Ex-ntv-Journalistin: Deshalb produzieren Medien Falschinformationen! | A&U #153
Shownotes
Mein neuer SPIEGEL-Bestseller "Das High Energy Prinzip" ist da!
Dieses Buch ist kein weiteres "Höher, schneller, weiter"-Selbstoptimierungsprogramm, sondern eine Zusammenstellung der acht wichtigsten, zeitlosen Strategien, die wir alle brauchen, um in einer modernen Welt voller Energie zu leben.
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In dieser Episode spreche ich mit der Journalistin Mary Abdelaziz-Ditzow über die Herausforderungen moderner Medienberichterstattung. Mary, die beim Handelsblatt und ntv tätig war, erklärt, wie Selbstzensur, Herdentrieb und dominante Narrative die Berichterstattung prägen. Sie beschreibt den Vertrauensverlust in etablierte Medien und gibt praktische Tipps für bewussteren Medienkonsum.
Es wäre uns eine große Ehre, wenn du dir dieses Gespräch anhörst.
Über Mary Abdelaziz-Ditzow
Mary’s Buch „Behind the News“:
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Transkript anzeigen
00:00:00: Jeder Journalist ist ein Mensch und jeder Mensch hat Ängste.
00:00:03: Und die spielen damit rein in die Berichterstattung, das habe ich selbst erlebt.
00:00:08: Ich hab auch mit ganz vielen Journalisten gesprochen zu verschiedensten Themen, die mir das bestätigt haben.
00:00:13: also eine Art Selbstsensur wo du das nicht merkst.
00:00:17: Jeder von uns hat auch ne Familie viele haben Kinder man sorgt sich ja auch.
00:00:22: wie werde ich wahrgenommen?
00:00:23: Hat dass Auswirkungen?
00:00:25: und ich habe mit so vielen gesprochen Frauen wie Männern, die mir gesagt haben in ganz verschiedenen Redaktionen in Deutschland.
00:00:33: Näh lass mal lieber nicht!
00:00:34: Du hast zwar recht aber besser nicht.
00:00:37: Was heißt das?
00:00:38: Überleg dir das mal und ich sag dir ehrlich Ich kenne viele Journalisten Und wenn ich dir sage ein signifikanter Teil von denen äußert sich nicht weil sie Angst vor Reaktion haben oder vor Verurteilung was heißt das für die Berichterstattung?
00:00:51: Was heißt es für die Meinungsbildung von Millionen Menschen in dieser Gesellschaft?
00:00:58: Hey, Christorell hier und das ist dein Podcast über das Auf- und Ab des Lebens.
00:01:05: Mein heutiger Gast ist die Journalistin Mary Abdillasis Dizou.
00:01:10: Sie war in führenden Funktionen sowohl beim Handelsblatt als auch bei NTV tätig aber irgendwann ist sie an den Punkt gekommen wo sie ... die Berichterstattung in den Medien nicht mehr mittragen konnte.
00:01:21: Sie selber hat einen kulturellen Hintergrund sowohl in Deutschland verwurzelt als auch in Jordanien, also im Nahen Osten.
00:01:29: Ihr Vater ist Jordania und deshalb hat sie einen etwas anderen Blick auf Bericht erstattungen im Nahe Osten und viele andere Dinge.
00:01:39: Mary hat ein Buch geschrieben, Behind the News.
00:01:41: So navigierst du sicher zwischen Manipulation und Information?
00:01:45: Und ich habe sie in den Auf- und Ab-Podcast eingeladen weil ich beobachte das... Viele Menschen, ja nicht gerade glücklicher dadurch werden wie die Medien und wie die Nachrichten der aktuellen Lage auf sie wirken.
00:01:58: Es führt zu mehr Unzufriedenheit, mehr Ängsten und insgesamt mehr Sorgen.
00:02:04: Und deshalb wollte ich verstehen, wie funktioniert das Ganze eigentlich?
00:02:09: Was kann Mary uns raten, wie wir diese Medien einordnen können?
00:02:13: Wie wir auch Fake News erkennen können?
00:02:15: Wie wir es schaffen können, sowohl informierte Bürger zu bleiben und uns aber eben nicht durch diesen sehr negativ geprägten Medienkonsum unglücklich machen zu lassen.
00:02:28: Und es ist eine sehr spannende Diskussion geworden, wie ich finde.
00:02:32: Deshalb würde ich vorschlagen dass wir direkt einsteigen in das auf und ab von Mary Abdelaziz-Dizo.
00:02:37: So, Mary erst mal wunderschön, dass du hier bist.
00:02:40: Wir haben viele Menschen die jetzt nicht speziell Medieninteresse per See haben.
00:02:45: Aber warum glaubst Du werden sie aus dem Gespräch wenn Sie uns zuhören und vor allem dir zuhörnen in den nächsten Minuten einen großen Mehrwert rausziehen?
00:02:53: Weil ich glaube, dass man sich diese Mediengeschehen gar nicht vollends entziehen kann.
00:02:57: Jeder konsumiert ja auf irgendeine Art, entweder direkt oder indirekt irgendwelche Medien und ich glaub vielen ist das gar nicht mehr so bewusst was das mit einem macht.
00:03:05: und deswegen glaube ich wenn man ein bisschen tiefer da reinblickt und schaut wie entsteht eigentlich eine Nachricht an für sich?
00:03:12: wir entstehen Nachrichten-Sendungen Wie funktioniert das in der Redaktion?
00:03:15: Was steckt dahinter?
00:03:16: Was macht das mit mir Mit meinem Mindset, mit meinem Denken?
00:03:20: dann glaube ich es zu schauen größer mehr wird.
00:03:22: Und wir alle haben ja ein Handy in der Tasche.
00:03:24: und bei vielen, wenn man sich mal die Statistiken analysiert spielt auch News-Konsum Nachrichten einen relevanten Teil.
00:03:30: Wir kriegen auch viele Nachrichten aus der Community und es wird immer wieder berichtet dass der Medienkonsum und das ist ja hauptsächlich negative Nachrichten.
00:03:38: Auch darüber werden wir sprechen warum die Welt dominieren.
00:03:42: Auch wenn es viele positive Dinge gibt über die einfach nicht geschrieben wird.
00:03:46: aber was macht natürlich etwas mit uns?
00:03:48: Mit unserem Nervensystem, mit unserer Zufriedenheit, wie die Zukunft sein könnte und ich finde es richtig cool, dass du heute mal aus dem Maschinenraum berichtest.
00:03:57: Wie so etwas entsteht?
00:03:59: Welche Entscheidungssysteme auch dahinter stehen ob etwas berichtet wird, wie etwas berichtet wird.
00:04:05: Und Ziel der heutigen Episode sollte nicht sein das man keine Medien mehr konsumiert sondern dass man einen reflektierteren Blick darauf hat was einen eigentlich trifft und so etwas kompetenter aussuchen kann.
00:04:17: Welche Medien, welchen kann man glauben?
00:04:19: Welche sollte man kritisch hinterfragen bzw wahrscheinlich alle wir es zu sagen aber dass wir insgesamt zu einem einer Balance kommen trotzdem gut informiert zu sein wenn man das möchte und sich nicht davon unglücklich machen zu lassen.
00:04:34: bevor wir in die ganzen Details einsteigen Mary Würde ich gerne verstehen, wie du eigentlich dazu gekommen bist überhaupt zu seiner Expertin zu werden.
00:04:43: Was ist denn das früheste Ereignis in deinem Leben?
00:04:46: Was die Zuhörer kennen sollten um die Person zu verstehen, die du heute bist?
00:04:51: Privatat meinst Du?
00:04:53: Absolut!
00:04:55: Das Frühste Eregnis... hm... Oh.. Ich glaube.... Im Grunde ist es gar nicht so ein einzelnes Ereignis.
00:05:02: Es ist viel mehr dieses, dass ich mit zwei Kulturen aufgewachsen bin.
00:05:06: Ich bin halb Deutsche und halb Jordanierin und bin auch jedes Jahr in Jordanien bei meiner Family Und ich glaube dieses Gefühl zwei verschiedene Welten zu kennen, zu fühlen, zu verstehen das ist was, was mich ausmacht und eigentlich mein ganzes Leben lang begleitet hat.
00:05:22: In jeder Ebene, also in jeder Ebne kulturell religiös egal worum es geht Es sind immer so verschiedene Welten die ich für mich miteinander vereinbaren möchte Und auch kann und darf.
00:05:36: so sehe ich dass.
00:05:37: Deshalb hast du heute sich ja auch ein bisschen anderen Blick auf bestimmte Themen stichwort na Ostkrise etc.
00:05:42: weil Du da auch im persönlichen Bezug dazu hast gibt es bestimmte Ereignisse, wo du sagst da hast du gemerkt dass einfach in der anderen Kultur Dinge komplett anders laufen als das was du hier aus Deutschland kennst?
00:05:58: Also es gibt ganz viele Sachen.
00:06:00: Es ist interessant.
00:06:01: zum Beispiel wenn ich jetzt mal so ein ganz banales Beispiel nehme.
00:06:04: Wenn ich in Jordanien bin mit meiner Family und wir machen dann auch jedes Jahr irgendwelche Touren noch gar nicht so lange her.
00:06:09: Da gab's diese Situation mal wieder da waren wir irgendwo in Richtung Ackerbau unterwegs, also Richtung Meer.
00:06:16: Und es sind dann irgendwo stehen geblieben an der Tankstelle und meine Kusine lief raus wollte irgendwas kaufen und dann meinte jemand auf der Straße zu ihr aferabisch quasi so hey!
00:06:25: Also übersetzt gesagt woher kommt deine Familie oder wer bist?
00:06:28: du soll das übersetzt?
00:06:29: Gesagt quasi heißt.
00:06:29: Dann würde man ja in Deutschland denken was fragst Du mich?
00:06:32: das ist ja meine Privacy go away so ungefähr.
00:06:35: und in Jordanien in diesem kollektiven Denken ist das einfach eine Eine Floskel und eine sehr nett gemeinte Frage, weil du dieses Stammdenken auch viel hast.
00:06:45: Du hast verschiedene Stämme, die haben verschiedene Images
00:06:49: usw.,
00:06:50: also es ist einfach ein ganz anderes Denken.
00:06:53: Und keiner würde sich davon angegriffen fühlen.
00:06:56: Und hier kennen das ja total komisch.
00:06:58: Von solchen Situationen gibt's halt Tausende, die zeigen wie unterschiedlich diese Welten sind und wie man anders kommuniziert ohne dass gut oder böse gemeint ist.
00:07:09: Es wird einfach ganz anders aufgefasst, je nachdem in welchem Land du dich
00:07:12: befindest.".
00:07:15: Und ich kenne viele Menschen die in USA leben – in anderen Teilen der Welt aber im Nahen Osten.
00:07:20: Kenne ich relativ wenig Menschen muss ich sagen?
00:07:22: Wie würdest Du sagen gucken Menschen in der Region, auf den Westen und Europa insgesamt.
00:07:27: was sind da so die vorherrschenden Meinungsbilder?
00:07:32: Das ist ja schwere Kostas-Thema.
00:07:35: Ehrlicherweise hat sich das zum Negativen verändert.
00:07:39: Deutschland war früher, mein Vater ist hergekommen als Jugendlicher mit nichts, nicht einer Mag in der Hose.
00:07:46: Hat hier gelernt und sich selbstständig gemacht ist heute selbstständig und sehr erfolgreich in seinem Business, hat uns auch entsprechend erzogen.
00:07:57: Auch Leistungsprinzip und gerne arbeiten zu gehen, Werte zu vertreten und hat immer sehr stolz auf Deutschland heraufgeschaut und auf die Kultur, auf die Arbeitsmoral aber auch auf die Besonnenheit mit Blick auf sich bei gewissen Kriegen zum Beispiel zu enthalten, auch klar Positionen zu beziehen.
00:08:19: Zum Völkerrecht und so weiter und sofort.
00:08:22: Und mittlerweile hat sich schon sehr verändert und ich muss schon sagen, zwanzig dreiundzwanzig der siebte Oktober ein ganz ganz schrecklicher Tag.
00:08:31: das hat viel verändert.
00:08:34: die Haltung Deutschlands diese auch bedingungslose Solidarität gegen über Israel und dem was dann Darauf folgend die Jahre passiert ist, hat den Blick auf Deutschland verändert.
00:08:48: Für viele Menschen im Land aus und zumindest in Jordanien.
00:08:51: Ich werde ganz oft gefragt warum diese doppelten Standards?
00:08:55: Und ich habe keine Antwort.
