordnen was es bedeutet Nicht nur einen Langstreckenflug sondern alleine Und vor Ort auch noch alleine klarkommen.
01:18:48: Ja, nein.
01:18:49: Ich will deiner Mutter eine kurze Geschichte erzählen.
01:18:50: Ja ich war in New York und wollte zu Fuß über die Brooklyn Bridge gehen.
01:18:54: Die ist knapp zwei Kilometer lang und ich bin nach hundert Metern umgekehrt weil ich es nicht geschafft habe.
01:19:00: also das vielleicht zum.
01:19:03: Also zur Beruhigung auch in dem was ich erreicht hab waren immer Momente des Scheiterns in Begriffen
01:19:10: Aber dennoch eine große Leistung.
01:19:12: Was hat denn deine Angst gesagt, als sie dich auf einmal in New York gesehen hat?
01:19:17: Wie war dein innerer Dialog?
01:19:20: Bist du vor Stolz geplatzt oder war es trotzdem in jeder Minute ein Kämpfen und eher einen anstrengenden Erfahrung?
01:19:25: Also wie war's dann tatsächlich?
01:19:30: Die größte Sehenswürdigkeit in New-York war ich... mich die ganze Zeit so gefreut.
01:19:38: Nicht weil ich New York so toll fand, sondern weil ich mich tatsächlich so toll fand.
01:19:42: Ich ging durch diese Straßenschluchten, die mir früher Angst gemacht hätten.
01:19:46: Ich war auf keinem Hochhaus und bin nicht über die Brooklyn-Bidge gegangen.
01:19:52: Aber ich war in New York und ich war so begeistert von mir.
01:19:57: Und ich habe so lustige Sachen gemacht.
01:20:01: Im Pro-Theaterkurs am Abend, wo ich eine Bettpfanne gespielt habe auf Englisch.
01:20:06: Deutsche Bettpfannen mit Heimweh.
01:20:08: Das muss man sich auch erst mal trauen!
01:20:12: Ich hab fremde Leute angesprochen ob ich sie fotografieren darf.
01:20:16: Ich habe mich versucht vertraut zu machen aber ich habe mich die ganze Zeit gefeiert und irgendwie dachte ich wenn ich nach Hause komme werde nicht mehr derselbe Mensch sein.
01:20:27: das stimmt ja nicht.
01:20:29: Das wäre meine nächste Frage gewesen, weil ich habe auch die eine oder andere Angst.
01:20:32: Und wenn ich mich dann mal durch einen Durchgekämpftung gearbeitet habe...
01:20:36: Magst du mal sagen was für eine zum Beispiel?
01:20:39: Also Briefkasten lassen wir schon.
01:20:40: Eine ist muss man ein bisschen ausholen.
01:20:43: Ich hab früher Tennis gespielt.
01:20:45: Ich wär fast Profi geworden und bin aber immer im Wettkampf unter meinen Möglichkeiten geblieben.
01:20:53: Ich war der berühmte Trainingsweltmeister, heute weiß ich dass mein Nervensystem immer chronisch überreizt war und um gut Tennis zu spielen muss die Muskulatur, muss locker sein, um die Koordination etc.
01:21:06: alles richtig ansteuern zu können Und in der Zeit auch.
01:21:09: das kann ich heute mit viel Selbstreflektion auch Therapie etc.
01:21:12: sagen bin ich konditioniert worden nicht zu verlieren.
01:21:17: meine Konditionierung ist nicht ich möchte gewinnen.
01:21:20: Es war immer eine Vermeidung des Verlustes.
01:21:22: Interessant,
01:21:22: ja!
01:21:23: Weil der Verlüst war mit Emotionen und verschiedenen Dingen verknüpft.
01:21:27: Und diese Grundeinstellungen habe ich in meiner Zeit als Unternehmensberater, in meine Zeit als Managerin, es war immer die Niederlage zu vermeiden.
01:21:38: Das heißt jeder Morgen ist erstmal eine Gefahr.
01:21:40: Also eigentlich eine Negativmotivation?
01:21:42: Absolut, das
01:21:43: heißt... Am Ende, an schlechten Tagen ist jede E-Mail die ich schreibe.