00:08:57: Also ich hab Antworten darauf aber die sind nicht befriedigend.
00:09:00: Das macht was mit mir das macht was in mir über Jahre hinweg.
00:09:06: Diese Bilder die hier entstanden sind dieses Entweder du bist dafür dagegen Du hältst zu denen oder zu denen diese Fronten, die aufgemacht werden.
00:09:14: Man hat das Gefühl man muss sich entscheiden.
00:09:17: Das ist ein ganz schrecklicher Zustand und es führt dazu dass sich Menschen entscheiden und im Zweifel auf der sicheren Seite stehen wollen hinsichtlich dessen, dass sie nicht in keinster Form Terror unterstützen wollen was... auch ich vollkommen ablehne, wie die allermeisten normaldenkenden Menschen.
00:09:37: Aber wenn du halt keine Differenzierungen mehr machen kannst weil dir direkt irgendwas unterstellt wird... Wenn du auch das was in Gaza passiert ist oder gerade im Libanon passiert, was die israelische Armee macht nicht kritisieren darfst dann ist das ein Problem und das sieht man.
00:09:55: um zum Thema zurückzukommen zu deiner Frage Das wird gesehen im Nahen Osten.
00:09:59: Man fragt sich warum bewertet ihr Das, was da passiert so unterschiedlich.
00:10:03: In anderen Teilen der Welt passieren auch Dinge die schlimm sind und da habt ihr eine klare Sprache.
00:10:08: das verurteilt ihr.
00:10:10: Da bezieht ihr euch auf das Völkerrecht.
00:10:11: warum macht ihr das hier nicht?
00:10:13: Und es sind schwere Fragen und das schädigt ein bisschen das Bild dass Deutschland da teilweise man kann auch nie für alle sprechen im Nahen Osten oder das heißt nahe Ostens ist auch sehr pauschalisierend in Teilen des Nahen Ostens bekommen hat.
00:10:29: Wir haben jetzt schon große Themen angeschnitten und in einige werden wir auch tiefer reingehen.
00:10:33: Lass uns noch mal zu deinem persönlichen Werdegang gehen, du wurdest von diesen zwei Kulturen geprägt und hast dann nach wie vor eine sehr erfolgreiche Journalisten-Karriere bestritten, warst Ressortleiterin im Handelsblatt ein Mitglied dem Führungskreis der Chefredaktion von NTV also renommierte Häuser Und trotzdem hast du jetzt ein Buch geschrieben, was nicht nur ein bisschen eine Kritik an einem ganzen Berufsstand ist.
00:11:04: Es hat dir sicher auch nicht nur Freunde gebracht unter deinen Kolleginnen und Kollegen.
00:11:10: Kommen wir gleich dazu wie du dir diese Freiheit nehmen konntest das zu tun.
00:11:15: Aber wie kam es denn dazu, dass du dich für eine Journalistenlaufbahn entschieden hast und da dann auch in jungen Jahren schon wirklich steil nach oben gegangen bist?
00:11:24: Weil ich mich immer dafür interessiert habe, wie Menschen denken.
00:11:27: Was sind die Gründe für bestimmte Entwicklungen?
00:11:30: Ich hab mich auch immer sehr für Geschichte und Politik interessiert.
00:11:33: Mein Vater hat mich da auch sehr geprägt.
00:11:34: Auch ein sehr interessierter Mensch was diese Themen angeht.
00:11:37: Und weil es so spannend ist zwischen den Zeilen zu lesen und zu verstehen warum sind Menschen wie sie sind?
00:11:44: Warum entwickeln sich Gesellschaften wie Sie es tun?
00:11:47: Das zu berichten das fand ich erstrehmenswert.
00:11:49: Da hab' ich einen Mehrwert drin gesehen und so bin ich zum Donalismus gekommen.
00:11:53: So, und jetzt das Buch Behind the News.
00:11:56: Der Subtitel so navigierst du sicher zwischen Manipulationen und Information.
00:12:01: Da steckt ja schon drin, dass auch viel Manipulation in der Medienbranche voran ist.
00:12:07: Berichte doch mal aus den letzten Wochen!
00:12:09: Ich kann mich an einige Fernsehauftritte erinnern wo du nicht nur gehetschelt wurdest.
00:12:14: aber was hat die Veröffentlichung dieses Buches mit dir gemacht?
00:12:18: Und mit deiner Stellung in der Journalisten-Community?
00:12:24: Also was es mit mir gemacht hat, ist ich bin hundertprozentig selbst und ehrlicherweise das war für mich der Schritt aus den Leitmedien rauszugehen.
00:12:33: Was übrigens auch nicht heißt dass sich nicht weiter tief verbunden wird mit ganz vielen Kolleginnen.
00:12:39: Kollegen die machen ein super Job keine Frage.
00:12:41: Und es ist wichtig nach wie vor, dass insbesondere Leitmedien berichten.
00:12:46: Keiner hat so einen korrespondenten Netzwerk, twenty four seven.
00:12:49: also wer informiert sein will braucht auch LeitMedien.
00:12:51: das sage ich ja auch ganz offen und ehrlich und da stehe ich total dahinter und kenne auch viele herausragende Journalisten.
00:12:58: aber für mich habe gespürt in der Rolle in der ich da war unter ein Karriere-Technisch hätte das weitergehen können Ich hätte tatsächlich auch stellvertretende Chefredakteurin von NTV werden können Und habe mich sehr geert gefühlt und dass man mir das überhaupt zutraut.
00:13:16: Aber ich hab für mich gefühelt, ich kann da nicht so wirkungsvoll sein wie woanders.
00:13:21: Ich bin überhaupt kein Fan davon... Ja, ich hatte eine steile Karriere die letzten Jahre aber ich bin kein Fan von solche Schritte zu machen wenn ich den nicht fühle Das bringt nichts!
00:13:31: Das bringt weder mir war es noch den Teams die ich zu verantworten habe sondern es geht ja darum, dass das was du fühlst, dass du das mit vollster Überzeugung machen kannst.
00:13:40: Und ich habe gemerkt da gibt es Menschen die können das besser als ich in dieser Rolle und meine Rolle ist eine andere.
00:13:46: Das was ich an Botschaften hab' und das was mir so wichtig ist zu transportieren, das hätte ich in diese Funktion nicht machen können.
00:13:53: Deswegen war für mich der einzige konsequente Schritt auch bei aller Kritik, die sich auch geholft hat von meiner Seite.
00:14:01: Kritik!
00:14:01: grundsätzlich an Redaktionen, nicht an einer Einzelnen sondern quer Beet in Teilen.
00:14:07: Das beschreibe ich ja auch ganz deutlich in dem Buch.
00:14:10: Das hätte an der Stelle nicht mehr gepasst das wäre nicht so richtig authentisch gewesen.
00:14:14: Ich hätte das vielleicht auch nicht so frei machen können wie ich es hätte machen wollen gar nicht wenn mir das irgendwie verboten hätte.
00:14:21: aber wenn du selber Teil dessen bist musst du natürlich ganz ganz vorsichtig sein.
00:14:27: Du hast ja große Verantwortung.
00:14:30: Was sagst du?
00:14:31: Wie kommt das an, wem schadest du womöglich damit.
00:14:33: Ich weiß nicht wie viele Menschen ich in meinen Teams hatte also wollte den auch in keinster Form irgendwie Schaden mit Dingen und Kritik die ich übe die dann eventuell womöglich falsch ankommt.
00:14:44: Also mein Gefühl war ich brauche etwas wo ich komplett ich sein kann Und dann habe ich großes zu erzählen wichtige Botschaften, die mir sehr am Herzen liegen und die aus meiner Sicht auch viel verändern können.
00:14:56: Dann vielleicht noch stärker als vorher, obwohl ich näher dran war in die Redaktion hinein.
00:15:02: Und da bekomme ich schon viel gutes Feedback von Menschen, von Redakteuren, die mich schreiben und sagen danke dass du es aussprichst, danke das du es machst!
00:15:12: Es ist wichtig für
00:15:12: uns.".
00:15:13: Ein ganz kurzer Hinweis in eigener Sache bzw ein großes Dankeschön Mein neues Buch, das High-Energy-Prinzip ist Spiegel besteller geworden.
00:15:22: Und das macht mich sehr demütig und dankbar!
00:15:25: Denn es zeigt wie viele Menschen sich danach wirklich sehen wieder voller Energie ihr Leben, ihr Auf und ab zu gestalten.
00:15:33: Ohne höher, schneller weiter Biohacking-Zirkus oder Selbstoptimierungswahn sondern durch ein tiefes Verständnis für unsere Biologie!
00:15:43: Wenn du das Buch schon gelesen hast wenn du es empfohlen hast und vielleicht sogar verschenkt hast dann von Herzen danke.
00:15:48: ich weiß dass viele Menschen auch hier von den Podcast Hörern genau das getan haben.
00:15:54: Und wenn du's noch nicht hast dann ist es vielleicht genau jetzt für dich interessant denn ich habe in diesem buch die acht Strategien zusammengefasst auf dieses wirklich ankommt, wissenschaftlich fundiert aber vor allem realistisch für deinen Alltag in der Umsetzung selbst wenn dieser sehr vollgepackt ist.
00:16:11: Du findest das Buch überall wo es Bücher gibt.
00:16:14: den Link dazu findest du in den Show Notes vielleicht für dich oder für jemand anders den du kennst der schon viel zu lange auf Reserve läuft.
00:16:22: und jetzt zurück zur Podcast Episode!
00:16:27: Kolleginnen und Kollegen, die tatsächlich Angst haben, ihren Job zu verlieren.
00:16:30: Wenn sie eine gewisse vielleicht ehrlichere Berichterstattung bei kritischen Themen an den Tag legen.
00:16:36: Jetzt hast du dir einen Setup geschaffen wo du freier dich äußern kannst.
00:16:41: Da gehört Mut dazu.
00:16:42: aber es ist auch eine gewissen Luxussituation sage ich mal wie warst ihr möglich mit welchem Schritt?
00:16:47: dass du also sozusagen nicht ganz aussteigen musstest?
00:16:49: Aber trotzdem jetzt die Freiheiten hast um das sagen zu dürfen was dir auf dem Herzen liegt.
00:16:55: Ich muss auch der Fernseher sagen, ich konnte immer frei sagen was ich wollte.
00:16:58: Das habe ich auch getan, auch in meiner Funktion bei NTV hab' ich mich da sehr klar und direkt auch öffentlich geäußert.
00:17:05: das habe ich schon immer gemacht.
00:17:08: also es gab da an der Stelle keinen Riegel sondern das war mehr ich selber dass ich mir dachte ich möchte eigentlich noch mehr sagen.
00:17:15: aber ich glaube in der Funktion in der ich bin wäre das nicht verantwortungsvoll weil ich spreche nicht einfach nur so für mich sondern da sind große Strukturen ein großes Medienhaus, das auch wiederum woanders dran hängt.
00:17:28: und man muss sich dann schon überlegen wie frei möchte man selber sprechen?
00:17:34: weil man trägt nicht nur für sich selbst Verantwortung.
00:17:37: Und dann gab es etwas und zwar eine coole Option am Ende des Tages.
00:17:42: ich habe einen Angebot bekommen von Finanzfluss.
00:17:46: Ich kenne den Thomas Kehl einer der Gründer auch schon länger.
00:17:49: Wir haben viel miteinander gesprochen und festgestellt.
00:17:51: wir haben irgendwie genau die gleiche Sicht darauf, was Content im konstruktiven Sinne leisten kann.
00:17:59: Finanzfluss als eine der größten Bildungs-, Finanzbildungsplattformen hat das wunderbar hinbekommen und im Prinzip ist meine Geschichte es gar nicht nach Ostem übrigen sondern im Grunde Wirtschaft.
00:18:11: Ich bin Wirtschaftsjournalistin und das geht aber sehr stark über ein.
00:18:17: mit diesem Migrationshintergrund den ich habe weil als mein Dad spielt eine große Rolle in meinem Leben.
00:18:25: Nach Deutschland gekommen ist, ist er das aus wirtschaftlichen Gründen.
00:18:28: und diese Aufstiegsmöglichkeit in diesem Land, diese prosperierende Wirtschaft und die Möglichkeiten, die du hier hast wenn du was gibst, wenn du Gas gibst Und diese Verbundenheit zu anderen Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg einer der stärksten Exportländer Das hat mich so sehr an das ganze Thema Wirtschaft verbunden.
00:18:48: Ich verbünde so etwas Positives damit dass ich mir damals gesagt habe, ich möchte Wirtschaftsjournalistin werden.
00:18:56: Weil aus meiner Sicht wirtschaft uns alle miteinander verbindet der größte gemeinsame Nenner über territoriale, über religiöse und kulturelle Differenzen hinaus.
00:19:08: Das heißt nicht immer alles gut ist und auch in der Wirtschaft gibt es Missstände.
00:19:13: aber... Es dieser gemeinsamen Nennerdäne zu haben in einer Welt, in der wir mittlerweile glaube ich fast Hundert neunzig Länder sind.
00:19:19: Er ist schwierig da eine gemeinsame Sprache zu finden und die finde ich da.
00:19:25: Und Finanzfluss sieht darin auch einen Sinn.
00:19:28: Zu sagen Wirtschaft ist auch sowas wie die Schwester von Finanzen.
00:19:32: Lass uns doch das was wir im Finanzbereich gemacht haben in der Wirtschaft machen.
00:19:37: aber in Bezug auf Nachrichten Und das war für mich, oder Thomas sagt auch immer, er konsumiert gar keine Nachrichten.
00:19:43: Das ist für ihn.
00:19:44: im Grunde sind es mehr Learnings und unser Podcast jetzt ist ein Nachrichten-News-Podcast der aber schon viel Hintergrund liefert zu jeder Nachricht und viel Einordnung, viel Kontext.
00:19:54: Und das ist für mich sehr sinnstiftend und diese Möglichkeit habe ich bekommen.
00:19:58: also habe ich mir gedacht was machen?
00:20:01: Jetzt würden manche vielleicht denken naja weil das ist ja irgendwie die viel kleinere Firma wenn man so möchte und daneben stehen große Medienhäuser Fair?
00:20:11: Aber darum geht es ja nicht.
00:20:12: Es geht da darum, wo denke ich dass ich was bewirken kann?
00:20:16: und das war der Grund für mich zu sagen Das mache jetzt mit Finanzfluss und da bin ich auch unglaublich glücklich darüber.
00:20:22: Es war für mich genau die richtige Entscheidung.
00:20:26: Jetzt hast du mit deinem Buch und der Medienkritik ja einen Zeitgeist aufgegriffen.
00:20:31: Ich habe mir ein paar Statistiken aus deinem Büch herausgezogen, die zeigen wie skeptisch Menschen den Medien – wir werden auch gleich berichten ob es die Medien an sich gibt.
00:20:41: aber da ist ein gewisser Vertrauensverlust da.
00:20:44: früher Vor fünfzehn, zwanzig Jahren hat man die Tagesschau geguckt für eine der großen Tageszeitungen und man hat geglaubt was da drin steht.
00:20:51: Gibt es noch ein paar Abstufungen?
00:20:53: Ich vereinfache jetzt bewusst.
00:20:54: Und heute hat jeder einen Handy in der Hand mit einem Algorithmus, der komplett anders aussieht, der sich auf andere Quellen bezieht.
00:21:02: Die Statistiken, die ich gut verstehen kann aber in der Schärfe oder in einer Ausprägung trotzdem krass finde ist eine Forsa-Studie aus dem Jahr fünfundzwanzig also nicht besonders alt vertrauen Sechsundzwanzig Prozent der Deutschen, den Etablierten weniger und greifen zunehmend auf alternative Informationsquellen zurück.
00:21:23: Weitere sieben Prozent lehnen etablierte Medien komplett ab.
00:21:26: Das in Summe sagst du ein Drittel der Menschen vertrauen nicht mehr auf die Medien.
00:21:31: uns gibt eine Allensbach Umfrage Die sagt während im Jahr einundzwantig also gar nicht so lange her noch neundreißig Prozent Der Bürger den Medien vertrauten sind es jetzt nur noch Zweiund zwanzig.
00:21:42: Also das hat sich halbiert Und jeder fünfte Deutsche glaubt, das ist für mich eine sehr krasse Zahl.
00:21:48: Dass die etablierten Medien lügen!
00:21:50: Also Lüge ist ja auch ein starkes Wort.
00:21:52: LüGE steckt für mich – ich kenn eigentlich die Wahrheit sage aber vorsätzlich etwas anderes.
00:21:57: und wenn zwanzig Prozent das im Land denken, das macht was mit einer Gesellschaft.
00:22:02: Woher kommt dieser Trend?
00:22:03: Natürlich ganz groß, aber du hast dich viel damit beschäftigt.
00:22:06: Was sind so die wesentlichen Einflussfaktoren, die zu so einer dramatischen Veränderung führen konnten?
00:22:11: Ich finde es übrigens, bevor ich das beantworte auch interessant.
00:22:15: Du sagst ja selber Lügen ist ja auch ein krasses Wort und es ist ja gar nicht so easy zu lügen Und dass wirklich so viele Menschen dann auch den Medien, die es ja am Grunde so auch gar nicht gibt.
00:22:24: Es ist jetzt keine homogene Masse wird aber so wahrgenommen und hat sich auch als Wort etabliert im Volksmund dass man den Medien, wenn wir dabei bleiben das so zutraut.
00:22:33: So eine kollektive Lüge ist ja ultra anstrengend also es fast unrealistisch.
00:22:37: ehrlicherweise ich war ja jahrelang in großen redaktionen gearbeitet die geleitet eine lüge zu orchestrieren und im kollektiv zu betreiben.
00:22:50: Ich weiß nicht, wie das gehen soll.
00:22:52: Und trotzdem ist dieses Narrativ da und ich verstehe es, weil dahinter steckt ein tiefes Misstrauen.
00:22:57: Deswegen will ich dich mal gar nicht belächeln!
00:22:58: Ich finde's nur so interessant, dass sich das so manifestiert in so vielen Köpfen... Aber ich versteh' es, denn dieses Misstrauens ist berechtigt.
00:23:06: Warum?
00:23:06: Dass darauf basiert das Buch.
00:23:08: Ich hab das ja selber erlebt über Jahre hinweg.
00:23:12: Damit meine ich nicht die Redaktionen, denen ich gearbeitet habe sondern ganz Mediendeutschland.
00:23:18: verschiedensten Journalisten in diesem Land Kontakt, verschiedene Chefredakteure auch in großen Redaktionen und sehr das zu bestimmten großen Themen auf einmal der Eindruck entsteht als würden die Medien alle gleich berichten.
00:23:34: Das ist nicht so wenn man da genauer hinschaut ne?
00:23:37: Aber der Eindruck entsteht!
00:23:38: Und temporär ist es dann doch so.
00:23:41: Und das ist was ich in dem Buch beschreibe also dieses Eine Narrativ pro Thema, was sehr in den Vordergrund tritt.
00:23:47: Mir ist das bei Corona zum ersten Mal aufgefallen und ich bin auch Teil dieser ganzen Story.
00:23:51: Ich war komplett auf... Das ist auch eine ungünstige Formulierung auf Linie wenn man so will.
00:23:57: Also war da wirklich total pro Maßnahmen und bloß nicht irgendwie mal zu kritisch darüber berichten.
00:24:06: Ich habe wenig hingeschaut.
00:24:08: Was ist in den Altenheimen los?
00:24:10: Was ist mit den Krankenhäusern los, wie geht es den Schülerinnen und so weiter.
00:24:14: Erst im Nachhinein.
00:24:16: Und hab dann aber gemerkt, oder mich auch gefragt, wie kann das sein?
00:24:21: Ist das ein subjektives Empfinden?
00:24:23: Springe ich gerade auf einen Zug auf, ist das ein Gefühl was eigentlich keine Berechtigung hat dieses die Medien ... Man dürfte sich nicht kritisch äußern.
00:24:32: oder war das wirklich so?
00:24:33: Ich habe angefangen zu forschen für mich Und hab gemerkt, leider hat das gewissermaßen System.
00:24:40: Ich kann dir nicht sagen, ob das mit Corona zum ersten Mal schon vorher so war, weil ich es nicht weiter zurückverfolgt habe.
00:24:46: Ich kan dir aber sagen sowohl bei Corona als auch beim Thema Ukrainekrieg, als auch dem Thema na Ost und z.B.
00:24:54: die China-Berichterstattung
00:24:55: usw.,
00:24:56: gibt mehrere Themen wo man sieht und wo's mittlerweile durch Wissenschaft belegt ist.
00:25:02: Das ist dieses ... Ja, wie soll man sagen?
00:25:04: Dass es ein vorherrschendes Narrativ gibt was sehr viel Bühne bekommt währenddessen andere sehr wenig Bühnen bekommen.
00:25:15: Und dann stellt man sich natürlich schon die Frage und das ist auch mal sehr unterschiedlich.
00:25:19: Während ich bei dem einen Thema eher pro Mainstream bin, bin ich beim anderen eher dagegen.
00:25:23: aber irgendwie glaube ich geht auch jedem so.
00:25:25: im Übrigen jeder kommt an den Punkt wo er vielleicht mal nicht auf der Seite der Medien steht wenn man so will und stellt sich dann die Frage Ich werde nicht mehr abgeholt.
00:25:36: Wo bin ich?
00:25:36: Wo ist meine Stimme, wo ist meine Perspektive bei ganz vielen verschiedenen
00:25:41: Themen?".
00:25:42: Wenn du jetzt ... Du hast ein paar Beispiele genannt, die ich alle sofort nachvollziehen kann.
00:25:47: Was sind denn die Kriterien?
00:25:49: Wo du sagst das erfüllen all diese Themen?
00:25:51: weil wir wollen ja auch looking forward sozusagen behutsam sein und sagen beim nächsten Thema was in die Richtung kommen könnte dass man kritischer hinguckt.
00:26:00: also hast du irgendwelche Gemeinsamkeiten entdeckt bei diesen Themen wann genau diese Vereinheitlichung und homogene Berichterstattungen vorherrscht?
00:26:10: Ja einer sei Das meiste ist eigentlich immer, wenn es um internationale Politik geht.
00:26:18: Also da wird das auf einmal sehr... Da haben wir diese Blöcke von denen wir dachten die gibt es nicht mehr den Westen und der Nichtwesten.
00:26:26: Und auf einmal ist es so dass ich ein gewisses Mindset durchsetzt was streng mit Ländern aus dem globalen Süden ins Gericht geht zum Beispiel China-Taiwan, China könnte Taiwan bald angreifen und so weiter.
00:26:45: Und aber mit anderen Dingen die längst passieren von westlicher Seite wenn wir so wollen nicht so kritisch ins Gericht gehen.
00:26:52: Wir sehen so langsam einen Changed ein bisschen Aber es war jahrelang, nimmst du allein mal das Thema Ukraine Krieg.
00:26:59: Also es gibt Studien darüber Die zeigen dass zB Wenn wir beim Thema Abbilden von Perspektiven sind Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen die Lieferungsschwere Waffen war Ich glaube, im ersten Kriegsjahr.
00:27:13: Also, ich glaube, es war also in den XXI Jahren.
00:27:16: Und was ist passiert?
00:27:18: Das dominante Narrativ in Journalistenkommentaren war das Gegenteil.
00:27:23: oder nimmt zum Beispiel den Nahen Osten.
00:27:26: Wann wurde die Lage in Gaza abgebildet und wie lange hat das gedauert?
00:27:29: Da sage ich immer, Gasa ist nicht der Maß.
00:27:31: Es gab von Anfang an Menschen, mit denen man hätte sprechen können.
00:27:35: und so weiter.
00:27:36: Und ich glaube, wenn es darum geht international Position zu beziehen oder eine Allianz treu zu bleiben dann ist das ein Muster wo ich gemerkt habe okay da tun wir uns offenbar schwer insbesondere wenn es um die USA und Israel geht und das andere ist aber auch wenn es irgendwelche zum Beispiel also Corona ist ja sowas wie ne ja wie soll man das beschreiben?
00:27:59: Eine extreme Lage gewesen wenn extreme Lagen auf uns zukommen.
00:28:04: Also auch dann sehen wir, auf einmal wird die Berichterstattung geleitet und gelenkt – ich unterstelle viel auch von Ängsten.
00:28:13: Und jeder Journalist ist ein Mensch!
00:28:16: Und jeder Mensch hat Ängste.
00:28:18: Und sie spielen damit rein in die Berichtenerstattungen.
00:28:20: Das habe ich selbst erlebt.
00:28:22: Ich hab' mit ganz vielen Journalisten gesprochen zu verschiedensten Themen, die mir das bestätigt haben.
00:28:27: Also auch eine Art Selbstsensur.
00:28:30: Wo du das nicht merkst um auch mal abzugrenzen ist zum Beispiel bei internpolitischen Themen da siehst du schon in der Mannschaft ja in der Landschaft wir haben auch ein duales mediensystem große Unterschiede und dass es gut.