01:21:47: Jeden Post den ich mache jedes Gespräch was ich vorbereite ist nicht verlieren zu wollen.
01:21:53: Gar nicht aus einem kompetitiven Gedanken weil es gibt ja niemandem gegen den ich gewinne.
01:21:57: aber es kann sein dass ich mir wirklich schwer ture so ein Gespräch vorzubereiten.
01:22:02: Weil das als meine Default, meine Standard Einstellung im Nervensystem verankert ist.
01:22:07: und es gibt Tage und Wochen wo ich sage Ich hab's einfachste Leben was es gibt Und an anderen Tagen und Wochen fühlen sich die gleichen Aktivitäten wie Gegenwind, Mitrucksack und allem an.
01:22:18: uns kostet mich wahnsinnig viel Energie.
01:22:21: Der Ausweg für mich ist Mentaltraining.
01:22:24: Ich hab sehr genossen, was du über Gedankendisziplinen gesagt hast, weil am Ende wenn ich mir wieder die Realität einordne ... Wenn ich mir sage wie oft immer das schon gelungen ist
01:22:33: etc.,
01:22:33: wenn ich einfach meine Amygdala, das Angstzentrum im Gehirn, wenn ich ihr mit meinem Präfrontalkortex, mit Argumenten den Gegenspieler liefe dann ist es wieder Ruhe.
01:22:45: Aber wenn ich mal aus Zeitmangel, aus Stress und viel Reisen dieses Gedankentraining, dieses Mentaltraining vernachlässige dann kommen weder die alte Stärke.
01:22:54: Dann läuft die Amygdala wieder zur Hochform auf und macht mir das Leben schwerer als es eigentlich sein müsste Und deshalb habe ich wenige von diesen Akuten.
01:23:03: Bei mir ist nicht der Tunnel oder die U-Bahn, sondern es ist etwas sehr Generelles an Einstellungen was sich bei fast jeder Aktivität vor allem im beruflichen Kontext gar nicht im privaten aber in beruflichem Kontext äußert Wo es nie passiert, zum Beispiel ist ich da viele Reden halten als Vortragsredner.
01:23:21: Auf der Bühne fühle ich mich wohl.
01:23:23: Da is Ruhe im Kopf!
01:23:24: Ich hab kein Lampenfieber das ist für mich... Könntest
01:23:27: du denn da nicht auch verlieren?
01:23:29: Da könntest du ja wirklich verlieren in dem Sinne von du kriegst keinen Ton und rauskriegs keine Luft mehr.
01:23:34: Das sind die Sachen, die ich mir vorstelle.
01:23:36: Und da sieht man wie irrational das Ganze funktioniert.
01:23:39: Auch wenn sich das Buch mit hohem Zeitdruck fertig geschrieben hat also wenn's wirklich drauf ankommt dann kommen in so ein Tunnel, wo absolute Ruhe herrscht.
01:23:49: Denn bei mir ist es wenn viele Einflüsse, wenn ich viele Bälle in der Hand halten muss und die Prioritäten vielleicht nicht ganz klar sind dann ist in meinem Gehirn so viel los dass da Chaos entstehen kann.
01:24:01: aber wenn Klarheit ist, wenn hoher Druck da ist dann komme ich zur Ruhe.
01:24:07: also ich liebe Hochdrucksituationen
01:24:09: und das
01:24:10: natürlich nicht nachhaltig.
01:24:11: man kann nicht sein ganzes Leben so verbringen.
01:24:13: Da ist ein externes Event, ob es Zeitdruck oder was auch immer so präsent.
01:24:19: Dass die Ängste völlig in den Hintergrund
01:24:20: treten.
01:24:21: Ja ja.
01:24:24: Dazu hat mir mal jemand ein schönes Bild gesagt – das ist wie auf einer Hundewiese!
01:24:28: Also dass die Gedanken wir Hunde herumstreuen... Und wenn sie überhaupt nicht unter Kontrolle kriegt, aber das was du beschreibst ist eigentlich unter Druck und der Hund ist an der Leine.
01:24:38: Und zwar geht bei Fuß.
01:24:40: Genau!
01:24:40: Der geht so richtig bei Fuß dann... Ja.