00:28:43: also da haben wir die Diversität die wir wollen.
00:28:46: also auch da würde ich behaupten die Rechnung geht nicht mehr auf kommen.
00:28:49: vielleicht gleich nochmal zustichwort bin pluralismus und außenpluralismus.
00:28:54: Aber zumindest haben wir da ganz unterschiedliche Perspektiven, die abgebildet werden.
00:28:58: Von links bis rechts wenn man so will.
00:29:00: Ich habe da ganz viele Fragen.
00:29:02: Du hast vorhin schon gesagt du warst Teil des Systems, hast selber in die eine oder andere Richtung geschrieben.
00:29:07: aber wie sieht sowas konkret aus?
00:29:10: Guckt man links und rechts wie andere schreiben, sagt sich oder auch vielleicht nur unterbewusst.
00:29:14: Ich will da nicht zu sehr von abweichen weil normalerweise ist es ja auch gerade ein Erfolgsgarant wenn man eine neue Story hat.
00:29:21: also in anderen Bereichen wollen die Menschen ja die ersten sein, die was ganz neues schreiben, die etwas anders schreiben.
00:29:26: Und jetzt beschreibst du aber dass es da so einen Art Herdentrieb gibt das alle sich auf ne ähnliche Grundstory einlassen?
00:29:33: Ist das was explizit besprochen wird, steht man mit seinen Kollegen und Kollegen im Café und bespricht wie könnte mein nächstes Story sein oder wird es in den Redaktionssitzungen thematisiert?
00:29:44: Oder ist das ein ungeschriebenes Gesetz was alle so irgendwie auf Linie bringt.
00:29:49: Das ist der Witz an der Geschichte.
00:29:50: also obwohl wir ja Kommunikatorin sind wenn man so möchte wie Journalisten.
00:29:55: Also das heißt Profis in Kommunikation kommunizieren wir meiner Beobachtung nach darüber relativ wenig, gerade in besonderen Lagen.
00:30:04: Das ist aber auch logisch.
00:30:06: also du musst dir vorstellen wenn irgendwas krasses passiert dann sind die Redaktionen so mit die ersten die das Geschehen abbilden.
00:30:15: Das heißt dass sind krasse Lagen!
00:30:19: Du hast den Maschinenraum mit den CVDs, also Chefs vom Dienst die sozusagen Wir nennen das TV-Bereich an der Brücke oder im Verlag, nennt es den Newsroom sozusagen.
00:30:31: Du sitzt da also in diesem großen Raum und der großen Redaktion und die Lage ist sowieso schon super angespannt Und alles muss total schnell gehen, das ist unübersichtlich chaotisch Es sind schwere Themen, also schwere kostmental und dann musst du da den Durchblick finden.
00:30:46: Als CVD musst du dich für Themen entscheiden Steuern selektieren.
00:30:50: als Korrespondent rennst du raus suchst nach den Stories, sprichst mit den Menschen.
00:30:57: Also es sind ja ganz unterschiedliche Berufsbilder noch mal innerhalb der Redaktion und all diese Gesamt- oder all diese diese Menschen innerhalb einer Redaktionen befinden sich in einer Outstanding Situation also die sind ihr schon total angespannt.
00:31:13: In so einer Lage, dann noch darüber zu diskutieren ob wir jetzt auch genug Perspektiven abbilden und ob alles auch total richtig und sauber ist.
00:31:21: Und hier gut unseren Job machen ist fast unmöglich weil das ist das was ich gerade meinte jeder Mensch ist Mensch und jeder Journalist ist Mensch.
00:31:30: Insbesondere bei so sensiblen Themen wie na Ost spielt eine Rolle und dass verselbstständigt sich.
00:31:39: Aber auch bei Corona war das ehrlicherweise genauso und auch bei Ukraine.
00:31:43: Dass Menschen sozusagen verurteilen, wenn du vielleicht andere Perspektiven darstellst?
00:31:49: Du wirst also direkt damit gemein gemacht als Journalist.
00:31:52: Wenn ich das Licht lenke zum Beispiel auf weiß ich nicht wie geht es gerade den Menschen in Russland muss ich ganz schön aufpassen dass sich Vielleicht den Anschein erwecke, als würde ich Sympathien mit dem russischen Regime haben zum Beispiel.
00:32:05: Das Gleiche gilt für alle anderen Themen.
00:32:07: Und wer beurteilt das?
00:32:09: Ist es dann die Redaktion, deine Chefchefinnen oder sind... Also wer beurtelt das denn?
00:32:16: vor wem muss man sich rechtfertigen wenn man so eine Sympatie äußern würde?
00:32:20: Genau!
00:32:21: Vor der Gesellschaft.
00:32:22: und das ist ein Kreis also das ist einen Konstrukt um das mal zu visualisieren, du hast die Gesellschaft.
00:32:31: Du hast die Medienlandschaft.
00:32:33: Du hasst Social
00:32:34: Media.".
00:32:35: Ich nenne das in dem Hochverurteilungshammer diesen Mechanismus.
00:32:38: also du hast ein Narrativ was sich bildet wie auch immer es sich gebildet hat was sich durchsetzt und Medien multiplizieren indem sie dem Ganzen eine große Bühne geben.
00:32:51: Und dann sind das Mechanismen, die sich einschleichen.
00:32:54: Du hinterfragst immer weniger welches Framing, welches wording benutze ich da gerade?
00:33:00: Mache ich mich gerade gemein mit einer Kriegssprache?
00:33:03: oder auch im wirtschaftlichen Bereich spreche ich von Sondervermögen und Schulden.
00:33:06: Welches Narrativ nehme ich?
00:33:08: Du fragst dich das aber meistens nicht mehr sondern es ist vielmehr verbunden mit einem Automatismus.
00:33:14: also einmal hat sich eine Sprache etabliert Quellen haben sich etabliert, du greifst darauf zurück und dieses Zahnrad in der Redaktion läuft.
00:33:21: Und das meine ich mit Verurteilungshammer.
00:33:24: Dann ist es so dass wenn Du eben abweichst davon ist je nach Thema eine bestimmte Gruppe oder Lobby in der Gesellschaft gibt auch immer sehr unterschiedlich und divers zusammengesetzt.
00:33:36: findet sich dann aber die das verurteilt also die dir sagt nein du hast nicht auf diese Perspektive zu schauen weil wenn du das tust dann bist du Ein Corona-Leugner, dann bist du ein Putin-Freund.
00:33:48: Dann bist du einen Antisemit!
00:33:50: Dann bist Du eine Rassist... I don't know what.
00:33:53: Also es gibt diverse Narrative
00:33:56: und wird das sorry, wenn ich da direkt unterbreche aber wird es dann wirklich an deinem Namen festgemacht weil es gibt ja auch anonymen Journalismus?
00:34:03: oder beschäftigt man sich dann einfach mit den Kommentaren die unter dem eigenen Artikel sind?
00:34:07: also wie findet so ein Feedback statt?
00:34:08: Du wirst ja sicher nicht auf der Straße angesprochen und gesagt jetzt nicht du in Person aber dein letzter Artikel war mir zu Russland freundlich oder sowas.
00:34:16: Wie ist der Mechanismus im Alltag eines Journalisten dass er so korrektiv eingreifen kann?
00:34:21: Genau, das ist im Grunde genommen eine Entwicklung die ganz stark dieses Feedback aus der Gesellschaft was ganz stark zugenommen hat über Social Media.
00:34:30: Also was in diesen Kommentarspalten abgeht, dass es wirklich einzigartig verrückt!
00:34:36: Ich behaupte, neunundneinzig Prozent der Menschen, die diese Kommentare schreiben würden dir das niemals so ins Gesicht sagen Und sie schreiben
00:34:44: sich die Finger auf.
00:34:44: Gerade mit Franz, sieben, neun, drei, XX... Es ist
00:34:47: unfassbar!
00:34:48: Man weiß dann auch nie wie.
00:34:49: viele davon sind Bots und aber ein gewisser Teil davon sind echte Menschen.
00:34:54: Davon gehe ich jetzt mal aus.
00:34:57: Das ist sichtbar.
00:34:58: das ist auf einmal durch Social Media sichtbares Feedback dieses
00:35:02: Rügen
00:35:03: und Rüffeln durch die Gesellschaft hat so zugenommen, durch diese ganzen Plattformen das was mit Journalisten macht.
00:35:11: Und es hat eine Wechselwirkung.
00:35:12: also ich bekomme dieses Feedback und unter Umständen wird sogar in der Redaktion darüber gesprochen.
00:35:19: Ah, hast du gesehen?
00:35:20: Guck mal hier und schau mal da!
00:35:22: Das wird ja wahrgenommen.
00:35:24: Und dann musst du dir überlegen, insbesondere private Medien aber auch öffentlich-rechtliche aus zwar anderen Gründen stehen.
00:35:30: Aber beide sollen stehen unter Druck!
00:35:33: Die haben Existenzängste entteilen und die privaten wirtschaftlich... Wir sind in einer krassen Medientransformation seit Jahren das Geschäft zum Beispiel teilweise erodiert.
00:35:44: Die müssen sich neu erfinden.
00:35:45: Ich war jahrelang habe ich Mitgestaltet, wie können wir uns neu erfinden?
00:35:50: Als großes Medium.
00:35:52: Und die öffentlich-rechtlichen stehen ja ohnehin schon stark in der Kritik und auch da läuft ja nicht alles gut so.
00:35:58: Dieser Druck gepaart mit diesem direkten Feedback zu Tausenden, das sind tausende Kommentare manchmal unter einem Artikel Das macht was mit einer Redaktion.
00:36:09: Das löst Druck aus, das löst nicht längst nicht bei allen aber bei manchen eben und bei zu vielen aus meiner Sicht eine Art Selbstsensur aus.
00:36:18: Und dann darfst du nie vergessen, der Redakteur – deswegen sage ich das jetzt schon zum dritten Mal, weil es so wichtig ist, zu verstehen – ist Mensch im Sinne von Privatpersonen.
00:36:27: Jeder von uns hat auch ne Familie, viele haben Kinder, man sorgt sich ja auch.
00:36:32: wie werde ich wahrgenommen?
00:36:33: Hat das Auswirkungen?
00:36:35: Ich habe mit so vielen gesprochen Frauen wie Männern die mir gesagt haben also in einer Redaktion ganz verstiegenden Redaktionen in Deutschland Die gesagt haben, ne lass mal.
00:36:46: Ne lieber nicht.
00:36:48: Du hast zwar recht aber besser nicht.
00:36:51: Also was heißt das?
00:36:54: Überleg dir das mal und ich sage dir ehrlich, ich kenne viele Journalisten Und wenn ich dir sage ein signifikanter Teil von denen äußert sich nicht weil sie Angst vor Reaktion haben oder vor Verurteilung Was heisst das für die Berichterstattung für die Meinungsbildung von Millionen Menschen in dieser Gesellschaft.
00:37:14: Das ist schon schwere Kost!
00:37:18: Was da unmittelbar anschließt, wir haben am Anfang Zahlen genannt wie viele Menschen kritisch gegenüberstehen und ein Vorwurf ist ja auch häufig dass die Politik die Inhalte der Medien gestaltet.
00:37:31: So ungefähr das März beim Chefredakteur anruft und sagt das soll berichtet werden oder jenes das da Klüngelei stattfindet etc.
00:37:39: jetzt warst du auf diesen Positionen wo die Anrufe oder zumindest die Infos über die Anrufen hätten ankommen müssen bzw.. Also berichte doch mal aus deinem Leben.
00:37:50: Gibt es solche direkten roten Telefone, wo steuernd eingewirkt wird?
00:37:56: oder welchen Einfluss nimmt Politik auf die Narrative?
00:38:00: Auf die Geschichten der Leitmedien?
00:38:05: Ganz klar ich habe sowas nie erlebt.
00:38:08: Ich hab aber auch nie zum Beispiel... Na wie soll man das beantworten?
00:38:12: Es ist wirklich ein sensibles Worling ohne dass das missverstanden wird.
00:38:15: Ich habe so was nie erlebt!
00:38:18: von Kolleginnen und Kollegen oder von anderen Chefredakteuren.
00:38:21: Das heißt aber ja nicht, dass es das nicht geben kann.
00:38:24: Ich war bei zwei großen Medienmarken bei NGV und beim Handelsblatt.
00:38:29: Da hat ist das meines Wissens nach nie gegeben.
00:38:31: Zumindest habe ich das niemals auch nur ansatzweise mitbekommen.
00:38:34: Das heisst aber wiederum auch nicht wenn du mich fragst wie inwiefern beeinflusst das was Politiker sagen?