01:24:42: Und
01:24:42: da ist einfach nicht so viel Raum für hier mal schnüffeln, damals schnüpfeln und das Beinchen heben und den Hünden hinterherlaufen.
01:24:50: An der Leinen gehen, denen Gedanken an die Leine nehmen.
01:24:52: Ja
01:24:52: und deshalb Gedankendisziplin.
01:24:54: ich habe es noch nie mit dem Wort Disziplin weil das für mich nicht nur positiv verknüpft ist Die Gedankensteuerung.
01:25:00: Wir können als Menschen und dieses Tool nutzen, die wenigsten.
01:25:03: wir können immer den Gedanken bestimmen, denen wir denken.
01:25:06: Wenn wir ihn nicht bestimmen dann kommen eigene, nicht immer die besten oder die schönsten.
01:25:11: aber wenn wir es erkennen, können wir immer wieder einen wissentlich einen Gedanken drauflegen.
01:25:15: Ich finde
01:25:15: das aber nicht einfach.
01:25:17: Nee überhaupt nicht!
01:25:18: Das ist eine Lebensaufgabe?
01:25:19: Ja ist ne Lebensaufgang.
01:25:20: Das finde ich muss man dazu sagen... dass diese Gedankendisziplin oder Gedankenkontrolle wirklich eine Lebensaufgabe ist.
01:25:28: Natürlich verstehe ich jeden und jede, die nachts wach liegt weil die Hunde von der Leine gegangen sind und Wuseln überall rum.
01:25:36: das ist wirklich eine Aufgabe fürs Leben
01:25:39: Und sie braucht Zeit.
01:25:40: Wenn man die wenigen Freiräume, die Menschen, die Berufstätik und Familie haben eben am Handy oder vor Netflix verbringt was natürlich kurzfristig mit einem Gläschen Wein die viel befriedigender und einfacher Lösung ist dann wird man nicht besser in der Gedankensteuerung und dann holt es einen eben nachts um drei oder beim Einschlafen oder wie auch immer viel eher ein.
01:26:00: Aber das zeigt und du bist ein schönes Beispiel dafür Es geht wenn man bereit ist diesen Weg zu gehen.
01:26:05: Nicht jeder will den gehen nicht jeder muss ihn gehen.
01:26:07: Aber wer möchte?
01:26:09: Du bist eine Inspiration, dass es geht.
01:26:12: Ich möchte gegen Ende noch ein Kapitel rausnehmen weil wir es vorhin jetzt reden über Gedankensteuerungen die den nächsten würden sagen das hat ja schon viel mit Persönlichkeitsentwicklung vielleicht sogar selbst Optimierung zu tun und du warst eben auf diesem Festival.
01:26:26: was von Greater veranstaltet wird kann man im Buch sehr humoristisch wie ich finde nachlesen.
01:26:31: du bist da mit fünfzehntausend Menschen Befremdlich, weil es fast aus deiner Sicht secktenartig dazugeht und jemand vorne sagt was man denken soll.
01:26:44: Was man sein soll liebe dich selbst du bist ein Gewinner etc.
01:26:47: so das sind natürlich alles Dinge die grundsätzlich im richtigen Rahmen etc.
01:26:52: Sinn machen.
01:26:53: aber Du hast sich da wie gesagt ein bisschen unwohl gefühlt und Das ging ja auch alles zu weit.
01:27:01: Kannst du für die Menschen, die da nicht so differenzieren zwischen dem was du jetzt in deinem Leben geschafft hast?
01:27:06: Was ja auch selbst, ob nicht Selbstoptimierung Arbeit an sich selbst bedeutet ist.
01:27:13: Wie du den Weg gefunden hast der für dich passt und eine anderen Stelle die das vielleicht ähnlich wie Du befremdlich finden sich in der Halle zu stellen und sich von irgendjemandem Die Gedanken vorgeben zu lassen?
01:27:22: Ja Das war für mich wirklich ne befremdsliche Erfahrung Und ich bin keine Freundin von Selbstoptimmierungen und eingeforderte Selbstliebe.
01:27:33: Und ich muss mich auch nicht schön finden, wie mir das da eingetrichtert
01:27:37: wird.".
01:27:38: Jetzt schreien wir alle, du bist ein Gewinner!
01:27:42: Gebt euch einen High-Five... Ich hab in meiner Show zum Buch mache eine Parodie.
01:27:48: Also ich trete auf als eine Speakerin mit Cappy & Blazer ...
01:27:52: Und
01:27:53: ich sag... Bist du geil auf Veränderung?
01:27:57: Seid ihr geil auf
01:27:58: veränderungen?!
01:27:59: Und der Saal tobt und es ist im Grunde keine Parodie.
01:28:04: Ich habe das, ehrlich gesagt so erlebt.
01:28:09: Im Hintergrund spielt Sing Hallelujah!
01:28:13: Und das Lustige ist, dass diese Parodie eigentlich keine ist.
01:28:15: Ich empfinde es noch nicht mal als übertrieben.
01:28:17: was ich da auf der Bühne mache wirkt irgendwie auch.
01:28:19: also die Leute stehen auf und singen und ja ich bin ein Gewinner sie machen sich lustig und trotzdem entsteht eine wahnsinnige Power dadurch einen Wort was ich auch nur auf der bühne benutze Es gibt das schöne wort Energie Und ich mag diese Szene nicht.
01:28:37: Im Buch habe ich einen Begriff erfunden, auf den ich stolz bin.
01:28:40: Ich nenne es das Optimismus Tourette.
01:28:43: Harald Schmidt hat einen ganz tollen Begriff geprägt nämlich das Flachland des Optimismus und das ist eine, ich finde fast eine Form von Unmenschlichkeit.
01:28:59: Natürlich darfst du scheitern, aber du darfst nie aufgeben.
01:29:02: Du musst immer wieder aufstehen!
01:29:04: Und so ist das Leben nicht.
01:29:07: Manches von uns bleibt liegen, zerschmettert.
01:29:11: Es gibt Wunden die schließen sich nicht.
01:29:16: Es gibt Dinge an denen wir scheittern.
01:29:18: es gibt Träume Die sich nicht verwirklichen lassen.
01:29:23: Du kannst nicht alles erreichen.
01:29:25: Deine Träume werden wahr, ich meine abgesehen davon dass es ganz schön ist das manche träume nicht war werden Ist es auch nicht realistisch.
01:29:34: und Auch diese geforderte selbstliebe.
01:29:38: Was soll denn das sein?
01:29:39: Ich bin sicher Donald Trump liebt sich selber sehr.
01:29:42: Das sind diese Menschen die dann auch den Selbstzweifel verlieren.
01:29:48: Es gibt doch etliches an jedem von uns Wo echt noch ein bisschen was zu tun ist?
01:29:54: Wir haben schlechte Charaktereigenschaften.
01:29:56: Ich neige manchmal zu Neid, ich bin Neide Heidi Klum weil auf Instagram kocht die sich immer leckere Suppe und ist immer fröhlich Ist doch keine schöne Eigenschaft von mir.
01:30:09: Also so diese Selbstliebe als.
01:30:13: Manchmal muss man es einfach nur mit sich aushalten und hat damit schon genug zu tun.
01:30:20: mag das nicht, ich empfinde Optimismus als oberflächlich und daran ist mir gelegen.
01:30:31: Darf ich da kurz einhaken?
01:30:32: Weil sagst du, Optimismus ist dir zuoberflächlich.
01:30:36: Was ist die Alternative, die du für dich wählst wenn Optimismus für dich ober flächlich bedeutet?
01:30:41: denn viele würden sagen einen eher positiv getrübter Blick aufs Leben ist doch etwas eher Schönes
01:30:50: ja aber er macht auch unrealistisch.
01:30:57: Und er, ich mag den Begriff der ist von Arnold Retzer, der heißt resignative Reife.
01:31:08: Darin steckt Resignation aber auch Reife und ich mag es wenn man der Realität erlaubt auch anders zu sein als man sie sich mal vorgestellt hat.
01:31:19: denn so wird es kommen!
01:31:22: Meine Kinder sind nicht genauso wie ich sie mir gewünscht habe.
01:31:26: Ich weiß nicht, ob du Kinder hast.