00:38:44: Dass was Medien schreiben?
00:38:46: vielen Ebenen statt?
00:38:48: und womöglich kann es sein, dass sich der eine oder andere Chefredakteur eines Medienhauses ohne das ich das wüsste.
00:38:58: Ich sag nur ist in der Theorie absolut möglich, sich davon beeinflussen lässt weil natürlich übt es massiven Druck aus wenn du dich in einem Medienhaus befindest als Chefredaktor in dem Wissen du hast ganz viel Konkurrenz.
00:39:14: Wenn du vielleicht für dich gewisse rote Linien überschreitest, dann geht der Bundeskanzler zum nächsten Exklusivinterview womöglich zu wem anders.
00:39:23: I don't know, ne?
00:39:24: Aber ich muss wirklich immer wieder dazusagen – Ich hab das selber nie erlebt!
00:39:28: Also bei uns war schon in den Redaktionen, in denen ich gearbeitet habe, immer ein sehr kritischer Umgang mit Politikern und gleichermaßen, und dass ist das was ich kritisiere aber auch, Scheu-Klappen denken
00:39:40: Warum passiert es nicht?
00:39:42: Und du hast einige Antworten schon gegeben.
00:39:44: Trotzdem möchte ich's für mich noch mal einordnen, dass manche mutige Journalisten die vielleicht noch nicht die Familie ernähren müssen oder so sagen auf das Thema stürzt sich jetzt und die dann mit sehr viel Anerkennung, mit sehr viele Reichweite und auch mit Lorbeeren in der Redaktion belohnt werden.
00:40:01: Passiert sowas oder sehen wir das nur nicht oder ist es einfach nicht vorgesehen?
00:40:07: Das passiert schon!
00:40:08: Ich glaub' nur es passiert relativ selten.
00:40:11: Das, was du beschreibst würde voraussetzen.
00:40:15: Dass man in einer Redaktion arbeitet die zum Beispiel keine zu enge Blattlinie hat.
00:40:21: Vielleicht auch etwas, was viele nicht wissen.
00:40:22: vielleicht erkläre ich das nochmal in zwei Sätzen.
00:40:26: Genau, das ist duale Mediensystem.
00:40:28: Das heißt wir haben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
00:40:31: der Quar-Medien-Staatsvertrag zu einer möglichst oder nicht zu einer objektiven Berichterstattung verpflichtet ist allerdings wichtig zu verstehen im Gesamtangebot.
00:40:40: Nicht in einem einzelnen Beitrag tatsächlich sondern im Gesamten Angebot.
00:40:44: dazu verpflichtete es verschiedene Perspektiven abzubilden.
00:40:48: Das ist der öffentlich rechtliche Rundfunke.
00:40:50: ich bewerte jetzt nicht ob das gelingt oder nicht.
00:40:52: sag nur dass ist der Anspruch und das steht im Medienstarts Vertrag.
00:40:56: Und dann hast du die privaten Medien, damals nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet um eine Art Gegengewicht herzustellen und Pluralismus sicherzustellen.
00:41:09: Dass wir verschiedene Perspektiven auch wirklich gerade politisch abbilden und deshalb dürfen private Medien eine Linie, eine Blattlinie haben.
00:41:20: also sie müssen nicht objektiv sein steht nirgendwo im Medienstaatsvertrag der auch für private Medien gilt, sie müssen noch nicht neutral sein.
00:41:31: Das mit der Neutralität ist eh so eine Sache das wird oft verwechselt.
00:41:34: Also neutral ist keine Berichterstattung gibt es nicht kann ich gerne gleich nochmal darauf eingehen.
00:41:39: und diese beiden Säulen also die privaten Medien die von die historisch bedingt sich damals gegründet haben die großen Magen die für sich eine Blatt Linie definiert haben Und die öffentlich-rechtlichen, die das nicht dürfen sondern eben direkt in alle Richtungen schauen sollen.
00:42:01: Wenn du dann aber bei einem privaten Medium arbeitest und es gibt ja sehr große private Medienhäuser und du weißt sie haben eine Tendenz, das nennt man auch Tendenzz Berichterstattung Die eben auch geschützt ist Dann musst du der zu einem gewissen Grad folgen.
00:42:15: Das willst Du im Übrigen aber auch.
00:42:17: Also ich war ja zum Beispiel neulich Bei Welt Wild diskutiert, auch mit einem Ex-Bildchef Redakteur der mir zu Recht sagte.
00:42:26: Ja aber jemand, der sozusagen die Linie nicht vertritt, arbeitet dann noch nicht dort.
00:42:32: Ein bisschen
00:42:34: wie Parteizuhörigkeit oder dass man eine Grundlinie mitgeht und
00:42:38: das muss man als Medienkonsument unbedingt wissen.
00:42:41: ich muss wissen es ist ein ganz wichtiges Learning Das Medium was ich da konsumiere die Journalisten, denen ich folge.
00:42:50: Da wo sie arbeiten, welche Tendenz in der Berichterstattung findet dort statt?
00:42:56: Ich muss mir dessen bewusst sein ist mein größter Appell an unsere Gesellschaft hier wenn ich mir souverän eine Meinung bilden möchte.
00:43:03: Wenn ich das nämlich nicht bin dann lass mich leiten von einem einseitigen womöglich einseитigen Framing und hinterfrage dass nicht und das macht viel mit der eigenen Meinungsbild.
00:43:15: Lass uns mal über die inhaltliche Ausgestaltung von Nachrichten sprechen.
00:43:19: Wer sich ein bisschen mit sozialen Medien beschäftigt, weiß auch dass generell die negativeren News besser funktionieren.
00:43:25: Das hat Gründe, die bis in unser Nervensystem reichen.
00:43:28: wir haben alle einen Negativitäts-Bias.
00:43:30: also ein negatives wird grundsätzlich was mit Lebensgefahr zu tun hat höher gewichtet denn da lohnt es sich aufmerksam zu sein und unser Leben könnte in Gefahr sein werden positive Dinge eher schulterzuckend hingenommen werden.
00:43:44: Und was in einer Welt, wo die Medien ja auch auf Algorithmen angewiesen sind.
00:43:48: Dann natürlich auch die Ausgestaltung von Überschriften und insgesamt Artikeln.
00:43:54: prägt und damit auch das Gefühl, was viele Menschen haben.
00:43:58: Die Welt wird immer schlechter mitgestaltet obwohl es schöne Artikel immer wieder gibt dass die Welt objektiv betrachtet in den letzten Jahrzehnten eigentlich besser geworden ist.
00:44:09: was Kindersterblichkeitsraten was kriminell also Kriminalitätsraten wo man hinguckt wird die welt eigentlich besser und subjektiv gefühlt geht alles nur den Bach runter.
00:44:22: Auch hier eine Frage an dich mal wirklich so in den Maschinenraum rein.
00:44:27: Wie findet sowas im Alltag statt?
00:44:29: Also sitzt man da als Journalist und sagt, das wäre eigentlich die objektiv richtige Überschrift und dann kommt vielleicht nochmal jemand drüber oder man selber wenn man erfahren ist und sagt Wenn ich hier aus Schiff stoppen, Schiffkörpern mache wie du in deinem Bericht schreibst oder dieses Wort noch durch jenes ersetze klickt es wahrscheinlich besser, dann performt's besser.
00:44:50: Dann habe ich einen besseren Job
00:44:51: gemacht.".
00:44:52: Also arbeiten Journalisten heute so.
00:44:55: oder wie führt das dazu?
00:44:56: Dass alles immer sensationsgieriger, immer negativer abgebildet wird und zwar auch in den seriösesten Medien ist ja nicht mehr nur die Bildzeitung, die man früher genau dafür kritisiert hat.
00:45:06: Das richtig!
00:45:08: Ganz ganz wichtiger Punkt dass das erste was du angesprochen hast das Beispiel mit dem Kapern und den Stoppen.
00:45:14: Da ist ein Mechanismus, den muss man einmal auch verstehen.
00:45:17: da gehen wir jetzt mal Ganz kurz, wenn wir da rein lupen in die Medienwelt.
00:45:21: Du hast das was ich gerade beschrieben habe, dass du alle Mediensysteme... Du hast daneben Nachrichtenagenturen.
00:45:30: Die meisten großen Medien beziehen sich auf Material von Nachrichten-Agenturen.
00:45:36: Nachrichten Agenturen sind also ganz große sozusagen Presseagenturn, die Hunderte Korrespondenten in der Welt haben.
00:45:45: Also im Prinzip wie eine Redaktion, sie sind auch eine Redaktion und die beliefern mit ihrem Content Redaktionen, Medien.
00:45:54: Also wie so eine Art Vorstufe.
00:45:56: Das Rohmaterial?
00:45:58: Genau!
00:45:59: Die haben einen unglaublichen Einfluss.
00:46:01: sie sind im Grunde das Nervensystem.
00:46:04: damit will ich das gar nicht verteufeln.
00:46:06: ohne Nachrichtenagenturen wüssten wir herzlich wenig von der Welt.
00:46:09: also die machen schon an vielen Stellen den richtig guten Job und trotzdem ist allein systematisch eine große Problematik da, nämlich es gibt das sogenannte Agentur-Privileg.
00:46:20: Also das bedeutet die Redaktion bedient sich als Kunde am Material von einer Nachrichten... ...von einer Agentur.
00:46:28: Die Größen sind DPA, Reuters, AP Das sind so die größten und sie müssen dieses Material dieser Nachrichten nicht mehr auf Korrektheit kontrollieren.
00:46:41: Das ist das Agentur Privileg Also das Privileg, was Agenturen genießen bei Redaktionen.
00:46:46: Weil das wäre gar nicht möglich!
00:46:47: Das ist ja ein ticker System.
00:46:49: Alle paar Sekunden wird Nachrichten-Content von Agenturen an hunderte wenn nicht sogar tausende Redaktionen in Deutschland geliefert aller Art.
00:46:59: Öffentlich rechtlich, privat groß klein... whatever.
00:47:03: Wenn sie denn da kundes sind und das sind die meisten Die nehmen dann diese Nachricht.
00:47:09: und das siehst du dann insbesondere, wie wenig das überprüft wird bei Breaking News-Lagen.
00:47:14: Da schreibt die DPA, gibt eine Tickermeldung raus, irgendwas ist passiert ... weiß ich nicht.
00:47:20: ein Flugzeug ist abgestürzt oder das Wirtschaftswachstum ist geschrumpft oder weniger gewachsen oder die Prognose ist anders als gedacht whatever.
00:47:31: Die übernehmen dann diese mehr oder weniger copy-paste.
00:47:36: Das wird auch kenntlich gemacht, das steht dann ganz unten immer mit Agenturmaterial oder steht die Quelle dpa oder einen Kürzel.
00:47:43: und dann bekommst du eine Pushnachricht von der App, von deiner Nachrichtenapp.
00:47:46: hey es ist wieder was passiert.
00:47:48: und dann gehst so rein und siehst dieses wording!
00:47:51: Und wenn du fünf verschiedene Medien abonniert hast, dann bekomst du auf einmal von ich behaupte vier von fünf Medien vielleicht sogar von fünf von fünf die gleiche Nachricht fast das gleiche wording Weil die das übernehmen.
00:48:03: Und erst in einem zweiten Schritt wird mit eigenem Material angereichert, wird dann der eigene Korrespondent akquiriert und gesagt schau mal vor mal hin sprich mir den Leuten macht ihr ein Bild von der Lage?
00:48:14: Das ist die Eigenleistung von der Redaktion.
00:48:17: im ersten Schritt passiert das nicht wie auch und da zahlt dieses Beispiel drauf ein.
00:48:23: also eine Agentur schreibt eine Meldung auch wahrscheinlich nicht beabsichtigt mit unterschiedlichem Framing.
00:48:30: Aber sobald die Iraner ein Schiff festsetzen, ist es gekapert.
00:48:36: Wenn aber zum Beispiel Israel ein Schifffest setzt dann ist es gestoppt.
00:48:41: Es ist also exakt die gleiche Situation nachweislich belegt auch von Völkerrechtlern und Rechtswissenschaftlern eingeordnet – ich bin ja kein Juristin, aber es gibt ja gute Juristen in diesem Land, die das bewerten – und feststellen, dass sind doppelte Standards der Sprache Und das ist etwas, das verselbstständigt sich ohne dass es dann die Redaktion hinterfragt weil keine Zeit.
00:49:05: Weil keine Nerven vielleicht weil keine Lust?
00:49:08: Ich will das gar nicht bewerten.
00:49:09: ich sage nur spielen verschiedene Dinge eine Rolle.