01:31:27: Deine sind's wahrscheinlich auch nicht!
01:31:29: Mein Partner ist oft nicht so wie mein Traumpartner.
01:31:35: Wenn man zu sehr in seinen Träumen verhaftet ist und in diesem Optimismus dann ist das eigentlich eine Degradierung der Realität und auch einen sich nicht abfinden wollen womöglich, nicht resignieren wollen an der richtigen Stelle.
01:31:51: Und das gefällt mir gut dass man sich erlaubt Und das ist gar nicht so leicht, dass man der Realität erlaubt real zu sein.
01:32:01: Das es manchmal so hart und das nicht in jeder Krise eine Chance steckt.
01:32:07: Dass dieses Leben aus Gleichzeitigkeit besteht... Ich bin ja hier zu Gast in München und wie immer das so ist wenn man durch ne fremde Stadt geht, geht mein viel offener mit offenem Herzen, mit offenen Blick.
01:32:19: ich habe Zeit und bin gestern an der Isar entlang gegangen und ich hab das sogar gefilmt weil es mich so bewegt hat.
01:32:27: Ich sah zwei liebende in der Isar stehen, zwei junge Menschen die sich umarmt hielten im Sonnenschein.
01:32:35: Und drei Schritte weiter bog ich um eine Ecke und da stand auf dem Boden Grabeskerzen und Bilder von einem neunzehnjährigen Jungen, der vor einer Woche da ertrunken ist.
01:32:52: So ist das Leben!
01:32:55: Die Eltern dieses Kindes Soll ich denen sagen, das ist bestimmt für irgendwas gut?
01:33:03: Das meine ich damit.
01:33:04: Dass man dem Leben erlauben muss und ich habe dieses Bild gesehen.
01:33:07: Ich stand vor den Grabkerzen des mir unbekannten Jungen namens Remo.
01:33:13: Ich hab geweint und konnte das liebende Paar gleichzeitig in der Isar sehen.
01:33:18: Das ist das Leben!
01:33:24: Also wäre es eher so eine Dichotomie aus... positiv und Realität.
01:33:30: Weil, also ich habe ehrlich gesagt so ein bisschen eine Ablehnung.
01:33:34: die kann aber auch falsch konditioniert sein dass du sagst Optimismus ist oberflächlich.
01:33:39: Ich glaube es gibt auch einen tiefgründigen Optimismus Also einen wo man sich überlegt wie man Dinge gestalten kann.
01:33:47: also dies resignieren da hab ich gemerkt, oh resignieren das ist ja so sich dem hingeben sozusagen.
01:33:54: Aber
01:33:54: manchmal is ja Resignation Das ist eine Form von Akzeptanz.
01:33:57: Und Akzeptans, das weißt du sicherlich und ist die effektivste Form von passiven Widerstand?
01:34:05: Ja es muss ne... Koexistenz oder sollte, darf eine Koexistenz sein und nicht nur auf eines der beiden Seiten setzen.
01:34:14: Aber in dem Beispiel wo du es gerade beschrieben hast da sieht man ja dass das Leben die volle Bandbreite zu geben hat.
01:34:21: Wir sind auch hier im Auf- und Abpodcast und ich probiere auch wenn es nicht immer geht trotzdem von Menschen die viel erlebt haben zu verstehen was denn passieren kann dass man in Krisen nicht zerbrochen liegen bleibt, sondern dass man daraus vielleicht Fähigkeiten, Einstellungen etwas entwickelt was einen wieder zurückbringt.
01:34:41: Vielleicht sogar höher als man je war.
01:34:43: deshalb das UP im Englischen und man kann nachlesen über dich, dass du mit ungefähr fünfzig Jahren wie du sagst auch hormonell bedingt in eine Krise, in eine mentale Krise geschlittert bist und da dich aber auch wieder rausgearbeitet hast.
01:34:58: Was kannst du Menschen jetzt mal ein bisschen genereller als in deiner Situation, vielleicht auch nicht nur altersbedingt.
01:35:03: Aber was ... Du kennst viele Menschen und du siehst Menschen?
01:35:06: Was kannst tu so an Fähigkeiten ausmachen die bei Menschen beobachtest denen es gelingt eben aus Krisen zurückzukommen?
01:35:21: Ich möchte da meine Freundin Iris Killinger zitieren.
01:35:26: Der Sohn ist mit sechzehn Nachts an einem epileptischen Anfall verstorben.
01:35:32: Oskar Daran ist sie erst mal zerbrochen und sie war dann zu Gast bei mir in meinem Podcast Frauenstimmen.
01:35:47: Sie hat nicht nur eine Stiftung gegründet, die die Erforschung dieses Sudep Todes betreibt, plötzlicher Tod durch Epilepsie sondern sie hat auch den Satz gesagt Vielleicht widerspreche ich mir jetzt mit diesem Optimismus-Tourette, aber der war auf eine gewisse Weise so fundiert weil er von einer zerbrochenen Mutter kam.
01:36:13: Die sagte das wieder reinfinden ins Leben ist auch eine Entscheidung und auch wieder Glück zu empfinden ist auch Eine Entscheidung.
01:36:30: Und dass aus dem kompetenten Mund einer Frau die ihr Kind verloren hat Das hat mir schon zu denken gegeben.
01:36:39: Aber da sind wir auch im Grunde wieder bei der Gedankendisziplin.
01:36:43: und selbst wenn man so etwas Schreckliches erlebt hat, mag es gelingen eine vielleicht ganz andere Form von Glück, von Lebensempfindung wiederzufinden?
01:37:03: Und das aber kostet auch Kraft und Arbeit.
01:37:09: Man darf sich auch und aber ich muss das immer noch dazu sagen, als meine beiden Freundinnen erkrankt sind an Krebs.
01:37:16: Ich habe denen nicht gesagt du musst positiv bleiben!
01:37:20: Du kannst dich innerlich selber heilen wenn du immer positiv bleibst weil das hieße ja... Wenn sie gestorben wäre es auch noch ihre Schuld.
01:37:28: Ah warst du nicht positiv?
01:37:29: Ja kein Wunder dass ich jetzt an deinem Grab stehe.
01:37:31: also ich möchte diese.. ich möchte auch das aufgeben Wertschätzen als Teil eines Weges.
01:37:39: Du darfst weinen und denken, ich schaff's keinen Meter mehr
01:37:45: weiter.".
01:37:46: Und musste dich dann nicht auch noch deswegen schämen weil du nicht positiv genug bist?
01:37:50: Das meine ich!
01:37:54: Ich wollte jetzt sagen es ist lustig aber lustig ist gar nicht.
01:37:57: mir fällt nur gerade kein anderer Begriff ein.
01:37:58: Ich hatte hier vor gut zwei Jahren die Sabine Schahr als Gast und sie hat ihr Kind mit neun Monaten an einer seltenen Muskelkrankheit verloren Und sie hat fast exakt das Gleiche gesagt, was du jetzt zitierst.
01:38:10: Das ist an einem bestimmten Punkt wenn die erste Trauerphase vorbei ist
01:38:15: etc.,
01:38:15: irgendwann kommt der Punkt wo eine Entscheidung zu treffen ist ob man liegen bleibt oder ob man probiert wieder aufzustehen.
01:38:23: Es heißt nicht, dass es gelingen muss aber... Man kann sich helfen lassen von Umfeld
01:38:29: etc.,
01:38:29: aber an irgendeinem Punkt ist die Eigenverantwortung gefragt und eine Entscheidung zu treffen.
01:38:34: Und wenn es bei so wahrscheinlich einem der schlimmsten Themen das man das eigene Kind verliert möglich ist Da bin ich ein Freund davon, das auch auf andere Bereiche zu adaptieren.
01:38:43: Die einen Job-Verlust eine Beziehung ist beendet
01:38:45: etc.,
01:38:46: man kann sich in Selbstmitleid soeln et cetera und es hat auch alles seine Zeit und Daseinsberechtigung.
01:38:53: Und wenn man da bleiben möchte, ist auch okay, dass ja das was du sagst aber wenn man es nicht möchte dann irgendwann ist ne Entscheidung zutreffen und da kann ich jedem ermutigen das eben auch zu tun.