00:49:12: auch das persönliche Mindset eines Redakteurs.
00:49:15: will ich das so und Das ist das Eine So und das gilt im übrigen auch für Falschnachrichten und für Fake News.
00:49:22: ich weiß nicht ob du dich dran erinnerst als Ich weiß nicht mehr, welche Agentur es war bis ich auch in dem Buch beschrieben.
00:49:28: Vielleicht was Reuters?
00:49:29: Hier müsste ich noch mal schauen auf jeden Fall eine der großen oder vielleicht AP die diese Falschmeldung rausgegeben haben darüber dass russische Raketen in Polen eingeschlagen sind.
00:49:41: Diese Nachricht hat die Runde gemacht rund um den Globus ja rund um Den Globus das war.
00:49:47: Es war ein Wahnsinn was da an Panik ausgebrochen ist also Wie ein Lauffeuer.
00:49:53: In weniger Minuten hat es die Erde einmal umrundet, egal ob bei Fox News in den USA, China, Staley, egal wo du hingeschaut hast dieser Nachricht war überall.
00:50:02: sie war halt einfach
00:50:04: falsch.
00:50:05: also sie ist was dann passieren kann.
00:50:07: das ist so dass eine Und das muss man glaube ich erstmal verstehen, um zu verstehen wie dieses ganze System funktioniert und ich nenne es dann Fails im System.
00:50:16: Das ist die eine Geschichte.
00:50:19: Der andere Punkt den du angesprochen hast – so ehrlich muss man sein!
00:50:22: Du hast ein Nerv getroffen mit dem was du sagst.
00:50:25: denn ja also man sitzt auch ich selber und da verrate ich kein Geheimnis dass es nachher schon schieber in den großen Newsrooms.
00:50:34: du sitzt dort Tools mit denen du arbeitest, wo du zum gleichen Artikel verschiedene Headlines testest.
00:50:43: Live und in Farbe!
00:50:45: Ja also du siehst ganz genau einem Teil deiner zum Beispiel Leserschaft wird Zeile A ausgespielt und dem anderen Teil Zeile B und dann ist das wirklich ein Life Ranking was du verfolgen kannst und du schaust welche Schlagzeile schneidet besser ab und die wird dann auch automatisch sogar muss niemand mehr was tun.
00:51:02: Automatisch vom System im Anschluss übernommen.
00:51:05: Und jetzt ist er spannend auch für Analytiker, also die sich mit Google und sowas beschäftigen.
00:51:10: Aber was würdest du sagen?
00:51:11: Sind da so aus deinen Jahren die Learnings, welche Headlines, welche Überschriften performen typischerweise am allerbesten?
00:51:18: Was zeichnet die, was sind die Gemeinsamkeiten?
00:51:20: Einerseits die Steilsten.
00:51:22: Also daher kommt auch dieses Clickbaiting und ich kann dir bestätigen diesen Mechanismus habe direkt beobachten können in meiner bisherigen Laufbahn, dass es auch Journalisten gibt die da komplett... Die verlieren sich darin.
00:51:37: Also sie sind nur noch auf noch steiler, noch schärfer.
00:51:41: also richtig clickbait ja weil das ist ja auch was wir messen uns an Reichweite.
00:51:47: Auch insbesondere private Medien sind abhängig wirtschaftlich von Reichweiten und zumindest wenn es ihnen betriebswirtschaftlich nicht gut geht sagen wir mal so Das ist also der Messwert, die Kennzahl.
00:52:02: Und natürlich funktionieren steile Zahlen besser.
00:52:05: Also das weiß ja eigentlich jeder.
00:52:09: Jeder kennt das und ich nenne es im Übrigen auch die toxische Sympiose weil ich finde auch dass wir alle die Nachrichten konsumieren einen Teil dazu beitragen.
00:52:18: Wenn ich weiß und mir dessen bewusst bin, dass ich gewisse Zeilen, die einem gewissen Stil entsprechen, immer anklicke Dann ist ja logisch, dass auf der anderen Seite der Geschichte Menschen sitzen die sich denken, jo nice das funktioniert.
00:52:35: Das nehmen wir somit als Learning.
00:52:37: Ja?
00:52:37: Das ist das eine... Es gibt ne
00:52:39: schöne Entschuldigung, wenn ich da ergänze, schöne Headline, da steht deine Sensations-Gier ist mein Antrieb also genau das was du beschreibst.
00:52:48: Eure Sensationssucht ist im Zweifel unser Antrieb.
00:52:51: Ich bin tief überzeugt davon!
00:52:53: Ich habe das selber gefühlt.
00:52:55: jahrelang gesehenen Redaktionen auch hier wieder nicht, überhaupt nicht nur in denen ich gearbeitet habe sondern du sprichst mit so vielen Redakteuren die dir den gleichen Mechanismus spiegeln und du musst nicht mal innerhalb der Redaktion sein.
00:53:11: Du siehst es ja auch wenn du auf das jeweilige Medien gehst.
00:53:14: wie entwickelt sich da die Rhetorik?
00:53:19: Die Zeilen werden immer steiler.
00:53:21: Das ist also das eine dieses Verleiten lassen zu immer mehr Klickbait auch, gewissermaßen.
00:53:28: Aber
00:53:28: wir wollen ja für uns Learnings ableiten und da möchte ich eins mal gleich festhalten.
00:53:32: also das ist auch die Aufgabe an uns als Konsumenten zu beobachten dass es immer extremer wird.
00:53:38: das heißt aber nicht zwingend dass die Realität immer extremer oder schlimmer wird sondern es ist einfach Teil des Jobs dass Menschen auf Reichweite geschult werden bezahlt werden konditioniert werden und diese sehr stark negativen Dinge einfach gut funktionieren.
00:53:55: Da muss man einfach ein bisschen was wegnehmen, oder?
00:53:58: Wie würdest du es sagen.
00:53:59: Ja genau!
00:53:59: Es ist eine toxische Symbiose dessen muss man sich bewusst sein zwischen dem was Menschen wollen und oder was Rezipienten wollen und was Redakteure und Redakteurinnen ihnen geben.
00:54:10: Und wenn wir das verändern wollen hin zu mehr konstruktiv etwas Konstruktives, etwas Nachhaltiges, etwas Gesünderes an Inhalt oder an Framing dann müssen beide Seiten darauf einwirken.
00:54:26: Es hat ja Gründe, warum die Bildzeitung so erfolgreich ist.
00:54:30: Also der Mensch tickt gewissermaßen auch einfach so.
00:54:33: Einfach heruntergebrochen, leicht zu verstehen, neugierig machend aber eben auch regelmäßig übertreibend.
00:54:43: und das ist die eine Seite der Geschichte dafür zu sensibilisieren Verständnis zu wecken dass es nicht von irgendwo kommt sondern dass das naturell des Menschen auch ein Stück weit darauf ausgelegt ist.
00:54:59: Und das andere ist aber auch, wenn du mich fragst, welche Zeilen sonst noch funktionieren, Dinge die einen Mehrwert liefern?
00:55:06: Also wenn in der Zeile erkenntlich wird – ich habe persönlichen Mehrwert davon, wenn ich diesen Artikel lese also es geht über die Sensation hinaus oft auch bei... Naja, also überall da wo ich für mich was mitnehmen kann.
00:55:24: Dann funktioniert das auch gut.
00:55:25: Aber dieses Sensationsgetriebene Schreiben und Formulieren von Zeilen hat schon gewissermaßen Konjunktur.
00:55:34: Und das was du sagst, was du sozusagen vom Backoffice erlebt hast.
00:55:39: Ich hatte Zeiten wo ich auch viel regelmäßiger News konsumiert habe und da ist mir auch aufgefallen dass der gleiche Artikel innerhalb von sechzig Minuten drei vier mal die Überschrift geändert hat.
00:55:48: Da ist wahrscheinlich direkt dieser Test gelaufen und dann irgendwann wurde halt der Best Performing der Gewinner in die große Masse ausgespielt.
00:55:55: also wirklich interessant.
00:55:58: Vielleicht um das ganz kurz nochmal, also das macht auch was mit einem.
00:56:01: Man sitzt da jetzt so ein Inzeitblick und ich hab das ja jahrelang gemacht.
00:56:06: Und ich spreche mir heute nicht davon frei dass wir nicht immer jeden Tag wirklich Gedankengut darauf geben, Zeit darauf setzen und da reingeben eine Zeile zu formulieren auch bei uns im News Podcast von der wir denken die wird angenommen.
00:56:21: Und dieser Grad und wir diskutieren viel darüber und streiten uns und jeder von uns schlägt auch mal über die Stringe auch ich.
00:56:27: also nur weil ich darüber schreibe mache ich mich davon nicht frei.
00:56:29: das meine ich.
00:56:30: dass ist auch der Mensch.
00:56:32: wie oft ich schon Zeilen formuliert habe von denen ich mir dachte Holy shit.
00:56:37: Das war jetzt aber ein bisschen too much, ne?
00:56:39: Wenn du dann auch noch Tools hast bei denen du eben live siehst wie sich das Ranking entwickelt... ...das fixst dich ja auch an!
00:56:47: Voll
00:56:48: da ist viel Dopamin im Spiel.
00:56:49: Ja
00:56:49: total
00:56:52: Jetzt hast du gesagt, da müssen alle zusammenarbeiten.
00:56:54: Meine Erfahrung ist wenn die Individuen gefragt sind und ihre Einsicht dann passieren meistens wenig Dinge.
00:57:04: Wenn jedes Individuum persönlich belohnt wird dafür.
00:57:07: Deshalb ich finde man kann weder die Journalisten kritisieren noch die Menschen die an den App sitzen.
00:57:12: Was glaubst du, muss strukturell sich verändern?
00:57:15: Dass Qualitätsjournalismus wieder da hin gelangt wo es sachlogisch hingehört.
00:57:22: Das ist eine Frage davon was wollen wir als Gesellschaft?
00:57:26: und wenn das was Du gerade sagst, wenn es etwas Konstruktiveres auch sein soll dann müsste man im Grunde genommen weg von einem alten Prinzip dass sich nicht mehr trägt.
00:57:37: davon bin ich tief überzeugt.
00:57:38: und das ist der Außenpluralismus, den ich eben angerissen habe.
00:57:41: Also dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg eben insbesondere eine Medienlandschaft sozusagen manifestiert hat die gerade im privaten Bereich Tendenzen haben darf.
00:57:55: Und das führt dazu, in der Theorie.
00:57:57: damals war es so gedacht, dass du als Bürgerin die Möglichkeit hast dich in verschiedenen Medien zu informieren und da dann eben deine verschiedenen Perspektiven bekommst – und dann geht die Rechnung am Ende auf!
00:58:10: Und am Strich ist es dann objektiv, weil die einen gehen mehr in die Richtung, die anderen gehen mehr eine Gesellschaft wollen, die weniger fragmentiert ist als sie jetzt ist.
00:58:23: Weil sie fragmentiert sich zunehmend entlang bestimmter Konfliktlinien.
00:58:27: Das lässt sich beobachten und analysieren Und mit jeder Krise mehr am übrigen zerfasert das alles.
00:58:34: Da hast du da ein Lager Du hast da ein lager.
00:58:36: auf einmal sind die waren vorher auf dieser Seite stehen jetzt auf dieser seite und so weiter wendet sich dann auch alles immer so ein bisschen aber Sie fragmentiert sich.
00:58:42: wenn wir davon wegwollen Dann müssten es müssen wir es ja schaffen innerhalb einer Redaktion mehrere Perspektiven abzubilden.
00:58:51: Das ist dann der Binnen-Pluralismus, also das sozusagen andere Modell, dass mit dem Außen Pluralismus konkurriert.
00:58:59: Ich behaupte nur, das hätte Bestand um auf dieses Ziel einzubürken weil in Zeiten von Paywalls wer zahlt denn fünf Medien?
00:59:08: Um sich fünf verschiedene Perspektive einzun.
00:59:10: Das macht ja keiner mehr!
00:59:11: Du hast das Medium deines Vertrauens und vielleicht auch eben die entsprechende politische Haltung.
00:59:19: Und dann go with it, ja?
00:59:22: Dann konsumierst du dieses Medium und du hinterfragst es auch nicht mehr.
00:59:26: Du bist dir vielleicht gar nicht dessen bewusst was da von der Blattlinie herrscht.
00:59:30: Deswegen sage ich im Grunde wenn wir das verändern möchten.
00:59:34: Also wenn wir diesen Verurteilungshammer, von dem ich eben gesprochen habe reduzieren möchte also weniger pauschale Verurteilungen und mehr auch um Offenheit mehr was im Rahmen des sagbaren liegt ja damit wir verstehen Damit wir die komplexe Wirklichkeit ein bisschen besser verstehen.