01:39:04: Entscheidung
01:39:06: selbstverantworten macht dein Bett
01:39:08: Genau.
01:39:09: Und ob es das Bett ist oder was anderes, aber das ist Schritt eins in die Richtung.
01:39:15: Ich könnte noch stundenlang über dieses Buch sprechen.
01:39:17: Meine Liste ist zum Viertel ungefähr abgearbeitet, aber ich kann wirklich jedem Männer wie Frauen – egal welches Alter – dieses Buch alt genug empfehlen.
01:39:27: Ich weiß nicht, wie viele Exemplare schon verkauft sind, aber es dominiert die Spiegelbesseller-Listen lange von der einste Moment auf zwei oder drei, glaube ich, je nachdem welche Werke neu erscheinen.
01:39:36: Aber du dominierst das Ganze völlig zurecht!
01:39:39: darf morgen Gastin deiner Show sein.
01:39:41: Mit meiner Schwester gibt den Menschen, du kommst in viele Städte doch nochmal einen kurzen Einblick die dich mögen deine Bücher mögen.
01:39:48: was kann man in der Show noch on top dazu kriegen?
01:39:52: Gefühle das ist ein fester Gemeinschaft.
01:39:56: ich hoffe dass wirst Du auch erleben.
01:39:57: unter Frauen ist es garantiert so dieses...es ist wie ein Boot.
01:40:02: dieser Raum wird zu einem Boot indem wir alle gemeinsam sitzen leiden weinen lachen.
01:40:09: Das ist ein Abend unter Freundinnen.
01:40:11: Das klingt pathetisch, aber wir sind an diesem Abend gehören wir zusammen und wir feiern das.
01:40:18: Und es ist für mich eigentlich müsste ich da auch Eintritt zahlen weil dieses Gefühl habe ich auf der Bühne genauso wie die Frauen in den Stuhl.
01:40:26: rein Gemeinschaftsgefühl
01:40:30: Das glaube ich etwas, was wir alle herbeisehen.
01:40:32: In Zeiten von Social Media und Homeoffice
01:40:35: etc.,
01:40:36: also da freue ich mich ganz besonders drauf!
01:40:38: Die letzte Frage ist in diesem Format immer die Folgen der wenn du jetzt mal von deinem Buch abstrahierst auch vom Konzept des Älterwerdens und einfach auf dein Leben auf die Achtendfünfzig Jahre und auf die Auf-und Absteines Lebens zurückblickst.
01:40:52: Was ist für dich daraus die allerwichtigste Erkenntnis?
01:41:02: Meine Lehrerin Mimpu eine amerikanische Psychologin, die ich erleben durfte.
01:41:07: Die lange Tod ist wurde gefragt wie bereistest du dich vor auf deine Therapiesitzungen?
01:41:15: und sie sagte Ich bereite mich Auf meine Therapie Sitzung so vor wie ich mich auf jeden Tag meines Lebens vorbereite To become centered with a loving spirit.
01:41:30: sich Fokussieren auf einen wohlwollenden Geist
01:41:39: damit ist das Leben Schön, würde ich sagen.
01:41:44: Ich probiere das gerade so zu... Ja!
01:41:49: Das ist ein schönes Abschlusswort.
01:41:51: Vielen vielen Dank dass du hier warst.
01:41:53: Ich wünsche dir jetzt noch eine schöne Zeit in München.
01:41:55: Vielleicht wirst du noch andere Flecken treffen, wo du heute Grenzen überwinden kannst die dir vor Jahren verborgen geblieben sind.
01:42:02: Da wünsche ich dir viel Kraft und viel Stärke!
01:42:05: Und wir sehen uns dann morgen Abend wieder freue ich mich sehr drauf in deiner Show und auch dass noch mehr Menschen wenn es überhaupt noch geht deine Bücher kaufen.
01:42:15: ja da ist noch Luft aber bald nicht mehr.
01:42:17: Du wirst sicher auch weitere Bücher schreiben auf die Ich mich jetzt schon freue und danke für deinen Wirken Deine Arbeit.
01:42:23: damit inspirierst du wirklich viele viele Menschen.
01:42:25: Danke, dass ich hier sein durfte.
01:42:27: Sehr gerne!
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