00:59:50: Ein bisschen besser zumindest, ja?
00:59:52: Wenn wir dem gerecht werden wollen mehr zusammenfinden wollen auch eine Identität als Gesellschaft haben wollen, die uns gerade irgendwie abhanden geht, weil jeder zu jedem Thema eine andere Meinung hat und irgendwie das Gefühl hat er darf sie aber im entsprechenden Kreis nicht mehr formulieren.
01:00:06: Und dann schweigen sich Menschen innerhalb der engsten Familien auf einmal an Weil Sie sagen so halbe können darüber nicht reden weil dann bin ich direkt der oder der So, da werde ich von dir geklämt oder etikettiert.
01:00:17: Also wenn wir davon weg wollen dann müssen Medien insbesondere die mit großer Reichweite also etablierte Leitmedien dagegen wirken und das geht nur wenn sie verschiedene Farben innerhalb einer Redaktion abbilden verschiedene Perspektiven ermöglichen.
01:00:34: natürlich müssen die im Rahmen des sagbaren Liegen.
01:00:36: Natürlich gibt es Grenzen Das ist klar.
01:00:39: aber dafür haben gutes Grundgesetz und dafür haben wir auch Leitplanken, finde ich innerhalb unserer Demokratie die das schon gut aufzeigen.
01:00:49: Nur dieses künstliche Lieber mal nicht sagen oder aufs gängige Narrativ einzahlen um auf der sicheren vermeintlich sicheren Seite zu stehen damit mir das Ding nicht um die Ohren fliegt oder ich nachher irgendwie ein Label darauf habe dass ich nicht haben möchte das mir nicht entspricht.
01:01:05: Das führt uns weg und das überträgt sich.
01:01:07: Dieses Mainz, was ich gerade beschrieben habe ist das einige Redakteure.
01:01:11: Und wenn ich danach handele und meinen Job so ausübe, übertrickt sich das ja auch auf meine Leserschaft oder Hörerschaft.
01:01:18: So, und?
01:01:19: Das ist die Wechselwirkung, die ich meine.
01:01:21: Und dieses gegenseitige Erziehenen stückweit auch... ...und dieses von innen heraus mehr ein Korridor eröffnen, der das ermöglicht, dass es halt richtig harte Arbeit.
01:01:34: Lass uns jetzt noch ein bisschen mal darüber reden, wie wir als Individuen das Ganze.
01:01:38: Weil diese Tendenzen werden nicht von heute auf morgen stattfinden aber wie wir Kompetenten mit diesen Medien umgehen können.
01:01:45: und eine schöne Sequenz in deinem Buch über die du schreibst da geht es um die Wahrheit.
01:01:53: man denkt ja ganz Ganz naiv, dass es die Wahrheit gibt und du sagst, die Wahrkeit gibt's nicht.
01:02:00: Sondern das kommt immer auf der sogenannten Framing an also welchen Rahmen man um das Ganze setzt.
01:02:05: Und gibt doch mal bitte, du bist Kommunikationsexpertin.
01:02:10: Reihen methodisch so ein paar Insights welche verschiedenen Frames es auf eine gleiche Situation geben kann wie das auch die Wahrnehmung verändert und wie wir solche vielleicht irreführenden Frames als Konsumenten erkennen.
01:02:23: um das Ganze dann für uns auch ein bisschen realistischer einzuordnen?
01:02:29: Ja ich überlege gerade ob man einem konkreten Beispiel fest macht oder um vielleicht auch unpolitisch an der Stelle zu bleiben, weil es lässt sich in der Tat doch auf alles übertragen.
01:02:39: Einmal diesen Grundsatz auch manifestiert.
01:02:42: Ich bin tief, tief überzeugt davon die Wahrheit gibt das nicht!
01:02:47: Es gibt Wahrheiten und es gibt Unwahrheiten Es gibt Falschmeldungen, Fake News.
01:02:53: Aber die Wahrheit ist ja immer behaftet mit der Deutungshoheit, der Kampf um die Deutungsohre, den sich insbesondere viele in meiner Branche zu Eigen gemacht haben und das muss man wissen.
01:03:07: für das Thema Framing also es gibt keine Berichterstattung ohne Framing wenn du so willst weil Framing bedeutet erstmal nur dass du einen Rahmen setzt um ein Inhalt den Du abbilden möchtest.
01:03:20: Würden wir die Welt so abbilden wie sie ist, dann wäre das eine neutrale Berichterstattung.
01:03:24: Ist aber nicht möglich weil dafür kein Platz ist.
01:03:27: also wer hört sich das denn an?
01:03:28: Das ist sehr unmöglich!
01:03:29: Wir müssen komprimieren, wir müssen selektieren uns entscheiden und dass es immer mit Framing verbunden wird.
01:03:35: Es heißt
01:03:35: alleine der Auswahl was lässt man weg was erwähnt man findet implizit schon ein Framing statt.
01:03:40: Ja
01:03:40: klar in jederlei Hinsicht.
01:03:43: und dann ist die Frage möchtest du... Und das ist am Ende Eine höchstpolitische Entscheidung, die du triffst, machst du ein einseitiges Framing.
01:03:54: Zum Beispiel entsprechend deiner Blattlinie.
01:03:56: Bewusst oder unbewusst wohlgemerkt ist es nicht so dass du jedes Mal als Journalist bewusst darüber nachdenk, sondern das ist auch ein Automatismus.
01:04:03: Oder sagst du, da sind wir dann wieder beim Thema Bind-Pluralismus.
01:04:07: Ich mache ein vielseitiges Framing.
01:04:10: Ein multiperspektivisches, ein differenziertes Framing und das ist erstrebenswert.
01:04:15: Das ist aber auch eben anstrengend mit viel mehr Arbeit verbunden und gleichzeitig ist es das was uns weiterbringen würde aus meiner Sicht.
01:04:23: Und wie können wir uns schützen davor, dass wir also in eine... Du hast vorhin schon und es war mir gar nicht so klar dieses Paywall-Thema verhindert.
01:04:30: Natürlich wenn man nicht fünf Abos abschließen möchte das man sich nicht wie früher kostenlos aus verschiedenen Regionen oder aus verschiedenen Quellen informieren kann.
01:04:38: auf der anderen Seite werden wir noch früher zurückblicken.
01:04:40: bevor es das Internet gab musste man natürlich auch für jede Zeitung auch bezahlen.
01:04:45: Also ich bin auch ein Freund davon für gute Qualität zahlen zu müssen.
01:04:48: aber wie kommen wir trotzdem aus diesem Strudel raus?
01:04:51: solange ist nicht diesen Binnenplural gibt, sich trotzdem ausreichend Perspektiven einzuholen um dann zu einer qualifizierten eigenen Meinung zu kommen.
01:04:59: Wie handhabst du es?
01:05:00: Wie würdest du es Zuhörern empfehlen?
01:05:02: Soweit es geht auch wenn das... Das ist natürlich teuer und jeder kann sich das leisten aber schon verschiedene Medien konsumieren und im Falle dann auch bezahlen.
01:05:17: Wenn es keine Berichterstattung ist die ich kostenfrei bekomme Werde jetzt keine konkreten Medien nennen, weil das wäre dann irgendwie auch un für allen anderen gegenüber.
01:05:26: Ich glaube es ist auch etwas sehr Persönliches aber ich weiß was du meinst und ich glaube was mit der Frage meins.
01:05:32: und im Prinzip ist die Antwort je vielfältiger du dich informierst und damit meine ich einerseits etablierte Leitmedien die ganz offensichtlich verschiedene Perspektiven einnehmen zu verschiedenen Themen Dass du dich aber andererseits auch mal umschausst, das ist ja wieder die schöne Seite von Social Media.
01:05:54: Ob jetzt bei LinkedIn oder wo auch immer gibt es Experten für ein Thema und den Folgen.
01:06:01: Also es findet ja auch viel in der klassischen Berichterstattung nicht statt – nicht immer weil es nicht gewollt ist oder wenn man nicht will.
01:06:11: sondern weil auch der Platz nicht da ist, weil man es auch nicht auf dem Schirm hat.
01:06:15: Weil sich Strukturen manifestiert haben.
01:06:17: also ich selber schaue immer okay das sind die Themen um die es geht.
01:06:22: welche Experten aus verschiedenen Spektren gibt es den ich dann folgen kann?
01:06:27: Also das heißt ich persönlich habe zum Beispiel keinen Algorithmus und dass es Nervenaufräumen kann ich gleich dazu sagen der sozusagen nur meiner persönlichen Haltung entspricht.
01:06:38: Irre anstrengend, weil das heißt ich folge Leuten mit denen ich so gar nicht einer Meinung bin.
01:06:43: Ja und ich hab Tagebeitrag, ich das kaum!
01:06:46: Ich seh dann deinen Feed bei LinkedIn die Posts und denk mir Alter Schwede... Ich hab heute nicht das Nervenkostüm dafür, um mir den Post von XY zu geben.
01:06:59: Dann gibt's aber wieder andere Tage, wo ich denke, heute bin ich stark genug dafür und muss mir das geben, um offen zu bleiben.
01:07:05: Aber ich kann ja nicht einerseits sagen, ich steh für differenzierte Berichterstattung und andererseits meinen eigenen Algorithmus so trainieren, dass er mich nur immer aufs gleiche Narrativ einseite.
01:07:16: Das kann ich jedem empfehlen!
01:07:18: Schaut auch wenn es anstrengend ist... Man kann ja auch manchmal auf X einfach, muss ich ja nicht alles durchlesen.
01:07:25: Aber schaut das ihr euren Algorithmus so trainiert dass er euch wirklich was Diverses an Meinungen ausspuckt.
01:07:33: Ich finde es ist ein großer Mehrwert und mit Blick auf den Medienkonsum Ausschauen Dass man einerseits das eigene Medienkonzum Verhalten hinterfragt Und andererseits schaut So wie's eben fürs eigene Budget geht dass man schon verschiedene Medien konsumiert.
01:07:51: Also das sind so die beiden Dinge, die viel bewirken schon!
01:07:55: Ich hab noch zwei andere Dinge, die mir seit Jahrzehnten helfen.
01:07:58: Zum einen auch immer etwas was nicht deutsches ist also ein Blick aus dem Ausland.
01:08:03: ich habe schon im Studium angefangen entweder hier Time-Magazine zum Beispiel oder Economist auch teilweise schwere Kost aber hilft.
01:08:12: zum Einen das Englisch frisch zu halten und zu verbessern aber auch immer einen Außenblick auf Deutschland zu geben.
01:08:19: deshalb hat mich ja um Anfang interessiert wie im Nahen Osten in deinem Fall jetzt Jordanien auf uns geguckt wird.
01:08:24: Da sind die Dinge auch noch mal ganz anders gefärbt.
01:08:27: Auch da muss man nicht alles eins zu eins übernehmen, aber zumindest hilft es einem ein anderes Gesamtbild zu kreieren.
01:08:34: und ich persönlich komme immer mehr weg von diesen Instant News, von genau wie du gesagt hast vom Ticker der oben dann in gelb auf Spiegel online oder wo auch immer steht sondern ich verlasse mich immer mehr auf eher Wochenrhythmus, auf die Dinge die dann etwas tiefer recherchiert muss auch nicht richtig sein, aber es gibt mir ein Gefühl, dass da mehr Wahrheit steckt als in dem wo man über Geschwindigkeit mit anderen konkurriert und hat den positiven Nebeneffekt das man einfach viel weniger Zeit am Handy verdattelt.
01:09:03: Aber dann muss jeder seinen eigenen Punkt am Ende finden.
01:09:08: Gibt es irgendeinen Punkt, irgendein Thema Mary aus deinem Buch, wo wir jetzt noch gar nicht drauf eingegangen sind?
01:09:13: Wo du sagst der liegt ja ganz stark am Herzen.
01:09:17: Ein Prinzip ist die Grundintention klar geworden, warum ich das überhaupt mache.
01:09:24: Ich habe auch das Gefühl am Anfang ... Gab es vielleicht so ein paar, die dachten das wird jetzt hier irgendwie das nächste Medienbashing und ich bin ja aus den Leitmedien raus.
01:09:32: Jetzt kann ich mir richtig Gas geben und irgendwie Herz ziehen und so.
01:09:36: Das ist es gar nicht.
01:09:37: Ich sage ja, es ist ein ganzes Kapitel in dem Buch, indem ich auch sage wir brauchen die Leit-Medien.
01:09:42: Wir müssen sie aber zu nehmen wissen.
01:09:44: Und warum ich das alles mache?
01:09:46: Das ist ja was sehr Persönliches.
01:09:48: also dadurch da sind wir wieder beim Anfang dass kulturell und auch in jederlei Hinsicht, in zwei Welten groß geworden bin.
01:09:58: Hab ich ja von Anfang an für mich gespürt und auch erklärt bekommen – auch meine Eltern waren da beide große Vorbilder -, dass es die eine richtige Lebensweise, die eine richtige Religion, die keine richtige Kultur nicht gibt sondern die Welt ist vielfältig!
01:10:16: Und ich lebe in einem Land, bin geboren und großgeborn sehr gestanden hat.
01:10:25: Und mein Eindruck ist, mit den Krisen und Kriegen der letzten Jahre und auch dem Extremismus, der von manchen Seiten geschürt wird, dass das abnimmt.
01:10:38: Das macht mich tief traurig!
01:10:40: Weil es immer das Gefühl in mir weckt, insbesondere mit Blick auf die arabische Welt... Es gibt einen Teil deutscher Medien, die durch Sprache und durch Copy-Paste oder durch Blattlinie oder was auch immer darauf einzahlen auf ein bestimmtes Narrativ.
01:10:59: Dass dazu führt dass selbst ich auch Menschen die mich nicht kennen sozusagen verurteilen für diese andere Seite oder diese zweite Hälfte die ich in mir trage ja?
01:11:10: Und ich finde Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg ist so toll geworden durch diese Offenheit und dieses Hey, lass mal hinschauen in die Welt.
01:11:21: Lass mal connecten!
01:11:22: Lass einmal wirtschaftlich Beziehungen aufbauen.
01:11:25: Menschen sind hergekommen aus den verschiedensten Teilen der Welt.
01:11:29: Sie haben sich hier niedergelassen, sich integriert – ja?
01:11:33: Die deutsche Sprache gelernt.
01:11:34: Also mir ist ein persönliches Anliegen weil es mich persönlich betrifft bin ich ganz ehrlich und meine Familie betrifgt dass man nie verliert, dass man nie den Blick verliert dafür das die Wirklichkeit komplex ist.
01:11:50: Dass es viele Wahrheiten gibt und dass insbesondere in der Medienwelt das in der Schlagzeile landet was am meisten triggert.
01:11:59: Und das sind meistens Ängste Vorurteile oder Outstanding Beispiele.
01:12:06: In der arabischen Welt ist es eben in den letzten Jahren insbesondere seit Nine Eleven.
01:12:10: so ist mein Eindruck auf dieses Terrorismus-Ding.
01:12:14: Und selbst ich im Übrigen ist lustig, also ich sehe überhaupt nicht arabisch aus und dann denken manche auch immer die könnten also irgendwelche Witze oder so... Da bin ich dann in Redaktion und dann heißt es, da hast du ja eigentlich nichts damit zu tun.
01:12:28: oder weißt du das?
01:12:28: ein Terrorist so hieß?
01:12:31: Irgendwelche komischen Witze wo man sich denkt.
01:12:35: Oder hier nicht die Bombe platzen lassen bis kein Schläfer oder was ich mir schon alles anhören dürfte selbst ich.
01:12:43: Und wie muss es denn jemandem gehen der arabisch aussieht Ich erlebe es auch in der Family also diese Form von Diskriminierung und Pauschalisierung, von der man sich immer wieder so bewusst distanzieren muss.
01:12:54: Und wie gesagt das gilt aber auch für ganz viele andere Gruppen nennen wir es mal so und dem entgegenzuwirken da zu sagen so Hallo liebe Liebes Deutschland lasst uns vielleicht ein Stück weit davon abrücken zu denken dass das was in den Schlagzeilen landet der Mehrheit der jeweiligen Gruppe entspricht.
01:13:17: Das ist nicht der Fall!
01:13:19: Es ist immer eine kleine Minderheit, die sich scheiße verhält.
01:13:23: und die große, oft stille Mehrheit aus verschiedenen Gründen, weil nicht sichtbar, weil Angst, weil sie nicht auffallen wollen, ja ... Die geht unter.
01:13:32: So, das sind aber die Normalen.
01:13:34: Und das ist ein Problem in der Gesellschaft, dass das eben durch steile Berichterstattung Tendenziöse Berichterstattung untergeht und dafür möchte ich sensibilisieren.
01:13:45: Wir hatten ja mit Zahlen gestartet, unter anderem dass zwanzig Prozent der Menschen den Medien unterstellen.
01:13:51: das gelogen wird.
01:13:53: Was, auch wenn du nicht die objektivste Absenderin der Botschaft bist?
01:13:57: Weil viele dich immer noch als Insiderin des Systems sehen würden.
01:14:01: Aber ich glaube es schon rausgekommen wie reflektiert du auch da drauf guckst was möchtest du diesen Menschen sagen?
01:14:08: dass sie vielleicht wieder ins lager der anderen menschen kommen beziehungsweise auch menschen die an der kippe stehen gerade denen mit geben möchtes das sie wir die zahlen wenn wir sind zwei jahren erheben nicht bei dreißig oder bei vierzig prozent stehen.
01:14:22: Den möchte ich sagen, und das sage auch mir jeden Tag.
01:14:25: Auch da bin ich überhaupt nicht davor geschützt.
01:14:27: Jeder von uns kann auf dieser Kippe stehen wie du es gerade beschrieben hast weil Nachrichten verleiten, holen Emotionen aus dir raus Verleiten dass du dich positionierst Und dass du immer weiter in eine bestimmte Richtung rückst Weil es macht was mit dir wenn du Bilder siehst und wenn Du immer das gleiche Framing konsumierst.
01:14:49: So.
01:14:49: deswegen ist mein Appell an alle an Medienverantwortliche, an alle Redaktionen aber auch an jeden der gerade Zuhörden, an jedem Rezipienten.
01:15:00: Seid euch halt dessen einfach bitte, bitte immer bewusst.
01:15:04: wir leben ja alle hier in diesem gleichen Land und im Grunde die große Mehrheit von uns möchte das Gleiche und vertritt die gleichen Werte.
01:15:12: da bin ich tief von überzeugt Auch wenn wir an andere Götter glauben, wenn wir gar nicht an Gott glauben.
01:15:17: Egal wen wir lieben aber die Grundwerte in uns drin ein guter Mensch sein zu wollen und anderen Menschen keinen Schaden zufügen zu wollen.
01:15:28: ich behaupte egal welche Farbe, egal welche Religion, egal welches Geschlecht das haben ja alle gemeinsam Und wir vergessen das oft und beschränken uns auf diese Differenzen die wir haben.
01:15:40: Diskurs Wir brauchen unbedingt Diskurs.
01:15:42: deswegen Bitte offen bleiben, bitte die eigene Narrative hinterfragen.
01:15:47: Ich mache das auch jeden Tag.
01:15:49: Ich spreche manchmal mit Menschen, mit denen ich nicht gerne sprechen mag und es geht mir auch manchmal schlecht danach.
01:15:57: Ich bin manchmal in Runden um das mal so zu formulieren indem ich politisch nicht beheimatet bin aber ich gehe dahin weil ich weiß nur so kann ich offen bleiben.
01:16:07: Es gibt auch Phasen da kann ich das manchmal nicht Weil es ist mental verdammt schwierig To the sky.
01:16:16: Das kann man nicht anders sagen und das Nervenkostüm ist nicht jeden Tag das Gleiche, aber ich große Appell an alle in eurem Leben, in euren Umkreis, in euer Bubble macht das möglich so sehr wie es geht, geht in den Austausch diskutiert redet miteinander.
01:16:35: Man muss nicht immer der gleichen Meinung sein.
01:16:40: im Frieden auseinandergehen von mir aus, aber hört nie auf mit Andersdenkenden zu reden und öffnet euch da ein bisschen.
01:16:47: Weil am Ende hat immer jeder Recht und wenn immer jeder recht hat dann haben wir alle ein Problem.
01:16:52: Und miteinander reden auch das sage ich mir gerne immer wieder heißt nicht andere überzeugen müssen sondern auch zuhören weil das ist ja der Mehrwert dass man andere Perspektiven auch aufsaugt die auch nicht direkt bewerten muss, sondern sie reflektieren darf.
01:17:08: Ja vielen, vielen Dank für diesen Appell den ich zu hundert Prozent unterstützen kann!
01:17:11: Wir haben heute wenig über dein eigenes Leben gesprochen weil es vor allem heute um Medien gehen sollte.
01:17:16: aber die letzte Frage dich jedem stellen möchte ich auch dir stellen wenn du jetzt mal von deinem Buch von der Medienlandschaft etc.
01:17:22: abstrahierst und auf dein eigener Leben blickst?
01:17:25: Und auf die Auf-und-Abst deines eigenen Lebens was ist für dich daraus die allerwichtigste Erkenntnis?
01:17:35: Es gibt viele, aber ich glaube die wichtigste Erkenntnis ist dass man richtig gut in etwas ist wenn man das fühlt.
01:17:44: Das zu machen da wo man sich richtig fühlt, wo man selbst sein kann ohne sich verstellen zu müssen was auch immer das heißt dann bist du am Wirkungsstärksten und das ist eigentlich mein größtes Learning für mich egal ob beruflich oder privat, aber vor allem auch beruflig.
01:18:05: Egal wie verleitend und verlockend auch Angebote sind du musst bei dir selbst bleiben können und das heißt für jeden was anderes und auch immer zu einer verschiedenen Zeit.
01:18:14: Aber Das ist wichtig und wenn man das nicht weiß dann seit lang wusste ich dass auch nicht.
01:18:19: Ich wusste eine zeitlang auch nicht Was will ich eigentlich?
01:18:21: Wer bin ich eigentlich?
01:18:23: also diese sinnfragen sind schwere kost auch wieder Und da kann ich ja Da kann ich eigentlich nur reflektieren.
01:18:33: Wenn man das für sich rausgefunden hat irgendwann, dann macht das glücklich und wenn man selber glücklich ist glaube ich es ist das Beste was man schaffen kann in diesem Leben weil dieses Leben ist wertvoll und es ist umso wertvoller ist glücklich zu leben.
01:18:48: und wir sind in diesem Land hier da bin ich jeden Tag tief dankbar für in so einer Luxus-Situation klar uns geht's nicht allen immer gut und es gibt auch viele Probleme aber In aller Regel verhungert hier keiner und in aller Regel fliegen auch keine Bomben in die Luft.
01:19:08: Wir haben einen hohen Lebensstandard, den wir oft nicht mehr benennen weil wir uns so reinfallen lassen in die gesamte Kritik, die berechtigt ist oder die Probleme, Und das sich dessen bewusst zu machen, dankbar zu sein und sein eigenes Glück zu finden.
01:19:27: Und zwar aktiv, proaktiv nicht darauf zu warten – es kommt nicht von alleine!
01:19:32: Sich da auf die Suche begeben.
01:19:34: Das war eigentlich in meinem Leben so von allen Auf- und Abs die größte Herausforderung diesen Schritt auch zu machen.
01:19:41: nochmal in den Journalismus.
01:19:42: Ich war ja eigentlich auch an einem anderen Beruf und bin mit Reißig dann noch mal gestartet also auch gehaltlich nochmal stark zurückzugehen und zu sagen weil ich fühle dass Das ist mein Weg, ich möchte das machen.
01:19:53: Das kann ich nur sagen... Das tut gut und es kann mich jedem als Gedanken mitgeben!
01:20:00: Wenn ihr das fühlt was ihr macht dann ist das richtig und wenn nicht überlegt euch proaktiv was ihr machen wollt wer ihr sein wollt und dann könnt ihr das auch werden.
01:20:09: Vielen vielen Dank, dass du hier warst.
01:20:11: Es ist für dich nicht so einfach im Terminkalender.
01:20:13: Du hast ein kleines Kind zu Hause.
01:20:14: Deshalb wissen wir alle die dir zuhören durften Ich vor allem sehr zu schätzen Dass du hier nach München gekommen bist.
01:20:21: Ich wünsch dir für dein Buch, für deine Position und vor allem für deine wichtige Botschaft.
01:20:25: Denn die Medien in diese Richtung zu verbessern halte ich für eine der wichtigen Aufgaben unserer Demokratie.
01:20:32: Und da bist du ne laute Stimme und da wünsche ich dir Mut viel Zuspruch auch die notwendige Kritik damit auch du dich entwickeln kannst.
01:20:40: es wünscht ihr alles und freue mich schon dir dabei weiter zuzugucken.
01:20:43: Vielen Dank für die Einladung.
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